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Kommune voranbringen statt Chef zu stellen

CDU Roetgen verzichtet auf Bürgermeisterkandidat

Roetgen. Die einen nennen es mutig, andere konsequent und wieder andere sprechen von einer Katastrophe. Auf ein geteiltes Echo stößt die Ankündigung der Roetgener CDU, keinen eigenen Kandidaten ins Rennen um das Bürgermeisteramt zu schicken.

»Wir haben einen erfahrenen Fachmann und ortsgebundenen Sympathieträger gesucht, aber keinen gefunden«, gesteht der CDU-Vorsitzende Stephan Speitkamp ein.

Daher setze man im Wahlkampf verstärkt auf Themen, die man in der Vergangenheit mit Bürgermeister Jorma Klauss erarbeitet habe und es auch in Zukunft werde. In Kooperation mit der SPD (und der FDP) wolle man das Gewerbegebiet erweitern, den Busbahnhof umsetzen und den Bürgersaal noch stärker nutzen. »Wir betreiben keinen aktiven Wahlkampf für den SPD-Kandidaten, aber er ist sicherlich der bessere Mann als wenn es jemand von UWG oder Grünen wird«, unterstreicht der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Seidel.

Borning kandidiert für Städteregion

Roetgener Interessen soll auch nach der Kommunalwahl weiter Ronald Borning im Aachener Städteregionstag vertreten. Das politische CDU-Urgestein stößt auf offene Ohren, wenn es etwa um Tourismusförderung wie einen Ringbus zwischen Monschau, Eupen, Raeren und Roetgen geht. Mit einem einstimmigen Votum wurde er als Direktkandidat aufgestellt.

Kandidat noch ohne Wahlkreis

Einziges Manko ist jedoch, dass der Wahlkreis noch nicht feststeht. Die Gemeinde Roetgen ist alleine zu klein und wenn Borning auch einen Ort aus dem Aachener Süden wie etwa Walheim vertreten will, dann muss er die CDUler dort noch von sich überzeugen. Aufstellungsversammlung ist nämlich erst im April. »Wir brauchen einen direkten Fürsprecher für unsere Gemeinde - das Signal ist gesetzt«, erklärt Speitkamp.

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Kommentar von Volker Kirchhoff
Die CDU arbeitet weiter an der Abschaffung der Demokratie - wie sie selbst zugeben, aufgrund von Kompetenz- und Sympathiemangel ... Das fordert m.E. die Bürger heraus, bei der nächsten Kommunalwahl noch einmal genau zu überlegen, wer für Basisdemokratie und wirkliche Bürgervertretung steht, und wem es nur um Parteipolitik und den eigenen Status Quo geht. Nach den letzten Schlappen will man wohl eine noch desaströsere Blamage verhindern.