Jutta Kruft

Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit

Die Agentur für Arbeit legt den Arbeitsmarktbericht für Januar vor. (Symbolfoto)

Die Agentur für Arbeit legt den Arbeitsmarktbericht für Januar vor. (Symbolfoto)

Bild: Agentur für Arbeit

Ahrweiler. Zum Jahresbeginn 2026 ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Ahrweiler deutlich angestiegen. Das geht aus der aktuellen Statistik der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen hervor. Demnach wurden zum Monatsende 3.259 arbeitslose Frauen und Männer gezählt. Das sind 303 mehr als im Dezember und 208 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,6 Prozent und damit um 0,4 Punkte über dem Vormonats- und um 0,2 Punkte über dem Vorjahreswert.
Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen und des Jobcenters Landkreis Ahrweiler wurden innerhalb der letzten vier Wochen 109 neue Stellen aus dem Ahrkreis gemeldet. Damit stehen derzeit in der Region insgesamt 677 offene Stellenangebote zur Verfügung.
„In den Wintermonaten ist ein Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht ungewöhnlich. Da der Landkreis durch einen hohen Anteil an Arbeitsplätzen in der Gastronomie und im Baugewerbe geprägt ist, ist diese Entwicklung saisonbedingt“, erläutert Stefanie Adam, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. „Aufgrund des Wintereinbruchs sind insbesondere Außenberufe im Handwerk davon betroffen. Beginnt der Frühling, ist tendenziell mit einer Entspannung der Situation zu rechnen.“
Zu dieser Entwicklung hat zudem die Schließung des Krankenhauses Maria Stern in Remagen zum Ende des Jahres 2025 beigetragen. Ein Großteil der rund 110 Mitarbeitenden, die direkt von dieser Schließung betroffen waren, stammen aus Remagen und näheren Umgebung, wodurch auch hier Auswirkungen zu verzeichnen sind.
„In den Arbeitsmarkzahlen machen sich Schließungen größerer Betriebe durchaus bemerkbar. Der Arbeitsmarkt im Gesundheitsbereich zeigt sich jedoch stabil, da nach Fachkräften weiterhin händeringend gesucht wird. Betroffene Arbeitslose aus diesem Bereich haben daher gute Chancen, zeitnah eine neue Beschäftigung zu finden“, so Adam. „Insgesamt ist derzeit jedoch eine Entwicklung der Arbeitslosigkeit zu beobachten, die mit der des Vorjahres zu vergleichen ist. Ob sich im weiteren Jahresverlauf eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt abzeichnet oder sich die Lage weiter verschärft, bleibt abzuwarten. Aktuell steigt im Kreis die Zahl der Arbeitslosen noch an, mit Beginn der Tourismussaison ist jedoch mit einer Entspannung zu rechnen.“
Die Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen unterstützt bei Fragen und Unsicherheiten über die eigene berufliche Zukunft. Zwischen zwei Jobs - sei es aus eigenem Antrieb oder drohender Kündigung – der Weg zur Agentur lohnt sich. Insbesondere in diesen Phasen kann die Chance genutzt werden, sich weiterzubilden oder beruflich neu zu orientieren. „Unsere erfahrenen Arbeitsvermittlerinnen und Arbeitsvermittler geben in ungewissen Zeiten Orientierung. Neben der Stellenvermittlung können sie durch Förderungen der beruflichen Weiterbildung unterstützen. Sie stehen Personen, die von Arbeitslosigkeit bedroht oder betroffen sind, frühzeitig zur Seite“, betont die Agenturleiterin. „Dadurch leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des regionalen Arbeitsmarktes und der langfristigen Sicherung von Arbeitsstellen.“

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