Thomas Förster

Ein Trio teilt sich die politische »Macht« 

Eicherscheid. Renate Scheidt ist neue Ortsvorsteherin von Eicherscheid. Im Rat wird der Ort durch Dirk Mathey und Jannik Zimmer vertreten.
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Die Eicherscheider Dorfpolitik wird von einem Trio bestimmt: Ortsvorsteherin Renate Scheidt will das Erbe ihres verstorbenen Mannes Günter Scheidt bewahren und das Dorf in eine gute Zukunft führen. Im Gemeinderat ist der Ort durch Dirk Mathey (l.) und Jannik Zimmer vertreten.

Die Eicherscheider Dorfpolitik wird von einem Trio bestimmt: Ortsvorsteherin Renate Scheidt will das Erbe ihres verstorbenen Mannes Günter Scheidt bewahren und das Dorf in eine gute Zukunft führen. Im Gemeinderat ist der Ort durch Dirk Mathey (l.) und Jannik Zimmer vertreten.

Foto: Thomas Förster

»Ich möchte das Erbe meines Mannes bewahren, aber gerade auch mit der gesamten Bevölkerung Schritte in die Zukunft tun.« Renate Scheidt ist neue Ortsvorsteherin von Eicherscheid - sie ist damit die Nachfolgerin ihres verstorbenen Ehemannes Günter Scheidt und teilt die politische »Macht« im Dorf mit den Ratsherren Dirk Mathey und Jannik Zimmer.

Eicherscheid (Fö). »Mit Renate haben wir die beste Wahl getroffen - sie ist mit allen Themen vertraut und darf sich der Unterstützung eines engagierten Teams aus jungen und erfahrenen Kräften sicher sein«, unterstreicht Dirk Mathey. Er ist seit November 2021 Vorsitzender der Eicherscheider CDU und gehört seit der letzten Kommunalwahl dem Simmerather Gemeinderat an. Für den an Weihnachten plötzlich verstorbenen Günter Scheidt rückt Jannik Zimmer ins 34-köpfige Gremium nach. Er zählt mit 31 Jahren zu den jüngsten Ratsvertretern - ist seinerzeit durch den Glasfaser-Ausbau in die Politik gekommen und mittlerweile Geschäftsführer des Eicherscheider CDU-Ortsverbandes.

Leitbild »WIR« gilt auch in der Politik

»Mein Mann hat in der Zukunftswerkstatt das Eicherscheider Leitbild entwickelt: WIR wird großgeschrieben. Und genau dieses Wir wollen wir noch stärker mit Leben füllen«, so Renate Scheidt. Daher habe sie sich auch dagegen entschieden, Woche für Woche Fraktionssitzungen beizuwohnen und in Ausschüssen zu beraten. »Wenn es um Eicherscheid geht, bin ich immer dabei und werde mich mit Nachdruck für unsere Interessen einsetzen«, versichert Scheidt. Daher wurde sie zur stellvertretenden sachkundigen Bürgerin für zahlreiche Ausschüsse ernannt, um im Bedarfsfall mit diskutieren und abstimmen zu können. Andere Themen überlasse sie ihren beiden Mitstreitern, aber auch sachkundigen Bürgern im Ort.

Sie wolle über politisches Engagement hinaus die Dorfbevölkerung einbinden, um den Ort fit für die Zukunft zu machen. »Unsere Erfolge beim Dorfwettbewerb haben gezeigt, welches Potenzial nicht nur in Eicherscheid, sondern in vielen Dörfern der Nordeifel steckt«, erklärt die neue Ortsvorsteherin.

Ein wichtiger Meilenstein sei die Einrichtung des Dorfrates gewesen, der Renate Scheidt besonders am Herzen liegt. »Günter konnte ihn noch auf den Weg bringen. Jetzt liegt es an engagierten Eicherscheidern, Barrierefreiheit, generationenübergreifende Themen wie ein mobiler Seniorentisch und das Engagement in der GenoEifel oder aber mittelfristig eine zukunftsgerichtete Gastronomie im Ort mit Leben zu füllen.«

Die Ortsvorsteherin habe die Entwicklung des Dorfes lange Jahre hautnah begleitet, wolle sich nun durch gute bestehende Netzwerke Gehör verschaffen, aber auch kontroverse Diskussionen mit den Einwohnern - gerade auch denen, die nicht politisch aktiv sind - zulassen. »Als langjährige Schulleiterin bin ich es gewöhnt im Team zu arbeiten und mich auf Menschen aller Altersgruppen einzulassen«, unterstreicht die 75-Jährige. Sie ist Mitglied im Koordinierungskreis der LEADER-Region Eifel und möchte das Projekt »Mitfahrerbank« neu anstoßen. Auch die Entschleunigung der Landesstraße an den Ortseingängen, die dringend saniert und Radfahrer-freundlich werden muss, ist ihr ein Anliegen. »Kinder und Jugendliche müssen Anlaufstellen und Treffpunkte im Ort haben - das müssen wir erhalten oder gar ausbauen«, hat Renate Scheidt viele Ideen. »Günter hat viel für uns erreicht - aber es gibt auch noch eine Menge zu tun.«


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