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Software soll Dorfbewohner mobil machen

Der Freilinger Lukas Böhm und der aus Pulheim stammende Felix Peters wollen mit ihrer Idee »mobilesdorf« im Kreis Euskirchen durchstarten. Das Gesamtkonzept aus Beratung, Software und Betreuung soll Kommunen im ländlichen Raum zu Carsharing-Anbietern mit Fokus auf umweltfreundliche Elektrofahrzeuge entwickeln.
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Gemeinsam entwickeln sie das Projekt »mobilesdorf«: Felix Peters (l.) und Lukas Böhm.

Gemeinsam entwickeln sie das Projekt »mobilesdorf«: Felix Peters (l.) und Lukas Böhm.

Die Idee zu »mobilesdorf« entstand im Frühjahr vor vier Jahren: Das Dorf Freilingen, die Heimat des 23-jährigen Lukas Böhm, hat im Rahmen des LEADER-Projektes »E-ifel mobil« für mehrere Monate ein Elektroauto für ein Carsharing-Projekt zur Verfügung gestellt bekommen. »Meine Mutter und Ortsvorsteherin von Freilingen bat mich damals, für die Internetseite unseres Dorfes ein Programm zu entwickeln, die eine vereinfachte Buchung des Fahrzeugs ermöglicht«, erzählt Lukas Böhm. Da dies relativ kurzfristig erfolgen musste, sich der damals 19-Jährige aber zudem auch in der Abiturvorbereitung befand, war die erste Version des Buchungsportals sehr einfach strukturiert. Als dann die ersten Anfragen von Vereinen und Kommunen kamen, die das Buchungsportal für ihre ständigen Carsharing-Angebote übernehmen wollten, wurde die Ursprungsversion völlig überarbeitet, erweitert und den neuen Anforderungen angepasst. »Im Laufe der letzten drei Jahre ist die Webanwendung ständig weiterentwickelt worden und wird laufend den neuen Anforderungen und Bedürfnissen der Kunden angepasst«, erklärt der Entwickler.

Teamarbeit

Dabei unterstützt ihn seit kurzer Zeit auch der 22-jährige Felix Peters. »Nach dem Abitur haben wir beide an der EUFH in Brühl dual Wirtschaftsinformatik studiert, wobei wir die Praxissemester in derselben Firma absolviert haben. Dort haben wir uns kennengelernt«, erzählt Peters. Nach dem Studium haben beide dann beschlossen, das bereits bestehende Projekt »mobilesdorf« gemeinsam weiterzuentwickeln. »Parallel zu unserem Masterstudium an der Universität Köln haben wir nun auch unser eigenes Unternehmen, die evemo UG, gegründet. Damit können wir die Geschäftsidee auch auf lange Sicht umsetzen und optimieren«, erklärt Lukas Böhm. Allerdings dürfen sie bei aller Euphorie die nächste Klausurphase an der Uni nicht aus den Augen verlieren, denn: »Unser Masterstudium steht an erster Stelle, auch wenn die praktische Arbeit unbestritten reizvoller ist«, sind sich die beiden jungen Männer einig.

ÖPNV-Ergänzung

Ziel des Projektes ist es, auch kleineren, ländlichen Kommunen oder Vereinen ein effizientes und wirtschaftliches Carsharing-Modell zu bieten. Lukas Böhm: »Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Elektromobilität, möglichst sogar in Verbindung mit regenerativen Energiequellen, um dem notwendigen und mittlerweile auch geförderten Strukturwandel im Bereich Mobilität Rechnung zu tragen«. Den Vereinen und Kommunen soll ermöglicht werden, selbst zum Carsharing-Anbieter zu werden. »Wir liefern allerdings nur die Software und deren Betreuung. Die Elektroautos selbst vertreiben wir nicht«, ergänzt er. Mit »mobilesdorf« möchten die Unternehmer - wie der Name schon sagt - die junge und alte Bevölkerung auf den Dörfern ansprechen. Für sie sind die städtischen, etablierten Carsharing-Modelle nicht verfügbar. Dabei wären sie eine echte Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr. Im Rahmen der branchenübergreifenden Businessplan-Wettbewerbe »AC² – der Gründungswettbewerb« und »AC² – die Wachstumsinitiative« hat die Jury jeweils zehn Nominierte für die diesjährigen Preise festgelegt. Ihre Projekte präsentierten die Gründer und Unternehmer - darunter auch Felix Peters und Lukas Böhm mit »mobilesdorf« - jetzt dem Gremium. Die jeweils drei erfolgversprechendsten Businesspläne und Wachstumsstrategien aus den beiden Wettbewerben werden am Donnerstag, 1. Juni, ab 18.30 Uhr bei der Prämierungsfeier der Initiative »AC² – Gründung, Wachstum, Innovation 2016/17« im Aachener Rathaus mit Geld- und Sachpreisen ausgezeichnet. »Wir hatten zufällig erfahren, dass für Unternehmensgründer ein spezieller Wettbewerb in der Städteregion Aachen angeboten wird, in dessen Rahmen man bei der Erstellung des geforderten Businessplans fachkundig begleitet wird. Da wir ohnehin die Unternehmensgründung ins Auge gefasst hatten, sahen wir dies als sinnvolle Unterstützung für die Umsetzung unserer Geschäftsidee an«, so die ehrgeizigen Gründer. @ Mehr dazu im Netz: www.ac-quadrat.dewww.mobilesdorf.de