Arbeitslosigkeit steigt saisonbedingt an
Cochem-Zell. Die Zahl der arbeitslosen Menschen im Landkreis Cochem-Zell ist zum Jahresende wie erwartet angestiegen: So verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit dort im Dezember 1.446 Frauen und Männer ohne Beschäftigung. Das sind 178 mehr als im November und 59 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt zurzeit bei 4,2 Prozent und damit um 0,5 Punkte über dem Vormonatswert und um 0,2 Punkte über jenem von Dezember 2024.
Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen wurden im Dezember 89 neue Stellen aus dem Landkreis gemeldet, das sind acht weniger als im November. Derzeit liegen der Agentur 520 Stellenangebote aus dem Landkreis vor.
„In den Wintermonaten ist ein Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht ungewöhnlich. Aufgrund des Saisonendes in Gastronomie und Tourismus, sowie die Beendigung des Weihnachts-geschäfts, steigt der Bestand an arbeitslosen Menschen im Dezember an“, erläutert Thomas Becker, stellvertretender Agenturleiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. „In diesem Jahr fällt der Zuwachs etwas geringer aus als in 2024. Die Witterung kann dabei eine große Rolle spielen. Temperaturabhängige Arbeiten, wie beispielsweise in Garten- oder Straßenbau, können fortgeführt werden. Betriebe können durch den Abbau von Überstunden eventuelle Arbeitsausfälle kompensieren, so dass es zu weniger saisonalen Entlassungen kommt.“
Weitere Entwicklungen bleiben abzuwarten, auch hier sei es maßgeblich vom Wetter ab-hängig. „Wenn die Temperaturen weiterhin fallen, werden die Zahlen in den kommenden Wochen steigen. Wird es wieder milder, können Gastronomie und Tourismus den Betrieb früher wieder aufnehmen. Das bedeutet, dass hier wieder verstärkt nach Personal gesucht wird“, so Becker.
Nach wie vor wirkt sich die weltwirtschaftliche Situation auch auf den Agenturbezirk aus. Die Konjunktur ist rückläufig, so zögern Unternehmen Personal einzustellen. Hinzu kommt der Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge, der viele Betriebe vor große Herausforderungen bei Nachbesetzung und beruflicher Weiterbildung stellt. Es gilt individuelle Lösungen zu entwickeln und sich auf eine Zukunft vorzubereiten, die täglich Flexibilität und Kreativität erfordert.
„Eine Prognose abzugeben, in welche Richtung sich der Arbeitsmarkt in 2026 bewegt, ist kaum möglich. Man weiß nie sicher, womit wir morgen vielleicht schon konfrontiert werden könnten“, gibt Becker zu bedenken. „Arbeitnehmende und Betriebe haben dennoch die Chance, sich schon heute breiter aufzustellen, um für den Arbeitsmarkt von Morgen gewappnet zu sein. Beispielsweise durch Aus- oder Weiterbildung lassen sich langfristig Arbeitsstellen und Fachkräfte sichern. Die Arbeitsagentur steht jedem zur Seite, der unbeantwortete Fragen zur Jobsuche, beruflichen Neuorientierung, dem Arbeitsmarkt oder Fördermöglichkeiten hat.“