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Kein Sommermärchen...

Zoff in der Evangelischen Kirchengemeinde Cochem: Die Gemeindeleitung wird ihre Arbeit mit dem beliebten Jugendpfarrer Maik Sommer nicht fortführen. Das sorgt für Empörung.

In der Evangelischen Kirchengemeinde Cochem herrscht derzeit alles andere, als das, was von der Kanzel sonntags gepredigt wird: Frieden. Grund ist die Trennung vom beliebten Jugendpfarrer Maik Sommer. Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde hat diesem mitgeteilt, dass sie ihn nach Ablauf der Vertragslaufzeit Ende September 2019 nicht weiterbeschäftigen möchte. Ein Schock für Sommer, der die Entscheidung "mit Bestürzung" aufgenommen habe. Angesprochen auf die Personalie zeigt sich die Evangelische Kirchengemeinde recht zugeknöpft. Pfarrer Steffen Tiemann, Vorsitzender des Presbyteriums: "Wir sind dankbar für den langjährigen Dienst, den Maik Sommer für uns verrichtet hat. Zu den Gründen, dass wir den auslaufenden Vertrag nicht verlängern, möchte ich mich nicht äußern." Maik Sommer wird da etwas deutlicher. Im Pfarrbrief "Kreuz&Quer" schreibt er: "Zwei Jahre diverser persönlicher und inhaltlicher Differenzen in der Gemeindeleitung liegen hinter uns." Nach Informationen des WochenSpiegel muss es in den vergangenen Monaten immer wieder zwischen Sommer und den beiden Pfarrern Steffen Tiemann und Dr. Anke Wiedekind zu Diskussionen gekommen sein. Dabei ließ sich Sommer, so Informationen unserer Zeitung, auch nicht von seinen Überzeugungen und Vorstellungen abbringen, was ihm letztlich offenbar den Zorn der Gemeindeleitung "bescherte". Dabei hat Sommer nach Angaben von Gemeindemitgliedern zahlreiche Verdienste erworben, seit er 2004 nach Cochem kam. Das räumt selbst das Presbyterium im Pfarrbrief ein. "Er hat in den zurückliegenden Jahren eine großartige Jugendgemeinde aufgebaut und ist für viele Menschen zum Segen geworden". Umso unverständlicher ist es für zahlreiche Gläubige, dass man Sommer ziehen lässt. Dabei war dem beliebten Jugendpfarrer nach eigener Aussage zugesagt worden, das sein "Stelle bis mindestens 2022 fortgeführt" werden sollte. Für die Evangelische Kirchenleitung steht fest, dass mit Sommer spätestens im September 2019 Schluss sein soll und sie sich bis dahin nach einem neuen Jugendpfarrer umsehen. "Diese Entscheidung hat mich so enttäuscht, dass ich mich entschieden habe, meine Arbeit in Cochem schon jetzt zu beenden. Ab dem 15. August werde ich für die Evangelische Regionalstelle für Kinder- und Jugendarbeit und für pastorale Aufgaben der Evangelischen Kirchengemeinde Vierthäler am Rhein arbeiten", so Maik Sommer gegenüber dem WochenSpiegel. Für viele Gläubige ist das Vorgehen der Evangelischen Kirchengemeinde unverständlich und sie sind sauer. Zahlreiche von ihnen hatten Geld gespendet, damit der Jugendpfarrer Maik Sommer überhaupt beschäftigt werden konnte. Von diesen Geldern sind, so Informationen des WochenSpiegel, immer noch über 100.000 Euro vorhanden. Die Spender wurden bislang nicht informiert, dass der Spendenzweck nun nicht mehr erfüllt werden kann. Für Bernhard Theisen ein Unding. Der Cochemer Rechtsanwalt, selbst Katholik, sitzt bei der Evangelischen Kirche im Ausschuss für "Theologie und Gottesdienst" und ist empört: "Hier wird ein Machtkampf mit schäbigen Mitteln auf dem Rücken einer jungen Familie ausgetragen. Ein solches Verhalten der Gemeindeleitung würde man gerade unter Christen nicht erwarten."