Monschaus Denkmäler öffnen ihre Türen
Monschau (Fö). Historische Gebäude, verborgene Räume und spannende Geschichten: Am Sonntag, 13. September, lädt die ISG Monschau – Zukunft mit Geschichte e.V. bereits zum fünften Mal in Folge zum »Tag des offenen Denkmals« in die historische Altstadt ein. Unter dem bundesweiten Motto »NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur« können Besucher zahlreiche Gebäude entdecken, die sonst nicht oder nur eingeschränkt öffentlich zugänglich sind.
Monschau bietet dafür besondere Voraussetzungen. Rund 300 denkmalgeschützte Gebäude prägen das geschlossene Ensemble aus Fachwerk- und Schieferbauten. »E Denkmohl öss jet Lebendij!«, betont der diesjährige Schirmherr Manfred »Manni« Lang in seinem Grußwort. Für ihn erzählen Denkmäler nicht nur Baugeschichte, sondern vielfach auch Familiengeschichten. Lang ist selbst eng mit dem Thema verbunden: Er wuchs auf einem Eifeler Bauernhof auf und renovierte später gemeinsam mit seiner Frau einen denkmalgeschützten Vierkant-Fachwerkhof.
Das diesjährige Motto passt nach Ansicht des Mundartautors besonders gut zu Monschau. Die Altstadt sei ein Netzwerk aus Wegen, Mauern und Wasserläufen, Handwerk und Handel, Glauben und Bürgersinn sowie der Geschichte der Tuchmacher und Senfmüller. »Monschau öss äver beij allem kee Museum«, schreibt Lang und verweist damit auf den lebendigen Charakter der Altstadt. Ihr Erhalt sei eine Aufgabe, die Eigentümer, Vereine, Denkmalpfleger, Handwerker, Förderer und die Stadtgesellschaft gemeinsam betreffe.
Auch Dr. Jascha Braun, Vorsitzender der ISG Monschau, sieht den Aktionstag längst als feste Tradition. »Fünf Jahre – das ist inzwischen mehr als eine schöne Tradition«, schreibt er. Der Tag zeige die Verbundenheit mit dem historischen Erbe und mache die Geschichte der Stadt auf besondere Weise erlebbar. Zugleich gehe es nicht nur um den Blick zurück: »Es ist eine Einladung, Monschau neu zu entdecken, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam darüber nachzudenken, welche Zukunft wir unserer Altstadt geben wollen.«
Geöffnet sind unter anderem die Burg Monschau, das Haus der Stadtgeschichte, die Pfarrkirche St. Mariä Geburt, das Viertelhaus, das Haus am Turm, die Evangelische Stadtkirche, das Haus Barkhausen, das Kolpinghaus, Haus Troistorff und das Ursulinenkloster. Führungen und Besichtigungen geben Einblicke in Baugeschichte, Sanierungen und frühere Nutzungen. So können beispielsweise im Haus Barkhausen historische Eichendielen, Stuckdecken, eine hölzerne Wendeltreppe, alte Möbel und Familiengemälde entdeckt werden. Im Haus Troistorff stehen das historische Tapetenzimmer und das Treppenhaus im Mittelpunkt.
Ergänzt wird das Programm durch verschiedene besondere Angebote. Um 14 Uhr startet der etwa zweistündige Stadtspaziergang »Unbeachtete Schönheiten«, der sich den Natursteinen widmet, die das Monschauer Stadtbild prägen. Im Viertelhaus informiert die FH Aachen um 16 Uhr über das Forschungsprojekt »Eine Zukunft für die Altstadt Monschau«.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Lesung mit Manni Lang im Haus Troistorff. Ab etwa 13.30 Uhr präsentiert er Mundartbonmots und Episoden aus seinen Büchern über Monschau und stellt seinen neuen Krimi »Schattenwölfe« vor.
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