Julia Borsch

Moselwein 2025: Erntemenge deutlich niedriger als erwartet

Mosel. Die Weinlese 2025 an Mosel, Saar und Ruwer hat weniger Ertrag gebracht als ursprünglich prognostiziert. Trotz guter Qualität mussten die Winzer erhebliche Mengenverluste durch starke Regenfälle und Fäulnis hinnehmen.

Die Erntemenge der Weinlese 2025 ist niedriger als erwartet.

Die Erntemenge der Weinlese 2025 ist niedriger als erwartet.

Bild: Ralf Kaiser

Die Traubenlese 2025 im Weinanbaugebiet Mosel ist mit einer deutlich geringeren Erntemenge abgeschlossen worden als zunächst erwartet. Nach Angaben des Moselwein e.V. wurden insgesamt 743.000 Hektoliter Traubenmost geerntet. Das entspricht 74,3 Millionen Litern Wein. Im Oktober hatten Weinbauverband Mosel und Moselwein e.V. die Ernte noch auf rund 782.000 Hektoliter geschätzt. Damit fehlen gegenüber der Prognose fast vier Millionen Liter Weinmost.

Laut den nun vorliegenden amtlichen Erntemeldungen der Weinbaubetriebe liegt die tatsächliche Erntemenge zwar über dem frostbedingt sehr kleinen Jahrgang 2024, bleibt jedoch deutlich unter einer normalen Moselernte, die bei optimalen Bedingungen mehr als 800.000 Hektoliter erreichen könnte.


Regen im Herbst sorgt für erhebliche Ernteverluste

Die Entwicklung des Jahrgangs hatte lange auf eine erfolgreiche Weinernte hingedeutet. Ein warmes und trockenes Frühjahr mit guten Blütebedingungen, ausreichend Niederschläge im Sommer sowie kaum Schäden durch Frost, Hagel oder Pilzkrankheiten ließen auf einen qualitativ hochwertigen Jahrgang mit normaler Erntemenge hoffen.

Doch im September änderte sich die Situation grundlegend. Nach ersten Regenfällen zu Monatsbeginn begannen viele Betriebe ungewöhnlich früh mit der Lese. In einigen Fällen handelte es sich sogar um den frühesten Lesestart überhaupt. Bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter fielen allein im September.

„Die Einschätzung der Erntemenge war 2025 besonders schwierig, da sich aufgrund der Witterungsbedingungen im Herbst die Menge der Trauben stark reduzierte“, so der Moselwein e.V.

Die hohen Niederschlagsmengen und die milden Temperaturen begünstigten die Ausbreitung von Fäulnis. Viele Trauben konnten deshalb nicht mehr verarbeitet werden. Die tatsächlichen Verluste fielen letztlich größer aus als von den Fachleuten zunächst angenommen.


Weniger Riesling auf dem Fassweinmarkt

Von den insgesamt 743.000 Hektolitern Traubenmost entfallen 520.000 Hektoliter auf Qualitätswein und 207.000 Hektoliter auf Prädikatswein der geschützten Ursprungsbezeichnung Mosel. Weitere 8.000 Hektoliter wurden als Deutscher Wein und 7.675 Hektoliter als Landwein der Mosel klassifiziert. Rund 90 Prozent der Ernte stammen aus weißen Rebsorten, zehn Prozent aus roten Trauben.

Die geringere Erntemenge wirkt sich auch auf den Weinmarkt aus. „Die frei verfügbare Menge an Rieslingwein auf dem Fassweinmarkt ist daher nicht so groß wie angenommen“, stellte Weinbaupräsident Walter Clüsserath, stellvertretender Vorsitzender des Moselwein e.V., fest.

Clüsserath sieht sich damit in seiner Kritik an frühen Ernteprognosen bestätigt. Diese würden häufig nicht die tatsächlichen Entwicklungen im Herbst berücksichtigen, könnten aber erhebliche Auswirkungen auf Preise und Marktgeschehen haben.

Qualitativ präsentiert sich der Mosel-Jahrgang 2025 hingegen vielversprechend. Die jungen Weine zeigen sich bereits jetzt fruchtig und harmonisch. Das Spektrum reicht von trockenen und feinherben Gutsweinen über Kabinett, Spät- und Auslesen bis hin zu edelsüßen Beeren- und Trockenbeerenauslesen sowie Großen Gewächsen.