WochenSpiegel-Reporter bei Demos in Hongkong - Mit Video

Globetrotter Schmitt schildert Eindrücke

Kirn Stadt. WochenSpiegel-Reporter und Globetrotter Sebastian Schmitt ist derzeit mit seiner Familie in Hongkong unterwegs und berichtet aus der 7-Millionen-Metropole von den aktuellen Demonstrationen.

 »Gegen 10 Uhr am Sonntag trafen sich im Stadtteil Central immer mehr Jugendliche an Straßenkreuzungen. Sie breiteten ihre Decken auf den Gehwegen aus, sagen und tanzten«, berichtet der 40-Jährige aus Oberhausen bei Kirn. »Viele hatten Essen dabei, veranstalteten ein friedliches Picknick, dabei rückten sie immer weiter auf die Straßen. gegen 14 Uhr wurde die bunte Kleidung bei vielen gegen schwarze getauscht, ruckzuck wurden die Straßenkreuzungen besetzt und der Verkehr in der Innenstadt kam größtenteils zum Erliegen«, beschreibt Schmitt die aufgeheizte Situation.    

Großer Protestmarsch


    Dann bildete sich ein sehr großer Protestmarsch. Quer durch den Stadtteil, vom berühmten Hongkong-Park bis zur zentralen Fährstation. Schwer bewaffnete Polizisten standen bereit, griffen aber erstmal nicht ein. »Geschäftsleute und Auswanderer, mit denen wir uns unterhielten, hatten allesamt die gleiche Meinung, sie stimmten den friedlichen Protesten zu. Aber sie widersprachen den Chaoten, die sich unter die Demonstranten mischten und mit ihrem aggressiven Vorgehen gewaltsame Auseinandersetzungen provozierten und einen Imageschaden für Hongkong verursachten.
    Hintergrund der Demonstrationen ist, dass Menschen in der chinesischen Sonderverwaltungszone mit vielen Freiheiten einen wachsenden Einfluss Chinas sowie Repressionen befürchten. Denn in Hongkong existiert im Gegensatz zu Peking freie Marktwirtschaft und eine hohe innere Autonomie. Die Demonstranten fordern speziell die Rücknahme des Auslieferungsgesetzes, nachdem unliebsame Bürger nach China überstellt werden und mit Repressalien rechnen müssen.

Hohe Strafen


Sebastian Schmitt ist mit seiner Frau Olga und den Zwillingen Mia und Paul (10) im »Duftenden Hafen«, wie Hongkong übersetzt heißt. Er beschreibt die 7-Millionen-Stadt als sehr sauber, es gebe hohe Strafen beim Wegwerfen von Müll oder Rauchen. »Hier sind viele Überwachungskameras und Zivilpolizisten, selbst auf den riesigen Spielplätzen gibt es Sicherheitspersonal. Nächste Station der Schmitts auf ihrer Asienreise ist Bangkok.

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