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Edith Billigmann

Immer höher, hoch hinaus

Trier. (edi) In Deutschland führend, im Raum Saar-Lor-Lux die Nummer 1: Das Trierer Familienunternehmen »Steil Kranarbeiten« feiert stolze 100 Jahre.
"Steil Kranarbeiten" feiert 100-Jähriges. Seit 1989 leitet Birgit Steil (Mitte) das Unternehmen, seit 2022 mit ihren Söhnen Christopher Steil (links) und Daniel Gödert (rechts) in der Geschäftsführung.

"Steil Kranarbeiten" feiert 100-Jähriges. Seit 1989 leitet Birgit Steil (Mitte) das Unternehmen, seit 2022 mit ihren Söhnen Christopher Steil (links) und Daniel Gödert (rechts) in der Geschäftsführung.

Bild: ensch-media

Kurz & bündig

  • "Steil Kranarbeiten" bleibt in Familienhand
  • Die besondere Geschichte - wie alles begann
  • 1924 - die Geburtsstunde der Firma
  • Die Nr. 1 in Saar-Lor-Lux

 

Und es bleibt weiter in Familienhand. Seit 1989 leitet Birgit Steil das Unternehmen als alleinige Gesellschafterin. Dass sie wie ihr Vater noch mit 83 Jahren jeden Tag der Firma ihre Aufwartung macht, hält sie für ausgeschlossen. »Ich mache das seit 35 Jahren und jeden Tag gerne«, sagt die selbstbewusste Frau, die von sich behauptet, auch loslassen zu können. Vor zwei Jahren hat sie ihre Söhne Daniel und Christopher als Geschäftsführer mit in die Verantwortung genommen.

 

Wie alles begann...

Nach Abschluss des zweiten Staatsexamens an der Trierer Universität hatte ihr Onkel ihr in Angebot gemacht, das sie nicht ablehnen konnte, wenn sie die Firma nicht in fremden Händen sehen wollte. »Mit einigen Millionen D-Mark war ich dann mit 29 Jahren hochverschuldete Unternehmerin«, erzählt sie im Gespräch mit dem WochenSpiegel. »Ich kannte das Potenzial des Unternehmens und hatte großes Vertrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeiter«, begründet sie das damalige Kaufwagnis.

 

Eine bewegte Geschichte

Doch zurück zu den Anfängen. Michael Steil ist der Mann, auf den die Geburtsstunde der Firma im Jahr 1924 zurückgeht. Sein Spezialgebiet: Bau und Reparatur von Dampfkesseln. Zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges übergibt er das Unternehmen an seine fünf Söhne, unter denen Birgits Vater Heinrich Steil durch seine ungewöhnlichen Ideen und seinen Erfindergeist besonders hervorsticht. Weil der Fahrzeugbau nur wenig Gewinn abwirft, verabschieden sich die neuen Firmeninhaber von diesem Geschäftszweig und konzentrieren sich auf den Bereich des Abschleppdienstes. Den Grundstock dafür bildet ein alter amerikanischer Lkw, an den Heinrich eine Seilwinde montiert, um damit liegengebliebene Militärfahrzeuge der Franzosen und Amerikaner abzuschleppen. Schon 1960 erfolgt der Firmenumzug in die eigene Immobilie in der Loebstraße.

 

Die Nr. 1 in Saar-Lor-Lux

Es folgen Niederlassungen in Wittlich und Luxemburg. Als Birgit Steil 1989 das Unternehmen übernimmt, zählen zum Bestand neun Krane, drei Lkw und 20 Beschäftigte. Mit Karl Trippel als neuem Mitarbeiter in der technischen Leitung und späterem Lebensgefährten erhält sie die Unterstützung, die sie braucht, um das Unternehmen neu auszurichten. 1997 verschafft sie sich neben dem regionalen Geschäft mit der Errichtung von Windenergie-anlagen in Deutschland und dem benachbarten Ausland ein zweites Standbein. 1998 erfolgt der Umzug in die eigene Immobilie im Trierer Hafen. Heute zählt das Unternehmen mit 110 Kranen, 300 Beschäftigten und sieben Stützpunkten zu den 10 größten Krandienstleistern Deutschlands. Im Raum Saar-Lor-Lux ist es die Nummer 1. Die Taktikerin Birgit Steils große Stärke ist ihre Disziplin und Strukturiertheit. Das Unternehmen auf zwei Standbeine zu stellen und dadurch in Krisenzeiten abzusichern, hatte für sie von Anfang an Priorität. Das sollte sich 2018 auszahlen, als der Bereich Windkraft zu schwächeln begann und Ausschreibungen aufgrund der unklaren Rechtslage ausblieben. »Wir konnten die Umsatzausfälle durch das regionale Geschäft kompensieren«, so Steil, die die Entwicklung aber auch vice versa erlebte. Denn als in der Corona-Zeit die Aufträge wegbrachen, lief die Windkraft wieder an, weil ausländischen Firmen die Einreise aufgrund des Infektionsschutzgesetzes untersagt war. »Da waren wir wieder am Start.«

 

=> Das ausführliche Portrait ist erstmals erschienen in unserem Lifestylemagazin "eff.", Ausgabe Herbst/Winter 2022:

https://www.wochenspiegellive.de/eff/artikel/taeglich-hoch-hinaus

 

 


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