

Region (Fö). Bernd Goffart bleibt Bürgermeister der Gemeinde Simmerath. Der Christdemokrat setzte sich mit 83,27 Prozent gegen Alexander Zorn (UWG) durch. Der Erfolg war auch vom Gegenkandidaten erwartet worden, der aber eine »echte« Wahl wollte. Goffart konnte sein Ergebnis von 2020 (67%) deutlich steigern, hatte damals aber auch drei Kontrahenten. »Das Ergebnis ist ein Zeichen für unsere gute Arbeit - nicht nur in der CDU, sondern über Parteigrenzen hinaus«, zeigt sich Bernd Goffart erfreut. Das Erstarken der AfD sei nicht auf kommunale Themen zurückzuführen.
Der Roetgener Bürgermeister Jorma Klauss bleibt ebenfalls im Amt. Ihm gewährten mit 66,77 Prozent fast zwei Drittel der Wähler ihre Zustimmung - ein leichter Zuwachs gegenüber 2020. Dr. Norbert Lamm kam auf rund 25 Prozent, der linke Fabian Günther auf acht Prozent. »Ich freue mich sehr, dass ich gestärktem Rücken in die dritte Amtszeit starten kann«, so Klauss. Er gratuliere der CDU zum Wahlsieg und sieht bei ihr den Auftrag, eine Mehrheit im Gemeinderat zu organisieren. »Eine stabile Koalition ist wichtig für die Ratsarbeit«, unterstreicht er.
Stephan Cranen, der ohne Gegenkandidat antrat, wurde mit 88,63 Prozent der Stimmen als Bürgermeister der Gemeinde Hürtgenwald wiedergewählt. Ins Amt war er 2022 mit rund 67 Prozent gewählt worden. Er freue sich sehr die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Politik, Verwaltung und Bürgern fortzusetzen – für ein starkes, solidarisches und lebenswertes Hürtgenwald.
Einen kleinen Denkzettel verpassten die Wähler der Stadt Nideggen ihrem Bürgermeister. Marco Schmunkamp verweigerte mehr als ein Drittel der Wählerschaft ihre Zustimmung, der Schmidter kam »nur« auf 64,31 Prozent der Ja-Stimmen und will nun alles daran setzen, verloren gegangenes Vertrauen wiederzugewinnen. 2020 hatte er noch fast 85 Prozent Zustimmung geerntet.
Ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich in der Stadt Monschau Amtsinhaberin Dr. Carmen Krämer und Herausforderer Tom Kuck. Mit 46,81 Prozent und 82 Stimmen Vorsprung zieht sie in die Stichwahl am 28. September gegen den Christdemokraten ein (45,67%). Der SPD-Kandidat Christian Stockem (7,52%) war chancenlos.
»Ich habe mit einem knappen Wahlausgang gerechnet und werde nun alles daran setzen, dass möglichst viele Menschen zur Stichwahl gehen«, erklärt Monschaus Bürgermeisterin. In dem Wählervotum, aber auch mit Blick auf den Stadtrat sieht sie bereits jetzt den Auftrag für »mehr Miteinander« im Sinne der Kommune.
Tom Kuck freut sich über ein Duell auf Augenhöhe, für das er jetzt noch einmal richtig Gas geben werde. »Das wir die absolute Mehrheit verloren haben ist ein Einschnitt, mit dem wir aber umgehen können«.
Auch im Haus der Städteregion gibt es eine zweite Runde. Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier gewann den ersten Wahlgang mit 44,34 Prozent deutlich, verpasste aber die absolute Mehrheit. So tritt er in zehn Tagen gegen Janine Köster (SPD, 17,65%) an. Raus sind Karin Schmitt-Promny (Grüne, 14,99%), Andreas Klöcker (AfD, 12,64%), Darius Dunker (Linke, 5,45%), Hubert vom Venn (Die PARTEI, 2,59%) und Christoph Pontzen (FDP, 2,34%). 2018 hatte Grüttemeier im ersten Wahlgang 39 Prozent geholt und dann in der Stichwahl mit 52 Prozent gesiegt.
Auch der Dürener Landrat steht noch nicht fest: Hier kommt es am 28. September zur Entscheidung zwischen Dr. Ralf Nolten (CDU, 44,41%) und Maximilian Dichant (SPD, 24,82%) um die Nachfolge von Wolfgang Spelthahn. Raus sind AfD-Kandidat Bernd Esler (19,31%) und der grüne Andreas Krischer (11,46%).
Die schwarz-grüne Koalition im Haus der Städteregion Aachen könnte fortgeführt werden. Die CDU wurde mit 36,74 Prozent der Stimmen Wahlsieger (+4,88%, 27 Sitze) und hat gemeinsam mit den Grünen (12) wieder die Mehrheit der 74 Sitze im Städteregionstag, dem künftig zehn Fraktionen angehören. SPD (-5,3%, 15 Sitze) und Grüne (-8,5%) verloren an Zustimmung, die AfD schaffte mehr als eine Verdoppelung seines Wähleranteils (12,76%, 9 Sitze).
Da die CDU im Kreis Düren alle Direktmandate holte, wird der Kreistag von 54 auf 70 Sitze aufgebläht. Die Christdemokraten bleiben trotz Verlusten stärkste Kraft und haben 27 Sitze - auch SPD (15 Sitze) und Grüne (6 Sitze) verloren, den größten Zuwachs verzeichnet die AfD (13 Sitze) im acht Fraktionen starken Rund. Für eine Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition wird es nicht mehr reichen.
Die Christdemokraten in der Stadt Monschau sind erstmals auf einen Koalitionspartner angewiesen. Sie verloren mit 48,12 Prozent die absolute Mehrheit (-3,27%) und haben 13 von 28 Sitzen im neuen Stadtrat. Es folgen Grüne (6) und SPD (3) mit Verlusten, erstarkte AfD (ebenfalls 3 Sitze), FDP (2) und Linke (1).
In Simmerath haben alle Ratsfraktionen an Stimmen verloren. Die CDU sicherte sich wieder die absolute Mehrheit mit 18 von 34 Sitzen. Es folgen SPD (5), AfD (4), Grüne (3), UWG (2), Linke und FDP (je 1).
Bunter wird es auch in Roetgen, wo jedoch eine Mehrheitsfindung schwierig wird. Wahlsieger ist die CDU, die mit 24,58 Prozent rund drei Prozent zulegte. Sie erhält im Gemeinderat ebenso wie die SPD sechs Sitze, es folgen UWG und Grüne (je 5), AfD (2) sowie Linke und FDP (je 1).
Wiedererstarkt ist die CDU in der Gemeinde Hürtgenwald. Dort legte sie auf 46,27 Prozent zu (+12,4) und nimmt 13 der 28 Sitze ein. Es folgen Freie für Hürtgenwald (6 Sitze), SPD (5), Grüne (3) und FDP (1), die allesamt Zustimmung einbüßten.
Auch in Nideggen ist die CDU der Wahlsieger, gewann 3,5 Prozent hinzu und sicherte sich wieder elf Sitze. Überraschend stark auch die FDP mit drei Sitzen vor Grünen, SPD und Menschen für Nideggen (jeweils 3). Zwei Sitze gehen an die Unabhängigen, einer an Einzelbewerber Helmut Schier.
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