Thomas Förster

Rennfahrerblut, das verbindet

Wenn das Startgatter fällt, zählt jede Sekunde: Henry Förster und Aaron Steinbusch aus Eicherscheid verbindet die Leidenschaft für Motocross – und beide sind für den MSC Kleinhau erfolgreich auf zwei Rädern unterwegs. Seit dem Sommer trainiert Aaron den Nachwuchs um Henry – verbunden durch die gemeinsame Faszination für ihren Sport.

Eicherscheid/Kleinhau (Fö). Für Henry Förster war es eine überaus erfolgreiche Saison. Der junge Eicherscheider gewann sowohl die Serie des Deutscher Amateur Motocross Verband e.V. als auch den MX-Cup Nordrhein. Auch bei den Deutschen Meisterschaften in Teutschenthal wusste er zu überzeugen und belegte einen starken sechsten Platz.

Dass der Achtjährige ausgerechnet beim Motocross gelandet ist, kommt nicht von ungefähr. Vater Michael Förster begann selbst mit elf Jahren und fuhr viele Jahre Rennen. Das Rennfahrerblut hat der Sohn offenbar geerbt. Inzwischen steht allerdings nicht mehr der Vater allein mit Tipps an der Strecke, sondern auch Aaron Steinbusch.

Der ebenfalls für den MSC Kleinhau startende Motocrossfahrer aus Eicherscheid gewann in dieser Saison die DAMCV-Serie und gibt seit fünf Jahren Lehrgänge. Seit dem Sommer kümmert er sich verstärkt um den Nachwuchs. »Das ist wie beim Fußballtraining«, erklärt Aaron. »Ich mache Dinge vor, erkläre die Theorie und zeige es auf der Strecke.«

Und da steckt eine Menge Technik dahinter. Fuß- und Armhaltung gehören ebenso dazu wie die Frage, wie das Motorrad in die Kurve gedrückt wird oder der Fahrer den physikalischen Kräften beim Beschleunigen und Bremsen entgegenwirkt.

Aaron ist immer wieder begeistert, wie schnell die jungen Fahrer lernen. »Sie beherrschen Techniken, die manch Erwachsener nicht schafft.« Dazu gehöre etwa das Ausbalancieren zwischen Sitzen und Stehen auf der Maschine.

Dass beim MSC Kleinhau erfolgreiche Nachwuchsarbeit eine lange Tradition hat, stellt Aaron Steinbusch eindrucksvoll unter Beweis. Schon als Elfjähriger feierte der heute 23-Jährige einen großen Erfolg und wurde Deutscher Amateurmeister im Motocross bei den Junioren in der 85-ccm-Klasse.

Henry Förster fährt derweil ein 50-ccm-Crossmotorrad mit Automatikgetriebe. Im kommenden Jahr steht der nächste Schritt an: Dann wechselt er auf eine 65-ccm-Maschine und muss auch das Schalten lernen. Für den nötigen Ausgleich abseits der Strecke sorgt Fußball.

Aaron begleitet seine Schützlinge nicht nur beim Training, sondern auch zu den Rennen. »Die Faszination für den Sport verbindet uns. Es ist ein Miteinander«, beschreibt er die Gemeinschaft. Michael Förster bringt es auf den Punkt: »Auf der Strecke sind wir Konkurrenten, neben dem Platz sind wir eine große Familie.«

Denn bei allem technischen Aufwand entscheidet für Aaron Steinbusch noch immer der Mensch auf der Maschine: »Bei uns gewinnt der beste Fahrer, nicht die beste Maschine.«