Michael Nielen

Die Expressbrücke von Satzvey

Nach drei Monaten reiner Bauzeit freigegeben - rund 1,4 Millionen Euro investiert
Bilder
Die neue Brücke von der Seite.

Die neue Brücke von der Seite.

Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Satzvey (red/pp). Der Verkehr rollt wieder durch Satzvey. Nach nur drei Monaten reiner Bauzeit konnte das Brückenbauwerk freigegeben werden. »Danke, dass diese Maßnahme so flott umgesetzt wurde«, bedankt sich Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, der sich für die Bürger freut, dass in Planung und Genehmigungsverfahren ein »Schnellgang« eingelegt worden ist. Mit der Brücke werde allerdings auch der Schwerlastverkehr in der engen Ortslage wieder zunehmen. »Da müssen wir gemeinsam gucken, wie man die Belastung für die Bürgerschaft minimieren kann«, sagte er in Richtung Dr. Hendrik Schulte, Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium, und Dr. Petra Beckefeld, Direktorin von Straßen.NRW.
 
Die Brücke wurde in Schnellbauweise errichtet. Sie besitzt einen direkt befahrbaren Oberbau aus Betonfertigteilen. Durch den Einsatz einer höheren Betonfestigkeit sei die Brücke damit nicht nur langlebiger, sie komme sogar ohne zusätzlichen Asphaltaufbau aus. Die Widerlager des Bauwerks sind mit Beton-Bohrpfählen in Tiefengründung hergestellt. Dadurch werde eine Unterspülung der Brückenfundamente zukünftig verhindert, so der Landesbetrieb Straßen.NRW. In der neuen Veybachbrücke wurden demnach 120 Kubikmeter Beton verbaut.
 
Bei der Hochwasserkatastrophe zum 15. Juli war das in den 1930er Jahren errichte Brückenbauwerk zerstört worden. »Ein solches Unglück zeigt immer wieder, was es bedeutet, wenn uns plötzlich etwas fehlt«, stellt Dr. Hendrik Schulte fest. In Satzvey haben sich Nachbarn nicht mehr erreichen können, Wege waren abgeschnitten und ein Dorf über Monate in zwei Teile geteilt. Insgesamt 220 Straßensperrungen habe es NRW-weit gegeben. Hendrik Schulte: »Davon sind 90 Prozent abgearbeitet und wieder freigegeben. Am Rest wird überall noch gearbeitet.«
 
Die Veybachbrücke sei eine von 15 Brücken in Nordrhein-Westfalen, die komplett zerstört und vollständig ersetzt werden mussten. In Satzvey wurden rund 1,4 Millionen Euro investiert. »Wir haben keine Behelfsbrücke, sondern eine Expressbrücke«, betonte Hendrik Schulte. »Wir gehen davon aus, dass die Brücke weitere 100 Jahre hält.«


Meistgelesen