Kalender für Mädchen im Kreis Euskirchen

Euskirchen. Tipps für Schule, Beruf und Lebenplanung finden sich in dem Kalender für junge Mädchen , der nun in den Schulen des Kreises verteilt wird. Bei der Erstellung geholfen haben Schüler und Auszubildende des Thomas-Eßer-Berufskollegs.

Es ist ein breites Themenspektrum, dass der Mädchenkalender abdeckt, der dieser Tage in Schulen des Kreises verteilt wird. Erstellt wurde das Heft von einer Arbeitsgruppe aus dem Thomas-Eßer-Berufskolleg gemeinsam mit dem Kommunalen Bildungs- und Integrationszentrum. Darin finden sich unter anderem Interviews mit jungen Frauen, die in Berufen tätig sind, die eher Männern zugesprochen werden. Dazu gehört zum Beispiel die Dachdeckermeisterin Anna Lenzen, die dabei ist, den Betrieb ihres Vaters zu übernehmen. Eigentlich, so erzählt sie, habe sie eine kaufmännische Ausbildung absolviert. Aber ihr Ziel sei es gewesen, nicht Arbeitnehmerin zu sein, sondern einen eigenen Betrieb zu haben. Schließlich kam ihr die Idee, im Betrieb ihres Vaters mitzuarbeiten und dort die Nachfolge anzutreten. »Das macht seit dem ersten Tag superviel Spaß«, erzählt die junge Frau. Nach ihrer Ausbildung machte sie direkt ihren Meister und ist nun auf dem besten Wege, die Zügel in die Hand zu nehmen. Probleme mit der Akzeptanz hat sie nicht: »Die ist auf dem Bau super.«

Frauen machen gute Erfahrungen in Männerberufen

Auch Fenja Bloch und Juliane Huppertz kommen im Kalender zu Wort. Die beiden arbeiten aktuell im ersten Lehrjahr ebenfalls in »Männerberufen«.
Auch ihre Erfahrungen zeigen, dass junge Frauen diesen Weg auf jeden Fall gehen können. »Man muss das einfach durchziehen«, rät Juliane Huppertz.
Ein großes Thema ist auch der Bereich Integration. Vier Mädchen aus der internationalen Förderklasse des Thomas-Eßer-Berufskollegs haben am Kalender mitgearbeitet und ihre Eindrücke einfließen lassen. »Wir wollen, dass deutsche Mädchen auch sehen, womit sich die Zugewanderten beschäftigen«, erklärt Christina Marx vom KoBiz.

Auch die Integration wird im Kalender des Kreises Euskirchen thematisiert

So haben die Mädchen sich auch gewünscht, dass das Thema Zwangsheirat im Kalender behandelt wird und eine Kontaktstelle darin auftaucht, die Mädchen und Frauen unterstützt, die Diskriminierung erfahren und gegen ihren Willen verheiratet werden sollen.
In dem Kalender finden sich noch viele weitere Themen von der Berufsberatung über die Frauenberatungsstelle bis hin zur Lebensplanung. 2000 Exemplare wurden gedruckt. Die werden nun an allen weiterführenden Schulen des Kreises Euskirchen verteilt. Sie richten sich vor allem an Mädchen der Klassen neun und zehn.
Finanziert wurde der Kalender mithilfe von Sponsoren. So steuerten der Lions Club, die Kreissparkasse Euskirchen und der Verein »Viele« Spenden bei, die die Umsetzung ermöglichten.

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