Simone Wunder

Arbeitslosigkeit steigt saisonbedingt an

Die Agentur für Arbeit legt den Arbeitsmarktbericht für Januar vor. (Symbolfoto)

Die Agentur für Arbeit legt den Arbeitsmarktbericht für Januar vor. (Symbolfoto)

Bild: Agentur für Arbeit

Ahrweiler. Die Zahl der arbeitslosen Menschen im Landkreis Ahrweiler ist zum Jahresende wie erwartet angestiegen: So verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit dort im Dezember 2.956 Frauen und Männer ohne Beschäftigung. Das sind 189 mehr als im November und 183 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt zurzeit bei 4,2 Prozent und damit um 0,3 Punkte über dem Vormonatswert und um 0,2 Punkte über jenem von Dezember 2024.
Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen wurden im Dezember 82 neue Stellen aus dem Landkreis gemeldet, das sind 46 weniger als im November. Im Vorjahr wurden rund 300 Stellen mehr ausgeschrieben, was allerdings daran lag, dass ein einziges Unternehmen mit Sitz in der Region diese bundesweit ausgeschrieben hat – da der Dienstsitz im Kreis ist, werden die Stellen dort verortet. Derzeit liegen der Agentur 731 Stellenangebote aus der Region vor, das sind 384 weniger als vor einem Jahr.
„In den Wintermonaten ist ein Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht ungewöhnlich. Aufgrund des Saisonendes in Gastronomie und Tourismus, sowie die Beendigung des Weihnachtsgeschäfts, steigt der Bestand an arbeitslosen Menschen im Dezember an“, erläutert Thomas Becker, stellvertretender Agenturleiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. „In diesem Jahr fällt der Zuwachs etwas geringer aus als in 2024. Die Witterung kann dabei eine große Rolle spielen. Temperaturabhängige Arbeiten, wie beispielsweise in Garten- oder Straßenbau, können fortgeführt werden. Betriebe können durch den Abbau von Überstunden eventuelle Arbeitsausfälle kompensieren, so dass es zu weniger saisonalen Entlassungen kommt.“
Weitere Entwicklungen bleiben abzuwarten, auch hier sei es maßgeblich vom Wetter abhängig. „Wenn die Temperaturen weiterhin fallen, werden die Zahlen in den kommenden Wochen steigen. Wird es wieder milder, können Gastronomie und Tourismus den Betrieb früher wieder aufnehmen. Das bedeutet, dass hier wieder verstärkt nach Personal gesucht wird“, so Becker.
Nach wie vor wirkt sich die weltwirtschaftliche Situation auch auf den Agenturbezirk aus. Die Konjunktur ist rückläufig, so zögern Unternehmen Personal einzustellen. Hinzu kommt der Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge, der viele Betriebe vor große Herausforderungen bei Nachbesetzung und beruflicher Weiterbildung stellt. Es gilt individuelle Lösungen zu entwickeln und sich auf eine Zukunft vorzubereiten, die täglich Flexibilität und Kreativität erfordert.
„Eine Prognose abzugeben, in welche Richtung sich der Arbeitsmarkt in 2026 bewegt, ist kaum möglich. Man weiß nie sicher, womit wir morgen vielleicht schon konfrontiert werden könnten“, gibt Becker zu bedenken. „Arbeitnehmende und Betriebe haben dennoch die Chance, sich schon heute breiter aufzustellen, um für den Arbeitsmarkt von Morgen gewappnet zu sein. Beispielsweise durch Aus- oder Weiterbildung lassen sich langfristig Arbeitsstellen und Fachkräfte sichern. Die Arbeitsagentur steht jedem zur Seite, der unbeantwortete Fragen zur Jobsuche, beruflichen Neuorientierung, dem Arbeitsmarkt oder Fördermöglichkeiten hat.“
 

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