Michael Nielen

Der A1-Lückenschluss wird digital sichtbar

Euskirchen. Seit Jahrzehnten wird über den Lückenschluss der Autobahn 1 in der Eifel diskutiert, geplant und gestritten. Noch immer fehlen rund 25 Kilometer zwischen Blankenheim und Kelberg. Nun können sich die Menschen selbst ein Bild davon machen, wie die Autobahn künftig durch die Eifel verlaufen soll.
Bis die Lücke der Autobahn 1 zwischen Blankenheim und Kelberg geschlossen ist, wird noch viel Zeit vergehen. Allerdings zeigt ein digitaler Projektatlas, wie die Autobahn dort einmal verlaufen soll.

Bis die Lücke der Autobahn 1 zwischen Blankenheim und Kelberg geschlossen ist, wird noch viel Zeit vergehen. Allerdings zeigt ein digitaler Projektatlas, wie die Autobahn dort einmal verlaufen soll.

Bild: Archivfoto Michael Nielen

Die Autobahn GmbH Rheinland, Außenstelle Euskirchen, hat einen digitalen Projektatlas veröffentlicht, der zunächst den südlichen Abschnitt zwischen Adenau und Kelberg zeigt.

Die interaktive Karte ermöglicht einen detaillierten Blick auf die Planungen. Dabei lässt sich nicht nur der künftige Verlauf der Autobahn nachvollziehen. Mit einer Vergleichsfunktion können die Nutzer auch sehen, wie sich die Landschaft durch den Bau verändern wird.

Zudem enthält der Projektatlas Informationen zu den geplanten ökologischen Ausgleichsmaßnahmen sowie zu Natur-, Vogel- und sogenannten FFH-Schutzgebieten entlang der künftigen Trasse. FFH steht für Fauna-Flora-Habitat und bezeichnet europäische Schutzgebiete für bedrohte Tiere, Pflanzen und Lebensräume.

Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, direkt in der Karte Fragen zu stellen. Diese können an der jeweiligen Stelle der geplanten Autobahn platziert werden. Auch bereits eingegangene Fragen und die dazugehörigen Antworten sind dort abrufbar.

»Mit dem Projektatlas machen wir die Planungen zum A1-Lückenschluss für alle Interessierten digital und leicht zugänglich«, erklärt Athanasios Mpasios, Leiter der Außenstelle Euskirchen der Autobahn GmbH Rheinland und Projektleiter des A1-Lückenschlusses. Ziel sei es, das komplexe Infrastrukturprojekt verständlich aufzubereiten und Transparenz über die einzelnen Planungsschritte zu schaffen.

Beim südlichen Abschnitt zwischen Adenau und Kelberg ist man inzwischen einen entscheidenden Schritt weiter. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im November 2025 die rechtlichen Voraussetzungen für den Bau bestätigt hatte, können die Planungen für den rund zehn Kilometer langen Abschnitt in die nächste Phase gehen.

Bereits im März begannen die Arbeiten zur Vorbereitung der ökologischen Ausgleichsmaßnahmen. Dabei werden unter anderem Flächen aufgewertet und neue Lebensräume für geschützte Tierarten geschaffen. Diese Maßnahmen müssen abgeschlossen beziehungsweise wirksam sein, bevor mit dem eigentlichen Autobahnbau begonnen werden darf. Parallel dazu läuft die Ausführungsplanung, damit anschließend möglichst schnell die Bauarbeiten beginnen können. Der gesamte Lückenschluss zwischen Blankenheim und Kelberg ist in drei Abschnitte unterteilt. Der nördliche Abschnitt zwischen Blankenheim und Lommersdorf ist sechs Kilometer lang, der mittlere Abschnitt zwischen Lommersdorf und Adenau umfasst 9,4 Kilometer. Der südliche Abschnitt zwischen Adenau und Kelberg weist 10,5 Kilometer auf.

Alle drei Abschnitte sind im Bedarfsplan des Bundes als vordringlich eingestuft. Die Gesamtkosten werden derzeit auf rund 1,14 Milliarden Euro geschätzt. Mit dem Lückenschluss soll insbesondere die Verkehrsverbindung zwischen Köln und Trier verbessert werden. Die Autobahn GmbH verspricht sich davon auch positive Auswirkungen auf Wirtschaft und Tourismus in der Eifel. Bis die ersten Fahrzeuge tatsächlich über die durchgehende A1 rollen können, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. So lange lässt sich digital nachvollziehen, wo die Autobahn einmal verlaufen soll.

Der Projektatlas wird fortlaufend aktualisiert und ist unter www.autobahn.de/planen-bauen/projekt/a1-lueckenschluss-zwischen-blankenheim-kelberg abrufbar.