Frederik Scholl

Für Schwester Kuniberta (101) ist ein gemeinsames Familienessen in ihrer Heimat ein echter Herzenswunsch.

Zülpich. Im September feiert Schwester Kuniberta ihren 102. Geburtstag. Einen ganz besonderen Geburtstagswunsch wollen ihr zwei liebe Freundinnen schon vorher erfüllen. Ein gemeinsames Essen mit ihrer Familie in der Heimat.

Gemeinsam mit ihren Freundinnen Angela Kerner (li.) und Walburga Klimmeck (re.) geht es für  101-jährige Schwester Kuniberta am Sonntag mit dem ASB-Wünschewagen zu einem gemeinsamen Familienessen.

Gemeinsam mit ihren Freundinnen Angela Kerner (li.) und Walburga Klimmeck (re.) geht es für 101-jährige Schwester Kuniberta am Sonntag mit dem ASB-Wünschewagen zu einem gemeinsamen Familienessen.

Bild: Scholl

Für Schwester Kuniberta ist es immer eine ganz besondere Zeit, wenn ihre beiden Freundinnen Walburga Klimmeck und Angela Kerner sie im Konvent des Klosters Marienborn in Zülpich besuchen. Dort hat die Schwester des Cellitinnen-Ordens ihren Alterssitz gefunden und genießt ihren Ruhestand. »Die beiden sind nicht auf den Mund gefallen«, sagt die 101-Jährige und meint dabei ihre Freundinnen Walburga und Angela. »Wenn wir hier zusammen sind sprechen wir buchstäblich über Gott und die Welt aber auch gemeinsame Erlebnisse«, erklärt Walburga Klimmeck. »Vor allem aber lachen wir viel gemeinsam«, ergänzt Angela Kerner.

Trotz eines Altersunterschieds von mehr als 20 Jahren verbindet die beiden und Schwester Kuniberta eine tiefe und langjährige Freundschaft, deren Geschichte ungewöhnlicher nicht sein könnte. »Wir kennen uns seit 1965«, sagt die 78-Jährige Angela Kerner. »Damals haben wir mit gerade mal 18 Jahren an der Krankenpflegeschule in Köln-Bayenthal unsere Ausbildung begonnen. Und Schwester Kuniberta hat uns als Schulschwester unterrichtet«, blickt Walburga Klimmeck zurück. Klimmeck lebt heute in Bensberg, genießt die regelmäßigen Besuche bei Schwester Kuniberta und in der Zülpicher Börde aber nach wie vor. »Ich stamme aus Geich und fühle mich hier immer noch zu Hause«, sagt die 79-Jährige.

Letzter Besuch liegt neun Jahre zurück

Ihre ehemalige Lehrerin Schwester Kuniberta wird im September 102 Jahre alt. Sie stammt ursprünglich aus dem Umland von Osnabrück, genauer gesagt aus Wallenhorst. Kuniberta ist die älteste Schwester von ehemals sieben Geschwistern. Drei davon leben noch heute. Das letzte Mal besucht hat sie ihre Geschwister in Niedersachsen vor rund neun Jahren »Das war der 80. Geburtstag meiner Schwester«, sagt Kuniberta. Sie denkt immer gerne an diese Zeit zurück. »Der Zusammenhalt in unserer Familie ist schon immer sehr groß gewesen«, sagt die 101-Jährige. Und genau das ist der Grund, warum sie einen ganz besonderen Wunsch geäußert hat. »Ach ich möchte einfach nochmal gerne mit meiner Familie gemeinsam Essen«, sagt Kuniberta. Dieser Wunsch soll am kommenden Wochenende in Erfüllung gehen, auch dank ihrer beiden ehemaligen Schülerinnen.

Herzenswunsch soll in Erfüllung gehen

»Ich bin eigentlich mehr durch Zufall auf einen Flyer des Wünschewagens des Arbeiter-Samariter-Bundes Rhein-Erft/Düren gestoßen«, sagt Walburga Klimmeck. Sie nahm Kontakt auf und fand gemeinsam mit dem Wünscheerfüller-Team des ASB einen Termin. Am kommenden Sonntag soll es für Schwester Kuniberta, die im Alltag auf den Rollstuhl angewiesen ist, zu ihren Geschwistern und deren Familien gehen – zu einem gemeinsamen Essen. »Ich freue mich so darauf meine Lieben wieder zu sehen«, sagt Schwester Kuniberta. Ihre beiden Freundinnen Walburga Klimmeck und Angela Kerner dürfen sie natürlich begleiten. »Auch wenn die Fahrt mehrere Stunden dauert, langweilig wird uns dreien bestimmt nicht«, sagt Angela Kerner.

Der ASB-Wünschewagen Rheinland

Der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) erfüllt schwerstkranken oder sehr alten Menschen einen Herzenswunsch. Mit speziell ausgestatteten Fahrzeugen und medizinischer Begleitung werden Fahrten ermöglicht, die sonst oft nicht mehr realisierbar wären – etwa ans Meer, zu einem Konzert oder zu Angehörigen.
Das Projekt wird überwiegend durch Spenden finanziert und von ehrenamtlichen Helfern getragen. Für die Fahrgäste und ihre Begleitpersonen ist das Angebot kostenfrei. Ziel ist es, Menschen in sehr hohem Alter oder am Ende ihres Lebens noch einmal besondere Momente zu schenken und ihnen ein Stück Lebensqualität zurückzugeben. Weitere Informationen unter: www.wuenschewagen.de/rheinland