Stephanie Baumann

Historischer WM-Titel für den Bernkasteler Ruderverein

Bernkastel-Kues/Plovdiv. Mit einem historischen Erfolg sind die U19-Weltmeisterschaften im Rudern im bulgarischen Plovdiv für den Bernkasteler Ruderverein 1874 e.V. zu Ende gegangen. Aron Schäfer gewann mit dem deutschen Mixed-Achter die Goldmedaille und ist damit der erste Weltmeister in der Geschichte des Bernkasteler Rudervereins. Elena Schweisthal erreichte im Juniorinnen-Doppelvierer erneut das WM-Finale und belegte Platz vier. Mit Vereinstrainer Gordon Hanso war der BRV zudem auch im Trainerteam des Deutschen Ruderverbandes vertreten.

Bild: Ruderverein Bernkastel

Für Aron Schäfer begann die Weltmeisterschaft zunächst im Junioren-Doppelzweier. Gemeinsam mit seinem Partner startete er mit einem souveränen Vorlaufsieg in den Wettbewerb. Über das Viertelfinale qualifizierte sich das deutsche Boot für das Halbfinale, verpasste dort jedoch den Einzug in das A-Finale.

Im B-Finale am Samstag erreichte der deutsche Doppelzweier Rang sechs und beendete die Weltmeisterschaft damit auf dem zwölften Platz in einem stark besetzten internationalen Teilnehmerfeld.

Nur einen Tag später folgte für Schäfer der sportliche Höhepunkt der Weltmeisterschaft. Im Finale des Mixed-Achters setzte sich das deutsche Boot unmittelbar nach dem Start an die Spitze. Die Mannschaft baute ihren Vorsprung im Rennverlauf kontinuierlich aus und ließ sich die Führung bis ins Ziel nicht mehr nehmen. In 5:58,52 Minuten gewann Deutschland vor Rumänien und den USA die Goldmedaille.

Für den Bernkasteler Ruderverein bedeutet dieser Erfolg eine Premiere: Aron Schäfer ist der erste Weltmeister in der Vereinsgeschichte. Nach dem Gewinn der U19-Vizeeuropameisterschaft im Doppelzweier in dieser Saison setzt der Nachwuchsathlet damit einen weiteren Höhepunkt in seinem bislang erfolgreichsten internationalen Jahr.

Auch Elena Schweisthal bestätigte in Plovdiv ihre Zugehörigkeit zur internationalen Spitze. Im Juniorinnen-Doppelvierer qualifizierte sich das deutsche Boot nach Platz zwei im Vorlauf direkt für das Halbfinale. Dort zeigte die Mannschaft eine überzeugende Leistung und gewann in 6:41,63 Minuten vor Polen und Tschechien.

Im WM-Finale lag der deutsche Doppelvierer über weite Strecken in Führung und kämpfte bis in die Schlussphase um die Medaillen. Auf den letzten Metern zogen Polen, Tschechien und Rumänien noch vorbei. Deutschland erreichte in 6:37,30 Minuten den vierten Platz.

Für Schweisthal war es damit im Doppelvierer bereits zum dritten Mal in Folge Rang vier bei einer großen internationalen Meisterschaft: Nach Platz vier bei der U19-Weltmeisterschaft 2025 und bei der U19-Europameisterschaft 2026 fehlte auch diesmal nur wenig zu einer Medaille. Ihre erste internationale Medaille dieser Saison hatte sie zuvor bei der Europameisterschaft mit Bronze im Mixed-Doppelzweier gewonnen.

Neben den beiden Athleten war der Bernkasteler Ruderverein auch auf Trainerseite im deutschen Nationalteam vertreten. Gordon Hanso war vom Deutschen Ruderverband als verantwortlicher Bootstrainer für den Junioren-Doppelzweier mit Aron Schäfer eingesetzt worden und begleitete die Mannschaft während der Vorbereitung und bei der Weltmeisterschaft in Plovdiv.

Damit blickt der Bernkasteler Ruderverein auf eine außergewöhnlich erfolgreiche U19-Weltmeisterschaft zurück: Zwei eigene Athleten starteten im Trikot der deutschen Nationalmannschaft, ein Vereinstrainer gehörte zum Trainerstab des Deutschen Ruderverbandes, Elena Schweisthal erreichte erneut ein WM-Finale – und mit Aron Schäfer stellt der BRV erstmals in seiner Geschichte einen Weltmeister.