

Den Blick ermöglicht ein Steg, der seit rund 20 Jahren durch einen der wertvollsten Naturräume im Kreis Euskirchen führt. Das Heidemoor am Moorbach ist ökologisch wertvoll. Seltene Tier- und Pflanzenarten finden dort einen geschützten Lebensraum. Damit Besucher die einzigartige Moorlandschaft auch künftig naturverträglich erleben können, wird der rund 325 Meter lange Holzsteg umfassend saniert und zugleich barrierefrei erweitert. Die NRW-Stiftung unterstützt das Projekt mit bis zu 100.000 Euro. Die Förderurkunde überreichte Vorstandsmitglied Prof. Dr. Karl-Heinz Erdmann jetzt vor Ort.
Der Moorpfad wurde vor rund 20 Jahren angelegt und ist heute Bestandteil gleich dreier Wanderwege, darunter auch der beliebten EifelSchleife Moorpfad. Wind, Wetter und die hohe Besucherzahl haben jedoch deutliche Spuren hinterlassen. Der bestehende Holzsteg soll deshalb mit langlebigem Lärchen- oder Douglasienholz erneuert werden. Um den Höhenunterschied von etwa vier Metern zu überwinden und den Steg barrierefrei an einen bestehenden Forstweg anzubinden, wird er zugleich um rund 60 Meter verlängert. Ein Punkt, der den Beteiligten besonders am Herzen liegt: Für ältere Menschen, für Menschen mit Behinderung oder für Familien mit Kinderwagen war der letzte Abschnitt über einen Waldpfad bislang problematisch.
»Immer wenn wir hier vorbeifahren und die parkenden Autos sehen, wissen wir, dass die Menschen dieses Naturerlebnis schätzen«, sagte Dahlems Bürgermeister Jan Lembach. Der Moorpfad sei seit vielen Jahren ein wichtiger Anziehungspunkt für Erholungssuchende. »Der Steg ist inzwischen in die Jahre gekommen. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir gemeinsam mit dem Eifelverein und der NRW-Stiftung dieses wichtige Projekt umsetzen können.« Besonders hob Lembach die Zusammenarbeit aller Beteiligten hervor. »Gerade in Zeiten knapper kommunaler Kassen sind solche freiwilligen Projekte nur möglich, wenn Stiftung, Verein und Verwaltung an einem Strang ziehen«, betonte er. Sein Dank galt unter anderem dem Eifelverein sowie den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung, die den Förderantrag begleitet hatten.
Für die NRW-Stiftung sei das Heidemoor ein herausragender Naturraum, erklärte Prof. Dr. Karl-Heinz Erdmann. »Dieser Ort gehört aus meiner Sicht zu den beeindruckendsten Lebensräumen im Kreis Euskirchen und zeigt eindrucksvoll, wie einzigartig und zugleich schützenswert unsere heimische Natur ist.« Moore seien nicht nur Rückzugsorte für seltene Tier- und Pflanzenarten, sondern auch bedeutende Wasserspeicher und wichtige Klimaschützer. »Mindestens genauso wichtig ist aber, dass Menschen hier erleben und verstehen können, warum Moore so wertvoll sind«, sagte Erdmann. »Genau dazu trägt dieser Steg bei.«
Auch modern soll der Moorpfad werden: Neue Informationstafeln und ein QR-Code, der auf digitale Angebote verlinkt, sind geplant. Für die Inhalte wird dabei die Biologische Station des Kreises Euskirchen sorgen. Klar ist auch, wer sich künftig um Bänke und Beschilderung kümmert: die Mitglieder des Eifelvereins.
Der Eifelverein Dahlem selbst betreut rund 70 Kilometer Wanderwege mit etwa 75 Bänken und Sitzgruppen, fünf Schutzhütten und 24 Wegekreuzen. »Wenn ein Baum quer liegt, rufen wir die Gemeinde an, die immer hilft - die Zusammenarbeit klappt wunderbar«, lobte Reinhold Müller die Unterstützung der Kommune.


