Mario Zender

Energieversorger EVM äußert sich zu Stromsperrung in Brauheck

EVM-Pressesprecher Marcelo Peerenboom äußert sich zu Stromsperrungen in einer Wohnanlage in Cochem-Brauheck.

EVM-Pressesprecher Marcelo Peerenboom äußert sich zu Stromsperrungen in einer Wohnanlage in Cochem-Brauheck.

Bild: EVM

In diesen beiden Häusern in der Groenhoffstraße in Brauheck gibt es derzeit keinen Strom im Allgemeinbereich. Dadurch läuft auch die Heizung nicht. Die Bewohner sind sauer.

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Der Energieversorger hebt die Sperrung aus Kulanz wieder auf. Ausschlaggebend sind Gespräche von Bürgermeister Wolfgang Lambertz, der den Vermieter zum Einlenken bewegen will.

Von Mario Zender

Cochem. In Cochem-Brauheck spitzt sich die Lage für zahlreiche Mieter erneut zu. Nach dem viel beachteten Gas-Stopp kurz vor Weihnachten (wir berichteten) gibt es jetzt neue Probleme – diesmal betrifft es den Allgemeinstrom. In mindestens zwei Wohnhäusern fiel dieser aus, sodass die Heizungsanlagen stillstanden. Für die Bewohner bedeutete das: seit über einer Woche kein warmes Wasser und keine Möglichkeit zu duschen.
Bereits im Winter hatte der Energieversorger EVM nach Zahlungsproblemen der Hausverwaltung in mehreren Wohnanlagen die Gasversorgung unterbrochen. Hintergrund waren ausstehende Zahlungen. Damals waren bis zu 180 Wohnungen betroffen; Bewohner saßen zeitweise im Kalten.
Versorger spricht von „letztem Mittel“
Nach Angaben von EVM-Pressesprecher Marcelo Peerenboom sei eine Sperrung stets der allerletzte Schritt. „Bis es dazu kommt, passiert sehr viel: Mahnungen, Sperrandrohungen – erst dann wird tatsächlich abgeschaltet“, so Peerenboom. In den aktuellen Fällen gehe es um „hohe Summen“, die offenstehen.
Inzwischen gibt es jedoch eine vorläufige Entspannung: Die Sperrung soll kurzfristig wieder aufgehoben werden. Nach Angaben von Peerenboom ist die Aufhebung auf Bemühungen von Cochems VG-Bürgermeister Wolfgang Lambertz zurückzuführen. Er habe sich eingeschaltet und versuche, den Vermieter zum Einlenken zu bewegen beziehungsweise eine Lösung zu finden.
Kulanzzeit – aber wie lange?
Die Wiederaufnahme der Versorgung erfolgt offenbar aus Kulanz. Ziel sei es, dem Schuldner Zeit zu geben, offene Forderungen zu begleichen. Wie lange diese Kulanzphase andauert, ist derzeit noch unklar, so der Pressesprecher. Die EVM wolle zunächst abwarten, ob Gesprächsbereitschaft und Zahlungswillen erkennbar sind – mindestens in dieser Woche werde es keine erneute Abschaltung geben.
Gleichzeitig warnt der Versorger vor weiteren Risiken: Bei anderen Objekten in der Siedlung droht ebenfalls eine kurzfristige Sperrung der Stromanschlüsse. Laut EVM bestehen hier eigene Verträge, die getrennt behandelt werden. Verzögerungen bei Zahlungen könnten daher zeitversetzt zu weiteren Maßnahmen führen. In den kommenden Tagen sei hier mit Entwicklungen zu rechnen.
Beim Gas ist die Hausverwaltung offenbar einen anderen Weg gegangen: Nach Recherchen des WochenSpiegel wurde der Anbieter gewechselt – weg von der EVM hin zu einem anderen Versorger. Sollten dort ebenfalls Zahlungsprobleme auftreten, würde die Versorgung wieder in die Grundversorgung der EVM fallen – mit entsprechenden Konsequenzen bei Rückständen.
Ein Fall wie in Cochem-Brauheck, bei dem Hausverwaltungen Strom- oder Gasrechnungen nicht zahlen, ist nach EVM-Angaben äußerst selten. „Dass eine komplette Hausversorgung betroffen ist – und dann auch noch wiederholt –, ist die absolute Ausnahme“, so Pressesprecher Marcelo Peerenboom.
Für die Mieter in Brauheck bleibt die Situation angespannt. Viele hoffen, dass die eingeleiteten Gespräche durch Bürgermeister Wolfgang Lambertz eine dauerhafte Lösung bringen. Bericht folgt!