Julia Borsch

Hochwasserschutz an der Kyll: Sechs Kommunen starten gemeinsamen Aktionsplan

Region. Die Hochwasserereignisse von 2021 sind der Ausgangspunkt für das Projekt. Im Fokus stehen naturnahe Maßnahmen, gezielter Wasserrückhalt und die Einbindung der Landwirtschaft.

Bei der Auftaktveranstaltung in der Kreisverwaltung Trier-Saarburg wurde das weitere Vorgehen für den Aktionsplan Kyll vorgestellt. Ziel ist es, durch naturnahe Maßnahmen und eine abgestimmte Gewässerunterhaltung die Hochwasservorsorge entlang der Kyll zu verbessern.

Bei der Auftaktveranstaltung in der Kreisverwaltung Trier-Saarburg wurde das weitere Vorgehen für den Aktionsplan Kyll vorgestellt. Ziel ist es, durch naturnahe Maßnahmen und eine abgestimmte Gewässerunterhaltung die Hochwasservorsorge entlang der Kyll zu verbessern.

Bild: Katrin Gelderblom/Astakus GmbH

Wie lässt sich das Hochwasserrisiko entlang der Kyll langfristig verringern? Mit dieser Frage beschäftigt sich der neue „Aktionsplan zur hochwasservorsorgenden Gewässerunterhaltung und -entwicklung an der Kyll“. Die Auftaktveranstaltung fand dazu Ende Oktober in der Kreisverwaltung Trier-Saarburg statt. Beteiligt sind sechs Kommunen aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz: Eifelkreis Bitburg-Prüm, Landkreis Trier-Saarburg, Stadt Trier, Vulkaneifelkreis, Kreis Euskirchen und der Zweckverband Kronenburger See. Die Projektleitung und Koordination übernimmt die Kreisverwaltung Trier-Saarburg.

Hintergrund sind die Hochwasserereignisse vom Juli 2021. Bereits im April 2025 hatten die beteiligten Kommunen, darunter der Eifelkreis Bitburg-Prüm, eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Ziel ist es, die Hochwasservorsorge über kommunale Grenzen hinweg abzustimmen und dabei insbesondere auf naturnahe Maßnahmen zu setzen.


Hochwasserschutz entlang der gesamten Kyll

Die Kyll entspringt im Zitterwald bei Losheimergraben in Nordrhein-Westfalen. Von dort fließt sie durch den Kronenburger See, den Vulkaneifelkreis, den Eifelkreis Bitburg-Prüm und den Landkreis Trier-Saarburg, bevor sie in Trier-Ehrang in die Mosel mündet. Der Fluss ist 127,6 Kilometer lang und verfügt über ein Einzugsgebiet von rund 85.000 Hektar. Etwa 91 Prozent seiner Fließstrecke liegen in Rheinland-Pfalz.


Naturnahe Maßnahmen sollen Wasser zurückhalten

Im Mittelpunkt des Aktionsplans stehen ein gezielter Wasserrückhalt und eine angepasste Gewässerunterhaltung. Gleichzeitig sollen die Anforderungen des Naturschutzes gemäß der europäischen Wasserrahmenrichtlinie berücksichtigt werden.

Untersucht werden insbesondere Hochwasserszenarien, die statistisch einmal in zehn beziehungsweise einmal in 100 Jahren auftreten.

Das beauftragte Ingenieurbüro Stowasserplan GmbH & Co. KG soll für einzelne Gewässerabschnitte geeignete Maßnahmen entwickeln und konkrete Empfehlungen für deren Umsetzung erarbeiten. Vorgesehen sind überwiegend naturnahe und ingenieurbiologische Lösungen. Technische Eingriffe sollen ergänzend dort eingesetzt werden, wo diese nicht ausreichen.


Landwirtschaft und Bevölkerung werden einbezogen

Bei der Auftaktveranstaltung stellte Projektleiter Dr. Thomas Iserloh von der Kreisverwaltung Trier-Saarburg die Hintergründe des Vorhabens vor. Dr.-Ing. Andreas Stowasser erläuterte anhand von Praxisbeispielen Möglichkeiten des naturnahen Hochwasserschutzes. Dipl.-Ing. Katrin Dachsel stellte die geplante Vorgehensweise und den Zeitplan vor.

Eine wichtige Rolle spielt die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Frank Wagener vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IFAS) erläuterte die Bedeutung der Einbindung von Landwirten, die Flächen entlang der Kyll bewirtschaften.

Auch die Bevölkerung soll in die Entwicklung des Konzepts einbezogen werden. Geplant sind unter anderem Bürgerforen, Exkursionen, eine Wanderausstellung und Informationsmaterialien. Die begleitende Öffentlichkeitsarbeit übernimmt Katrin Gelderblom von der Astakus GmbH.

Zum Abschluss der Auftaktveranstaltung tauschten sich die Teilnehmenden in Kleingruppen über Ziele, Wünsche und mögliche Maßnahmen aus. Die Ergebnisse sollen in die Ausarbeitung des Gesamtkonzepts einfließen.

Der Aktionsplan ist im Oktober 2026 gestartet und auf eine Laufzeit von 18 Monaten ausgelegt.