

Wie lässt sich das Hochwasserrisiko entlang der Kyll langfristig verringern? Mit dieser Frage beschäftigt sich der neue „Aktionsplan zur hochwasservorsorgenden Gewässerunterhaltung und -entwicklung an der Kyll“. Die Auftaktveranstaltung fand dazu Ende Oktober in der Kreisverwaltung Trier-Saarburg statt. Beteiligt sind sechs Kommunen aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz: Eifelkreis Bitburg-Prüm, Landkreis Trier-Saarburg, Stadt Trier, Vulkaneifelkreis, Kreis Euskirchen und der Zweckverband Kronenburger See. Die Projektleitung und Koordination übernimmt die Kreisverwaltung Trier-Saarburg.
Hintergrund sind die Hochwasserereignisse vom Juli 2021. Bereits im April 2025 hatten die beteiligten Kommunen, darunter der Eifelkreis Bitburg-Prüm, eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Ziel ist es, die Hochwasservorsorge über kommunale Grenzen hinweg abzustimmen und dabei insbesondere auf naturnahe Maßnahmen zu setzen.
Im Mittelpunkt des Aktionsplans stehen ein gezielter Wasserrückhalt und eine angepasste Gewässerunterhaltung. Gleichzeitig sollen die Anforderungen des Naturschutzes gemäß der europäischen Wasserrahmenrichtlinie berücksichtigt werden.
Untersucht werden insbesondere Hochwasserszenarien, die statistisch einmal in zehn beziehungsweise einmal in 100 Jahren auftreten.
Das beauftragte Ingenieurbüro Stowasserplan GmbH & Co. KG soll für einzelne Gewässerabschnitte geeignete Maßnahmen entwickeln und konkrete Empfehlungen für deren Umsetzung erarbeiten. Vorgesehen sind überwiegend naturnahe und ingenieurbiologische Lösungen. Technische Eingriffe sollen ergänzend dort eingesetzt werden, wo diese nicht ausreichen.
Bei der Auftaktveranstaltung stellte Projektleiter Dr. Thomas Iserloh von der Kreisverwaltung Trier-Saarburg die Hintergründe des Vorhabens vor. Dr.-Ing. Andreas Stowasser erläuterte anhand von Praxisbeispielen Möglichkeiten des naturnahen Hochwasserschutzes. Dipl.-Ing. Katrin Dachsel stellte die geplante Vorgehensweise und den Zeitplan vor.
Eine wichtige Rolle spielt die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Frank Wagener vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IFAS) erläuterte die Bedeutung der Einbindung von Landwirten, die Flächen entlang der Kyll bewirtschaften.
Auch die Bevölkerung soll in die Entwicklung des Konzepts einbezogen werden. Geplant sind unter anderem Bürgerforen, Exkursionen, eine Wanderausstellung und Informationsmaterialien. Die begleitende Öffentlichkeitsarbeit übernimmt Katrin Gelderblom von der Astakus GmbH.
Zum Abschluss der Auftaktveranstaltung tauschten sich die Teilnehmenden in Kleingruppen über Ziele, Wünsche und mögliche Maßnahmen aus. Die Ergebnisse sollen in die Ausarbeitung des Gesamtkonzepts einfließen.
Der Aktionsplan ist im Oktober 2026 gestartet und auf eine Laufzeit von 18 Monaten ausgelegt.




