Ein Dach für die Dorfgemeinschaft
Lessenich (red/pp). Noch ist im neuen Dorfgemeinschaftshaus einiges zu tun. Doch mit dem Dach über dem Gebäude ist ein wichtiger Schritt geschafft: Gut vier Monate nach dem Spatenstich feierte Lessenich Richtfest. Wie sehr der Neubau erwartet wird, zeigte sich, als die Kirmes bereits am neuen Standort am Sportplatz stattfand – mit Festzelt, vielen Gästen und hunderten Jugendlichen.
»Wir feiern, dass aus einer Idee so langsam Wirklichkeit wird«, sagte Ortsbürgermeister Michael Wolfgarten. Das Haus solle ein Ort werden, an dem Menschen zusammenkommen, miteinander reden, feiern, helfen und lachen. Gemeinschaft solle hier nicht nur im Namen stehen, sondern tatsächlich gelebt werden. »Es sind nicht die Mauern, die ein solches Gebäude zu unserem Haus machen. Es sind die Menschen, die zusammenkommen.«
Wolfgarten dankte den vielen Helfern, die in ihrer Freizeit geplant, gerechnet, organisiert und mit angepackt hätten. Rund 20 Prozent der Bausumme sollen durch Hand- und Spanndienste aus der Bürgerschaft erbracht werden.
Die nächsten Aufgaben stehen bereits an: Zwischenwände müssen fertiggemauert, Böden vorbereitet sowie Fenster und Türen eingebaut werden. Auch bei Elektro- und Haustechnik soll die Dorfgemeinschaft mitwirken. »Wir freuen uns über jede helfende Hand«, warb Wolfgarten um weitere Unterstützung.
Mechernichs Bürgermeister Michael Fingel lobte das verlässliche Zusammenspiel zwischen Dorf und Stadtverwaltung. Was in Lessenich zugesagt werde, werde auch umgesetzt. Das Projekt zeige, was entstehen könne, wenn Land, Stadt und Menschen vor Ort zusammenarbeiteten. Das Land bewilligte 250.000 Euro aus dem Heimatförderprogramm, die Stadt Mechernich steuert 150.000 Euro bei.
Zugleich erinnerte Fingel daran, dass ein Dorfgemeinschaftshaus mehr sei als ein Gebäude: Gerade weil gesellige Treffpunkte wie Kneipen vielerorts verschwänden, brauche es Orte der Begegnung.
Manfred Rechs von der UWV verwies darauf, dass durch Gespräche zwischen Vereinen und Verwaltung die Idee gereift sei, den Neubau mit dem benachbarten TuS-Gebäude zu verbinden. Eine vorbereitete Öffnung soll die gemeinsame Nutzung ermöglichen; der befestigte Platz bietet Raum für ein Festzelt. So können Veranstaltungen auch künftig größer gefeiert werden.
Auch Horst Sielaff, Ortsbürgermeister des benachbarten Antweiler, gratulierte und bezeichnete den Platz als gut geeignet. Den traditionellen Richtspruch hielt Zimmermeister Georg Schneider. Das neue Gebäude solle »ein Ort für alle, für Große und Kleine« werden. Unter dem Dachgebälk möge das Dorf zusammenrücken – bei Festen ebenso wie im Alltag. Anschließend stießen die Gäste gemeinsam auf die Zukunft an.

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