Simone Wunder

Seltenes Jubiläum gefeiert

Paulernst Linder konnte sein 70-jähriges Dienstjubiläum als Organist in Ulmen feiern. 
Paulernst Lindner wurde von Pater Christoph Kübler für seinen 70-jährigen Dienst als Kirchenmusiker in einem Gottesdienst in Ulmen besonders geehrt.

Paulernst Lindner wurde von Pater Christoph Kübler für seinen 70-jährigen Dienst als Kirchenmusiker in einem Gottesdienst in Ulmen besonders geehrt.

Bild: Inge Dietzen

Ulmen. In einem feierlichen Gottesdienst am Hochfest der »Heiligen Dreifaltigkeit«, an dem im Pfarrbezirk Ulmen immer Kirmes gefeiert wird, konnte ein sicherlich recht seltenes, aber dafür umso schöneres Jubiläum gefeiert werden. Der Organist Paulernst Lindner feierte an diesem Tag in der Ulmener St. Matthias-Kirche sein 70-jähriges Dienstjubiläum als Organist und er umrahmte den Festgottesdienst musikalisch noch selbst und aktiv an der Orgel.
Schon in sehr jungen Jahren erhielt der inzwischen 94 Jahre alte Organist ab 1946 Orgelunterricht in seiner Heimatstadt Wuppertal. Von 1955 bis 1959 studierte er insgesamt acht Semester Kirchenmusik an der staatlichen Hochschule für Musik in Köln und übernahm am 1. Juni 1956 in der Herz-Jesu-Gemeinde in Wuppertal-Unterbarmen die hauptamtliche Tätigkeit als Organist und Chorleiter des dortigen Kirchenchores. Darüber hinaus war er freiberuflich als Chorleiter verschiedener Chöre und annähernd zwei Jahrzehnte als Lehrer an der städtischen Musikschule in Wuppertal in Nebenämtern beschäftigt. Im Jahr 1983 übernahm er den Dienst als hauptamtlicher Organist am Marienwallfahrtsort in Neviges (Nordrhein-Westfalen), den er bis 1999 ausübte.
Im Jahr 2006 zog Paulernst Lindner dann mit seiner Ehefrau Barbara in den Ulmener Stadtteil Vorpochten und schon kurz nach seinem Umzug übernahm er zunächst den Dienst als Organist in der Pfarrei St. Matthias Ulmen, und danach in den vielen Kirchen der Pfarreiengemeinschaft Ulmen und der jetzigen Pfarrei »Heilige Elisabeth zwischen Endert und Üß«. Darüber hinaus dirigierte er die beiden Kirchenchöre aus Ulmen und der Nachbarpfarrei Alflen (die sich später zu einer Chorgemeinschaft zusammenschlossen) bis zum Ende des Jahres 2025. Dann musste er seinen Dienst aus gesundheitlichen Gründen leider aufgeben, aber er begleitet nach wie vor die werktäglichen Gottesdienste in Kirche »Maria Königin« in Vorpochten und bringt da, wie in seinem gesamten Leben als Kirchenmusiker, seine musikalischen Kenntnisse und seinen sehr hohen Erfahrungsschatz zur Freude aller Gottesdienstbesucher/innen immer wieder mit ein.
Besonders zu erwähnen sind einige absolute Höhepunkte in seinem kirchenmusikalischen Wirken, wie etwa 1981 die Aufführung des Oratoriums »Die Schöpfung« von Joseph Haydn, die musikalische Leitung der Festhochämter 1990 im Stephansdom in Wien und 1991 im Veitsdom in Prag sowie mehrere weltliche und geistliche Konzerte mit kompletten Symphonieorchestern an verschiedenen Orten. Auch durfte er 2010 im Dom zu Trier die Diakonenweihe musikalisch mit einem von ihm dirigierten Chor und an der Orgel begleiten, in dem der Ulmener Wilfried Puth zum Diakon geweiht wurde.
Nach den Grußworten der Vertreter der früher von Paulernst Lindner geleiteten Chöre Michael Pörling für Alflen und Heinz Feuser für Ulmen, die ihm jeweils ein Präsent zum Dank für seinen Dienst überreichten, würdigte der leitende Pfarrer der Pfarrei »Heilige Elisabeth zwischen Endert und Üß«, Pater Christoph Kübler (SCJ), die Leistung von Herrn Lindner, händigte ihm in Dankschreiben des Trierer Bistums aus und umrahmte dies auch mit einem Präsent. 
»Ich danke Ihnen persönlich und auch im Sinne aller Pfarreiangehörigen für die vielen Jahre Ihres Wirkens, Ihr Engagement und die immer wieder guten Gespräche und musikalischen Umrahmungen von ungezählten Gottesdiensten in unserer Pfarrei. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Ehefrau Barbara noch viele gute Jahre und freuen uns auf die ein oder andere musikalische Begegnung in unseren Gottesdiensten auch in der kommenden Zeit«, so Pater Christoph Kübler in seinem Dankeswort. 
Lange anhaltender Applaus der anwesenden Gottesdienstbesucher/innen waren ebenfalls ein wertvoller und gerechter Lohn für diese Leistung in sieben Jahrzehnten.