

Das Lokalradio eifel.radio hat sein Sendernetz in der Eifel erweitert. Seit Mittwoch, 7. Oktober, ist das Programm im Prümer Stadtgebiet auf der UKW-Frequenz 91,9 MHz zu empfangen. Die Antenne befindet sich auf einem Mast an der Stadtwaldsiedlung, auf einem Grundstück der Eifelstolz Grundbesitz GmbH. Nach dem Nürburgring (87,7 MHz) und Daun (92,2 MHz) ist Prüm der dritte Sendestandort.
Das Programm umfasst Musik, Veranstaltungstipps und Unterhaltung aus der Region. Lokale Nachrichten sollen schrittweise ausgebaut werden. Außerhalb der UKW-Sendegebiete ist eifel.radio über www.eifel.radio zu hören.
Betrieben wird eifel.radio von der Milling Broadcast Services GmbH aus Nettersheim. Der Sender ist Teil eines Rundfunkversuchs der Medienanstalt Rheinland-Pfalz. Untersucht wird, wie sich ein Hörfunkprogramm mithilfe einer Cloud-Lösung dezentral produzieren und verbreiten lässt. Nach Angaben des Betreibers könnten die reinen Betriebskosten dadurch um bis zu 75 Prozent sinken.
Dabei kommt auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Sie übernimmt die automatische Vertonung von Wetter-, Verkehrs- und Warnmeldungen sowie Teile der Moderation. Musikauswahl, Recherche, Faktenchecks und die Berichterstattung vor Ort bleiben dagegen in menschlicher Verantwortung.
„Eine KI kann eine Unwetterwarnung in Sekunden sprechen, aber sie wird nie beim Dorffest am Mikrofon stehen oder den Gemeinderat besuchen“, sagt Christian Milling von der Betreibergesellschaft.
Mit dem Standort Prüm verfolgt der Rundfunkversuch ein weiteres Ziel: Ab 2027 soll getestet werden, wie ein lokaler Radiosender durch Solarenergie und eine ausfallsichere Programmzuführung auch bei einem Stromausfall weiterbetrieben werden kann.
Hintergrund sind unter anderem die Erfahrungen aus der Flutkatastrophe 2021. Das Team hinter eifel.radio hatte damals mit dem Ahrtalradio von September 2021 bis Januar 2022 Informationen für die betroffene Region bereitgestellt.
„Prüm ist für uns ein besonderer Standort. Hier testen wir ab 2027, wie ein lokaler Sender auch dann weitersendet, wenn das Stromnetz ausfällt. Das ist für die Eifel mit ihren langen Wegen und ihrer Hochwassererfahrung keine Theorie“, erklärt Milling.


