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Nico Menzel siegt beim Carrera Cup Asia

Nach einer langen Saison mit Höhen und Tiefen konnte Nico Menzel mit seinem PICC Team StarChase den Meistertitel beim »Carrera Cup Asia« einfahren. Damit knüpft er an die Erfolge seines Vaters an.
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»Wenn es solch eine Story überhaupt schon einmal gegeben haben sollte, dann in dieser Konstellation wohl nur äußerst selten«, so Nico Menzel nach seinem Erfolg. Sein Vater Christian Menzel hatte den Markenpokal in den Jahren 2009 und 2010 in Asien gewinnen können – im selben Team und mit denselben Mechanikern.
Für den jungen Rennfahrer ist dieser Sieg eine tolle Belohnung nach einer spannenden Saison. In das letzte Rennwochenende startete das Team mit einer guten Ausgangslage.
»12 Punkte Vorsprung auf den amtierenden französischen Carrera Cup Meister Jousse waren ein beruhigendes Polster, welches es zu verwalten galt«, erzählt Menzel. Entspannt zurücklehnen habe man sich natürlich nicht können, denn Menzel musste in den letzten beiden Rennen jeweils mindestens Dritter werden, um den Sieg einzufahren. Der gefährlichste Konkurrenz – Vorjahressieger Maxime Jousse aus Frankreich – hätte sonst die den ersten Platz noch einheimsen können, wenn er selber erfolgreich gewesen wäre.
Deshalb setzte Menzel alles daran, dem Franzosen weitere Punkte zu verweigern. »Die erste Aufgabe lautete also schon einmal, ihm die Pole Position nicht zu gönnen und sie möglichst selbst einzufahren«, so Menzel.  
Neben den üblichen 24 eingeschriebenen Fahrern trat an diesem Wochenende zusätzlich Porsche Werksfahrer Earl Bamber an, der im letzten Jahr die 24 Stunden von Le Mans gewann und in den vorherigen Jahren sowohl den Supercup, als auch zweimal den Carrera Cup Asia für sich entscheiden konnte. »Eine echte Messlatte also«, so Menzel.
Mit einem knappen Zehntel Rückstand auf Bamber hieß es am Ende Startplatz zwei für beide Rennen. »Leider verschenkte ich im letzten Sektor zwei Zehntel – die Pole wäre also möglich gewesen«, urteilt der junge Rennfahrer.
Da Bamber als Gaststarter aber ohnehin keine Punkte bekam, erbte Menzel mit dem zweiten Platz den Polepunkt. Der Plan war also aufgegangen und der Vorsprung wuchs auf 13 Punkte an. »Klare Marschrichtung für beide Rennen war nun also wortwörtlich keinen Scheiß zu machen und clever zu agieren«, so Menzel. Der junge Fahrer ließ seinen Konkurrenzen vorbeiziehen, sicherte seine Position und konnte damit schließlich mit zwei dritten Plätzen den Saisonsieg einfahren. »Ein Traum«, freute sich Menzel, »Gerade für mich, der an der Seite meines Vaters in den Carrera Cups groß geworden ist und immer hautnah dabei war. Nun mit 18 Jahren selbst zum Kreis der Meister zu gehören, ist natürlich etwas ganz Spezielles«, betonte der frischgebackene Meister.
»Das allerdings war ein wirklich hartes Stück Arbeit«, resümiert Menzel. Die Saison habe Höhen und Tiefen gehabt. »Wenn mich diese Saison etwas gelehrt hat, dann nie aufzugeben«, so der Rennfahrer. »Wer hätte nach Überschlag und Ausfall in Sydney noch an den Titelgewinn geglaubt?«
Nicht nur Nico Menzel konnte nach diesen Rennen einen Pokal in die Höhe recken. Auch Elton Carvalho, einer der Mechaniker, der ihn begleitet hat, wurde als bester seiner Zunft ausgezeichnet. Carvalho hatte bereits Christian Menzel begleitet, als der zweimal die Meisterschaft in Asien für sich entschied.
Das Finalwochenende war auch zugleich Menzels letztes Rennwochenende des Jahres.
»Jetzt heißt es für mich den Fokus auf das anstehende Abitur zu richten, bevor es in nicht allzu langer Zeit ja auch schon wieder mit den Saisonvorbereitungen für 2017 los geht«, so Menzel.  
Was, wie und wo er im Einsatz sein werde, wisse er noch nicht.


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