Simone Wunder

Die Plattschwätzer besuchten Winningen

Bei einer Dorfführung in Winninger Mundart informierte Rosemarie Hautt die rund 25 Teilnehmer über die Geschichte des Moselortes – von der Römerzeit bis zum Weinbau heute.

Bei einer Dorfführung in Winninger Mundart informierte Rosemarie Hautt die rund 25 Teilnehmer über die Geschichte des Moselortes – von der Römerzeit bis zum Weinbau heute.

Bild: Hildegard Schultes

Cochem-Zell/Winningen. Auf Einladung der Mundart-Initiative fand am Freitag vor Pfingsten eine Dorfführung in Mundart in Winningen statt. Rund 25 Teilnehmer waren gekommen und lauschten den interessanten Ausführungen von Rosemarie Hautt, einer sehr liebenswürdigen und bestens informierten Winninger Bürgerin.
Schon zur Römerzeit war Winningen besiedelt, wie Bodenfunde nachweisen. Winningen gehörte zur Zeit der Reformation zur Grafschaft Sponheim. Die Grafen wechselten zum evangelischen Glauben und damit auch die Bevölkerung. Winningen war damit eine „Enklave“ umringt von Dörfern mit katholischer Bevölkerung.
Insbesondere mit dem Bau der Bahnstrecke Koblenz-Trier kamen mehr und mehr Katholiken ins Dorf und in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde eine kleine katholische Kirche erbaut. Die historische und sehr gepflegte romanische Kirche in der Dorfmitte ist seit der Reformation die Kirche der evangelischen Bevölkerung.
Der Bau der Bahn brachte für Winningen einen ganz erheblichen Aufschwung. Und als Teil der preußischen Rheinprovinz gewann Winningen zahlreiche Abnehmer im meist evangelischen Preußen für den Winninger Wein. Es entstanden repräsentative Kellereibauten mit herrschaftlichen Wohnhäusern.
Im Dorfzentrum sind zahlreiche historische Bürgerhäuser erhalten. Ganz vorbildlich und an der Mosel fast einmalig sind die rund 90 ha bestens gepflegter Weinberge, weitestgehend in der Steillage mit berühmten Lagen wie Uhlen, Röttgen, Brückstück. Winningen profitiert heute von der Nähe zu Städten wie Koblenz, Bonn oder Köln, mit der Bahn leicht und schnell erreichbar. Als die Besuchergruppe am Schluss der Führung zum „Hexenbrunnen“ an der Moselfront kam, fanden sie dort  einige hundert Besucher, die bei herrlichem Sonnenschein den Winninger Wein genossen und das leckere Angebot an moseltypischen Speisen.