Stephanie Baumann

Warnstreiks der IG Metall: Mehr als 200 Beschäftigte in Wittlich

Wittlich/Morbach. Mehr als 200 Beschäftigte haben sich am Donnerstag an einem Warnstreik der IG Metall in Wittlich beteiligt. Aufgerufen hatte die Gewerkschaft die Belegschaften des MAN-Modiwerks und von Ideal Standard. Am Freitag verlagert die IG Metall Trier ihre Aktionen in den Hunsrück. Auch das von der Schließung bedrohte Schaeffler-Werk in Morbach wird in den Arbeitskampf einbezogen.

Bild: (Symbolfoto) CanvaPro

Bei schönem Herbstwetter sei die Stimmung und Entschlossenheit der Beschäftigten groß gewesen, sagte Christian Z. Schmitz, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Trier. Die Beschäftigten wollten sich nicht zum Sündenbock für die fehlende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie machen lassen.

In Morbach sollen die Beschäftigten aller Schichten am heutigen Freitag eine Stunde früher Feierabend machen. Die Gewerkschaft will von 12.30 bis 14.30 Uhr vor dem Werk stehen, um mit den Beschäftigten ins Gespräch zu kommen und Fragen zu beantworten. Ursprünglich hatte die IG Metall Gespräche direkt im Betrieb geplant. Dies sei von der Werksleitung jedoch nicht gewünscht gewesen, erklärte Schmitz. Die Gewerkschaft wolle den Austausch zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Der Warnstreik biete den Beschäftigten zugleich Gelegenheit, ihren Unmut über das Vorgehen des Arbeitgebers angesichts der Schließungspläne zum Ausdruck zu bringen.

Streit um Löhne und Arbeitsplatzsicherung

Hintergrund der Aktionen ist die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie Vereinbarungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten. Die zweite Verhandlungsrunde endete ohne Annäherung. Die Arbeitgeber bieten eine Einmalzahlung im Juli 2027 und eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 1,3 Prozent ab Juli 2028 an. Die Gewerkschaft hält das Angebot für unzureichend.

Am Freitag wird in Frankfurt die dritte Verhandlungsrunde für das Tarifgebiet Mitte fortgesetzt, zu dem Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland gehören.