Klaffende Lücke vorerst geschlossen

Zweigeteiltes Satzvey zumindest notdürftig wieder vereint

Satzvey. Ohrenbetäubend ist das Geräusch der Diamantfräsmaschine während sie sich in den Asphalt der Hauptdurchgangsstraße in Satzvey frisst. Anwohner und Nachbarn wohnen dem Ereignis zahlreich bei. Gerade wird eine Ersatzbrücke für die Gartzemer Straße installiert, damit wenigstens Fußgänger den Veybach queren und die einst für 40-Tonner zugelassene Hauptstraße wieder nutzen können.

„Die zwei Hälften sind wieder verbunden“, freut sich auch Satzveyer Heiko Kronenberg aufatmend, der mit Frederico Gabath die Justier-Arbeiten vom Rande aus beobachtet, während das stählerne Bauwerk zentimetergenau eingesetzt wird. Es ist zwar kein adäquater aber dennoch wichtiger Ersatz in Notzeiten, da die Brücke an der L11, hinter den Bahngleisen der Eifelstrecke in Satzvey, in der Flutnacht zum 15. Juli vollständig zerstört wurde. Sie war unter dem Druck der Wassermassen zusammengebrochen und wesentliche Teile weggeschwemmt worden.

Klaffende Lücke

Die klaffende Lücke traf das Dorf bis ins Mark, denn sie trennte den Ort in zwei Teile. Für Ortsbürgermeisterin Heike Waßenhoven und viele Menschen im Ort gilt nun die schnelle Ersatz-Maßnahme als kleiner Hoffnungsschimmer nach schlimmer Flutlage im beschaulichen rund 1.120-Seelen-Ort. „Tot“, sagt Thomas Hambach, Erster Beigeordneter der Stadt Mechernich, sei der Hauptverbindungsweg bis Tag 9 der Flutkatastrophe gewesen. Nur einen kleinen privaten Überweg auf dem Gelände von Burg Satzvey habe man bislang nutzen können, um über den Veybach zu gelangen. Zugänglich war dieser Notweg allerdings nur mit großen Umwegen. Wer Schweres zu schleppen hatte, machte sich erst gar nicht auf, was gegenseitige Hilfsaktionen natürlich deutlich erschwerte.

Von Nord nach Süd

Thomas Hambach betont: „Das ist jetzt die erste und einzige Möglichkeit wieder halbwegs vernünftig von Nord nach Süd zu kommen. Sie lässt die Bürger wieder näher zusammenrücken. Wir sind froh, dass der Landesbetrieb straßen.nrw auf unsere dringende Bitten hin die Maßnahme so schnell und engagiert angepackt hat.“ Schwere Betonklötze geben dem Provisorium von unten Halt und festigen die Position, in der die Brücke eingepasst ist.

Glück im Unglück

Glück im Unglück ist, dass ein Ersatz überhaupt greifbar war. „Die Fußgängerbrücke stand ursprünglich weiter bachabwärts und wurde ebenfalls im Unwetter weggerissen. Sie lag unbeschadet im Bachbett und konnte so wiederverwendet werden. Der Landesbetrieb strassen.nrw hat die Firma Scheiff beauftragt, sie an der Stelle raus zu holen. Wir haben sie städtischerseits natürlich gerne zur Verfügung gestellt.“ An der L11-Lücke waren zuvor Reste der früheren Straßenbrücke aus dem Bachbett entfernt und die Abmessungen angepasst worden. Thomas Hambach berichtet, dass ebenso an einer weiteren Lösung gearbeitet wird: „Parallel war auch das THW vor Ort. Auch die haben vermessen und Daten aufgenommen. Denn es gibt überregional eine gewisse Anzahl von Notbrücken, ob eine davon eventuell hier in Satzvey genutzt werden könnte, wird aktuell geprüft.“

Immens wichtig

Angesichts der neuen Fußgängerbrücke freut sich Heike Waßenhoven aber schon riesig über das Erreichte: „Die Verbindung für das Gewerbegebiet Am Billig und die Anwohner der Veybachstraße ist immens wichtig, damit alle wieder Kontakt zum restlichen Ort haben. Wir sind glücklich, dass wir wieder auf die andere Seite und alle miteinander versorgen können.“ Sie verteilt großes Lob an alle Beteiligten, wie strassen.nrw, Stadtverwaltung rund um Thomas Hambach, Bagger- und Bauarbeiter, die dafür gesorgt haben, dass die Hauruckaktion erfolgreich verlaufen ist. So wird weiter Schritt für Schritt der Wiederaufbau zur Normalität angegangen. In den kommenden Tagen sollen außerdem sogenannte Spülbohrungen erfolgen, um auch das von der Gasversorgung abgeschnittene Gewerbegebiet sowie die davon ebenfalls betroffenen Haushalte südlich der Bahngleise wieder an das Netz anschließen zu können. red/pp/Agentur ProfiPress

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