Mario Zender

Trotz Sommerhitze: Zu Fuß von Bruttig-Fankel bis nach Belgien

Bruttig-Fankel (zen).Vielen ist es derzeit schon zu heiß, um sich bei Temperaturen von mehr als 30 Grad länger als nötig draußen aufzuhalten. Schatten, Klimaanlage oder ein kühles Plätzchen im Haus sind gefragt. Mechtild Steck und ihr Ehemann Rainer Welsches haben dagegen eine andere Methode gewählt: Sie schnüren die Wanderschuhe – und machen sich zu Fuß auf den rund 300 Kilometer langen Weg von Bruttig-Fankel bis in die belgische Partnergemeinde Overijse.
Am Mittwochmorgen fiel in Bruttig-Fankel der Startschuss für ein außergewöhnliches Abenteuer. Zehn Tage lang wollen der langjährige Bruttig-Fankeler Ortsbürgermeister Rainer Welsches (58) und seine Frau Mechtild Steck (64) unterwegs sein. Ihr Ziel: Overijse in Belgien. Und natürlich darf auch ein Familienmitglied auf vier Pfoten nicht fehlen. Labradoodle Anny, vier Jahre alt, begleitet die beiden auf der gesamten Strecke.
Die Idee zu dieser Tour ist dabei alles andere als spontan entstanden. Schon vor rund zehn Jahren hatte Mechtild Welsches den Gedanken: Warum eigentlich nicht einmal zu Fuß von Bruttig-Fankel bis in die Partnergemeinde wandern? Aus der zunächst eher ungewöhnlichen Idee wurde über die Jahre ein immer konkreterer Plan. Vor rund einem Jahr begannen schließlich die Vorbereitungen.
Nun wird aus dem Plan Wirklichkeit. Die rund 300 Kilometer lange Strecke ist in zehn Etappen aufgeteilt. Im Schnitt stehen damit täglich etwa 30 Kilometer auf dem Programm. Die erste Etappe führt von Bruttig-Fankel nach Ulmen. Danach geht es über Niederehe, Blankenheim, Hellenthal, Baraque Michel, Sprimont, Lüttich, Hannut und Dongelberg bis nach Overijse.
Ganz alleine sind die Welsches dabei nicht unterwegs. Wer möchte, kann einzelne Etappen mitwandern. Zum Auftakt machten sich insgesamt sechs Wanderer gemeinsam auf den Weg. Mit dabei sind unter anderem Romy Marx (73) sowie der Bruttig-Fankeler Feuerwehr-Wehrleiter Ralf Lenz (54). Beide begleiten die Gruppe auf einer Teilstrecke. Die komplette Tour nehmen dagegen Rainer Welches und Mechtild Steck gemeinsam mit Anny unter die Füße und Pfoten.
Und die derzeitige Sommerhitze? Die gehört zur Herausforderung dazu. Sonnenmützen, Sonnencreme und vor allem reichlich Getränke sind deshalb feste Bestandteile der Ausrüstung. Das große Gepäck muss zum Glück niemand über 300 Kilometer schleppen: Ein Begleitfahrzeug übernimmt den Transport.
Auch auf Anny wird besonders geachtet. Die Route soll möglichst häufig über Wald- und Wiesenwege führen. Das ist nicht nur schöner, sondern bei hohen Temperaturen vor allem für den Vierbeiner angenehmer als heißer Asphalt. Für den Fall, dass sich Straßenabschnitte nicht vermeiden lassen, haben Rainer Welches und Mechtild Steck sogar kleine Schuhe für ihren Labradoodle besorgt. Sie sollen die Pfoten vor dem aufgeheizten Untergrund schützen.
Konditionell fühlen sich die beiden gut vorbereitet. Lange Spaziergänge mit Anny gehören ohnehin zum Alltag. Jetzt werden daraus allerdings täglich rund 30 Kilometer – und das zehn Tage hintereinander.
Das Ziel der Tour ist dabei bewusst gewählt. Am 21. August wollen die Wanderer in Overijse eintreffen – pünktlich zum dortigen Traubenfest. Das große Fest der belgischen Partnergemeinde bildet damit den passenden Schlusspunkt einer Wanderung, bei der es nicht nur um Kilometer geht, sondern auch um die seit vielen Jahren bestehende Freundschaft zwischen Bruttig-Fankel und Overijse.
Nach zehn Etappen, rund 300 Kilometern und hoffentlich vielen Begegnungen unterwegs dürfte das Glas Wein beim Traubenfest jedenfalls besonders gut schmecken.