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Frauen in die Feuerwehr

Die Älteren werden immer älter und die Jüngeren immer weniger. Unter dem demographischen Wandel leiden auch die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Cochem-Zell, doch die wollen das nicht tatenlos hinnehmen.
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Der Kreisfeuerwehrverband Cochem-Zell hat im Rahmen eines Workshops in St. Aldegund Strategien erarbeitet, um mehr Menschen für die Freiwilligen Feuerwehren zu begeistern.

Der Kreisfeuerwehrverband Cochem-Zell hat im Rahmen eines Workshops in St. Aldegund Strategien erarbeitet, um mehr Menschen für die Freiwilligen Feuerwehren zu begeistern.

Wenn es um das öffentliche Ansehen geht, sind die Freiwilligen Feuerwehren zwar immer in der Spitzengruppe, aber wenn es um den eigenen Einsatz in einer Wehr geht, fallen einem genügend Argumente ein, es nicht zu tun. Nun gut, Mann oder Frau kann sich nicht in jedem Verein und jeder Organisation engagieren. Aber was passiert, wenn Feuerwehren nicht mehr "Freiwillig" wären. Der staatliche Auftrag verlangt den Brandschutz, der im Rahmen einer professionellen Alternative wohl nicht finanzierbar wäre. Mehr Ab- als Zugänge Bei der Feuerwehr ist der personelle Aderlass, der durch das Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge vorprogrammiert ist, existentiell. Und auch bei dem, dem schnell geholfen werden soll, könnten weniger Feuerwehrleute zu einem Problem werden. "Wir halten die acht Minuten bis zum Einsatzort und die müssen wir auch halten", beschreibt Karl-Heinz Beuren, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, die Ausgangslage eines jeden Einsatzes. Dass es mit weniger Einsatzkräften aber nicht einfacher wird, ist ihm aber auch klar. Es scheiden halt nicht nur Kräfte wegen des Erreichens der Altersgrenze aus. Spätestens wenn Jugendliche ein Studium aufnehmen oder eine Ausbildung jenseits der Ortsgrenzen beginnen, sind viele für die Feuerwehr verloren. "Da sind wir froh, wenn ein oder zwei zur aktiven Wehr hinzustoßen", weiß Beuren zu berichten. Frauen in die Feuerwehr Für die Tagesalarmbereitschaft sieht es in den Orten meist noch schlechter aus. Wer arbeitet heute noch in seiner Gemeinde? Hier stehen schon seit geraumer Zeit Alarmierungsgemeinschaften mehrerer Freiwilliger Feuerwehren auf der Agenda. Bei den Kommunen und Unternehmen hoffen die Feuerwehren zudem auf eine stärkere Kooperationsbereitschaft, wenn es darum geht Feuerwehrangehörigen einen Arbeitsplatz zu bieten. Auch soll das aktive Werben von Frauen für die Wehr eine strategische Maßnahme sein. "Frauen arbeiten auf dem Land auch oft in Teilzeit. Das könnte eine Chance sein", so Beuren. An der Ausstattung in den Feuerwehrhäusern soll es in jedem Fall nicht scheitern. Fast alle verfügen über getrennte Sanitär- und Umkleideräume. Ein weiterer Schachzug könnte, so ein Ergebnis der Beratungen, eine stärkere Einbindung der Alterskameraden sein, die im Fall der Fälle im rückwärtigen Bereich helfen könnten und die sich beispielsweise bei der Materialpflege einbringen können. Die Bereitschaft der über 63-Jährigen sei allerdings noch nicht sehr groß. Mit der Gründung von Bambiniwehren könnte sich erst sehr langfristig eine Entspannung in der Aktivenwehr erreichen lassen. Aber besser früh anfangen, als Entwicklungen verschlafen. Und eine frühe- wenn auch nur spielerische - Sensibilisierung für den Brandschutz ist sicher nicht schlecht. Freiwillige Feuerwehren kompakt Im Landkreis Cochem-Zell engagieren sich 2.262 Menschen aktiv in den Freiwilligen Feuerwehren - davon sind 153 Frauen (Stand: 1.11.2017). Der Aufbau von Altersabteilungen ist noch in den Kinderschuhen: erst 163 "Alterskameraden" sind registriert. In sechs Freiwilligen Feuerwehren existiert bereits eine "Bambiniwehr" mit insgesamt 78 »Nachwuchskräften«. In den Jugendfeuerwehren sind rund 700 Jugendliche dabei.  Foto: Pauly


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