Frederik Scholl

»Jede Straftat ist eine zu viel«

Kreis (FS). Die Zahl der Straftaten im Kreis Euskirchen ist zwar im vergangenen Jahr erneut leicht angestiegen. Dennoch ist der Kreis nach wie vor einer der sichersten in ganz Nordrhein-Westfalen.
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Gemeinsam mit Harald Mertens (li., Abteilungsleiter Kreispolizeibehörde), Landrat  Markus Ramers (2.v.li.) und Uwe Fährmann (re., Leiter Führungsstelle Kriminalität) stellte Friedhelm Weimann (2.v.re., stellvertretender Leiter der Direktion Kriminalität) die Kriminalstatistik für das Jahr 2021 vor.

Gemeinsam mit Harald Mertens (li., Abteilungsleiter Kreispolizeibehörde), Landrat Markus Ramers (2.v.li.) und Uwe Fährmann (re., Leiter Führungsstelle Kriminalität) stellte Friedhelm Weimann (2.v.re., stellvertretender Leiter der Direktion Kriminalität) die Kriminalstatistik für das Jahr 2021 vor.

Foto: Scholl

»Der Kreis Euskirchen zählt immer noch zu den sichersten Kreisen des Landes«, betonte Landrat Markus Ramers kürzlich bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik. »Dennoch ist jede Straftat eine zu viel. Kriminelles Handeln nehmen wir nicht hin«, ergänzte der Behördenleiter auch in Sinne der 75 Mitarbeiter der Kriminalpolizei, die in vielen Stunden der Ermittlungen zur Aufklärung von Straftaten beitrügen.
Insgesamt zählte die Kriminalpolizei 9.604 Straftaten im Jahr 2021, das sind 103 (1,08 Prozent) mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote sank leicht um 0,54 Prozent auf 57,61 Prozent. Einen deutlichen Rückgang gab es 2021 bei Diebstahldelikten (2.737 / -227 Fälle / -7,66 Prozent). Die Fälle von einfachem Diebstahl gingen um 138 (-8,48 Prozent auf 1.489 zurück. Fälle von schwerem Diebstahl (1.248) gab es 89 weniger (-6,66 Prozent). Ein Grund für den Rückgang, insbesondere beim Ladendiebstahl könnten laut Harald Mertens, Abteilungsleiter der Kreispolizeibehörde, auch die Nachwirkungen des Hochwassers gewesen sein, da viele Geschäfte einfach durch die Flut zerstört worden seien. Auf der anderen Seite habe es im Juli eine geringe Steigerung der Fälle von Diebstahl gegeben, die danach wieder abfiel. Besonders verwerflich sei jedoch gewesen, dass offenbar mehrere Fluthelfer bestohlen worden seien, so Mertens. Zu einem Anstieg ist es Laut Polizei auch im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte gekommen (2.082 / +131 Fälle /+6,71 Prozent. »Bei den Fälschungsdelikten beobachten wir bereits seit mehreren Jahren einen Anstieg«, erklärte Friedhelm Weimann, stellvertretender Leiter der Direktion Kriminalität. Einen Teil dieser Delikte machten auch gefälschte Impfausweise aus. 25 Anzeigen hätte es in diesem Bereich zwischen November und Jahresende 2021 gegeben.

Was auf »Halde« lag, wird abgearbeitet

Während die Zahl der Körperverletzungsdelikte nur leicht auf 1.120 Fälle (+2 / + 0,18 Prozent) anstieg, ist die Zahl der Sexualdelikte deutlich angestiegen (256 / + 88 Fälle / + 52,38 Prozent). Dies sei laut Friedhelm Weimann auch auf einen extremen Anstieg von Delikten im Bereich Kinderpornografie (97 Fälle /+ 67 / + 223,33 Prozent) zurückzuführen. Diese Zahl bedeute jedoch nicht, dass es 2021 mehr Fälle gab, sondern habe arbeitstechnische Gründe, erklärte Weimann. Grund sei eine geänderte Verfahrensweise bei Verdachtsfällen. Bisher meldete die US-Behörde NCMEC die Delikte zur Bearbeitung an das Bundeskriminalamt. Da es dort jedoch zu einem Rückstau kam, werden die Fälle jetzt durch die Landeskriminalämter bearbeitet. »Alles, was beim BKA auf Halde lag, wird jetzt abgearbeitet«, erklärt Weimann den Anstieg. Angestiegen ist auch die Zahl der Fälle von Häuslicher Gewalt (249 / +38 / + 18,01 Prozent). Ein Grund dafür könnte laut Weimann auch die Corona-Pandemie sein. Rückläufig sind die Zahlen in den Bereichen Wohnungseinbruch (184/-2/-1,08 Prozent) und Gewaltkriminalität (364/-10/-2,67 Prozent). Die Zahl der Körperverletzungen stieg auf 1.120 (+2/+0,18 Prozent). Auch im Bereich Straßenkriminalität gab es einen Anstieg (1.920/+32/+1,69 Prozent). Insgesamt beschäftigten sechs Tötungsdelikte 2021 die Ermittler. In vier Fällen blieb es beim Versuch.

Straftaten überwiegend im Nordkreis

66,60 Prozent der Straftaten in 2021 fanden im Nordkreis statt, 33, 40 Prozent im Südkreis. An der Spitze der Kommunen steht Euskirchen mit 3991 Straftaten gefolgt von Mechernich (1150) Zülpich (1016), Weilerswist (857), Schleiden (546), Bad Münstereifel (532), Kall (501), Blankenheim (401), Hellenthal (262), Nettersheim (214), Dahlem (134). »Grundsätzlich gilt«, sagte Behördenleiter Markus Ramers, »die Polizei kann nicht überall sein«. Deshalb sei es wichtig, dass die Bevölkerung verdächtige Beobachtungen melde, so der Appell des Landrats.


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