

Stefan Wagner und Christine Cartus stecken bereits mitten in den Vorbereitungen für ein Konzert, bei dem aus mehreren Orchestern ein gemeinsamer Klangkörper werden soll.
Seit fast fünf Jahren gibt es die Orchestergemeinschaft »Musikfreunde Altrich-Wengerohr«. Entstanden ist sie aus dem Zusammenschluss der Musikvereine Altrich und Wengerohr.In diesem Jahr gibt es gleich doppelten Grund zum Feiern: Als Teil dieser Gemeinschaft kann der Musikverein Wengerohr sein 100-jähriges Bestehen begehen. Zum Jubiläum soll es allerdings kein gewöhnliches Konzert sein. Unter dem Titel »Winterzauber Grenzenlos« wächst die Orchestergemeinschaft noch einmal über sich hinaus.
Vier Orchester, zwei Länder, ein Klangkörper
Die Geschichte beginnt 2024. Christine Cartus, Vorsitzende des Musikvereins Wengerohr, überlegt, wie sich das Jubiläum musikalisch besonders feiern lässt: »Dann kam unser Dirigent Marcel Richards mit einem ungewöhnlichen Vorschlag. Denn er dirigiert nicht nur uns, sondern auch die Musikvereine Mettendorf und Vianden. Warum also nicht die Orchester zusammenführen?« Die Idee wird in einer WhatsApp-Gruppe weitergesponnen – und schnell steht fest: Das wird gemacht.
Was daraus entstanden ist, ist auch für erfahrene Blasmusiker etwas Besonderes. Bei Freundschaftskonzerten spielen die Vereine normalerweise nacheinander. Diesmal sitzen alle gemeinsam auf der Bühne. Musiker aus Altrich und Wengerohr, Mettendorf und dem luxemburgischen Vianden werden zu einem großen sinfonischen Blasorchester. »Das ist auch für jeden einzelnen vom Klangerlebnis her etwas ganz Besonderes«, sagt Stefan Wagner, Vorsitzender des Musikvereins Altrich.
Bis dahin wartet allerdings noch einiges an Arbeit. Seit Juli bereiten die einzelnen Vereine das Programm vor. Die erste gemeinsame Probe findet am 5. September statt, insgesamt bleiben gerade einmal drei gemeinsame Proben. »Das ist schon sehr sportlich«, sagt Wagner. Denn aus mehreren eingespielten Orchestern soll in kurzer Zeit ein gemeinsamer Klangkörper werden – mit gemeinsamer Dynamik und musikalischem Verständnis.
Musik verbindet über Grenzen hinweg
Auch logistisch ist das Projekt eine Herausforderung: Geprobt und konzertiert wird in Altrich, Wengerohr, Mettendorf, Vianden und Wittlich. Busse bringen die Musiker zu den jeweiligen Terminen, beim Konzert im Eventum müssen unter anderem Bühne und Bestuhlung organisiert werden. Vieles übernehmen die Vereine selbst, um die Kosten
im Blick zu halten. Zum Herzstück des musikalischen Großprojektes gehört natürlich auch der völkerverständigende Gedanke. Musiker aus verschiedenen Regionen und zwei Ländern lernen sich kennen und erleben, was über Grenzen hinweg entstehen kann. »Im besten Fall neue Freundschaften und neue Geschichten«, sagt Wagner. Der europäische Gedanke ist deshalb ein wichtiger Teil des Projekts, das auch aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert wird.
Musikalisch reicht das Programm von anspruchsvoll bis unterhaltsam. Im ersten Teil steht mit »Compostella« ein Werk über eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg im Mittelpunkt. Danach wird es leichter – unter anderem mit Billy Joels »Piano Man« und »Christmas on Broadway«. Mehrere Solisten kommen aus den eigenen Reihen. Am 27. November steht das große Orchester erstmals gemeinsam im Eventum Wittlich auf der Bühne – als musikalischer Höhepunkt zum 100. Geburtstag des Musikvereins Wengerohr. Konzerte in Mettendorf und Vianden folgen. Konzertbesucher können sich an drei Abenden auf »Winterzauber Grenzenlos« freuen und erleben, wie aus vielen einzelnen Stimmen – über Vereins-, Orts- und Ländergrenzen hinweg – ein gemeinsamer Klang entsteht.
Konzerttermine:
27. November: Wittlich
28. November: Mettendorf
12. Dezember: Vianden
Tickets: www.ticket-regional.de




