

Fünf Autoren haben dafür historische Quellen zusammengetragen und durch private Fotos, Dokumente und Erinnerungen von Nachfahren ergänzt. Marie-Luise Conen, Myriam Daru, Gerhard Reinecke, Corina Röhl und David Velázquez Seiferheld widmen sich den Familien, die ab 1840 in Kröv und ab 1905 in Traben-Trarbach nachweisbar sind. Dabei geht es nicht allein um die Verfolgungsgeschichte während der NS-Zeit. Die Autoren beschreiben auch, wie die Menschen ihren Alltag gestalteten, welchen Berufen sie nachgingen, welche Rolle Religion und Bildung spielten und welche wirtschaftlichen Spuren sie in den beiden Moselorten hinterließen.
Zwischen Alltag und Verfolgung
Vorgestellt werden unter anderem Persönlichkeiten wie Siegmund Schoemann, der in Trarbach ein bedeutendes Kaufhaus aufbaute, der Kröver Weinunternehmer Milian Seiferheld, der Schuhhändler und Sozialdemokrat Salomon Schömann sowie die Trarbacher Kaufleute Bernhard und Max Schmitz. Persönliche Zeugnisse von Nachkommen geben Einblicke in Familiengeschichten, Fluchtversuche und die Suche nach Möglichkeiten, Angehörige vor der nationalsozialistischen Verfolgung zu bewahren.
Einen breiten Raum nimmt die Entwicklung nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ein. Das Buch zeigt anhand einzelner Familienbiografien, wie sich deren Lebensbedingungen veränderten, wer Deutschland verlassen konnte und welche Menschen Opfer der Deportationen und Vernichtung wurden. Auch die Entwicklung in Kröv und Traben-Trarbach bis zum Novemberpogrom 1938 und die Rolle der Nationalsozialisten vor Ort werden dokumentiert.
Für die Recherche konnten die Autoren auf Material aus mehreren Generationen zurückgreifen. Zu den Unterstützern gehört die 98-jährige Ingeborg Haas, die 1927 in Trarbach geboren wurde und heute in Kentucky lebt. Ihre Fotos und Dokumente fließen ebenso in die Veröffentlichung ein wie Unterlagen weiterer Nachfahren.
Erinnerung wird sichtbar




