Gustave Eiffel lädt auf den neuen Platz ein
Nun wird er grundlegend neugestaltet. Anfang Mai beginnen die Bauarbeiten, Ende November soll die Gesamtmaßnahme abgeschlossen sein. Rund 1,2 Millionen Euro werden investiert – zu 60 Prozent aus Mitteln der Städtebauförderung.
Nettersheims Bürgermeister Norbert Crump erinnerte daran, dass die Grundlage für das Projekt vor 57 Jahren gelegt wurde, als die damalige Gemeinde Marmagen den Bereich entwickelte. Der Name Eiffelplatz – mit zwei »F« – ist eine Hommage an die Vorfahren von Gustave Eiffel, dem Erbauer des Pariser Eiffelturms, die ursprünglich aus dem heutigen Marmagen stammten.
Damals wurden alte Häuser im Ortskern zurückgenommen, um Platz zu schaffen. Vor mehr als zehn Jahren schlossen sich Nettersheim und die Nachbargemeinde Blankenheim zusammen, um ein interkommunales Entwicklungskonzept zu erarbeiten und Fördermittel zu akquirieren.
»Das hier ist einer der letzten Bausteine – dann ist auch der Deckel drauf«, so Crump zu der anstehenden Umgestaltung des Platzes. Mit Blick auf die angespannte Haushaltslage ergänzte er: »Durch Investitionen geht kein Haushalt in die Knie. Es ist richtig, das im Sinne der Bevölkerung umzusetzen.« Den Gemeindeanteil bezifferte er auf rund 450.000 Euro, die auf 50 Jahre abgeschrieben werden.
Die Planung ist das Ergebnis intensiver Bürgerbeteiligung. Zwei Workshops fanden statt – mit rund 80 Teilnehmern im Schützenhaus und über 100 Menschen in der abschließenden Bürgerversammlung. Die Wünsche der Bevölkerung flossen direkt ein: öffentliche Toilette, E-Lademöglichkeiten, optimierte Bushaltestelle, mehr Grün und mehr Aufenthaltsqualität. »Eine Aussage ist mir im Kopf geblieben«, sagte Crump: »Es wird schön.«
Städteplaner Bernd Niedermeier erläuterte das Konzept. Der Platz wird künftig in mehrere Ebenen gegliedert. Unten entsteht eine großzügige gepflasterte Veranstaltungsfläche mit Strom- und Wasseranschlüssen für Wochenmarkt, Maifeierlichkeit, Kirmes und andere Veranstaltungen. Das bisherige Rondell und Wartehütte fallen weg, die bestehende Umfahrt zwischen der oberen und unteren Ebene wird entsiegelt und fällt weg.
Oben entsteht ein parkähnlicher Aufenthaltsbereich mit Bänken, Baumpflanzungen und Möglichkeiten, etwa Boule zu spielen. Die Wege werden in wassergebundener Decke hergestellt. Eine mittlere Ebene mit Sitzmöglichkeiten verbindet beide Bereiche. »Sämtliche Wanderwege starten hier. Die Leute sollen sich wohlfühlen, wenn sie ankommen oder zurückkehren«, betonte Bernd Niedermeier. Im Rahmen des Projekts »100 Bäume« sollen zudem mehrere neue Bäume gepflanzt werden.
Der Hochbauplaner Christian Esser stellte das neue Multifunktionsgebäude in Holzbauweise vor, das Geldautomat der Kreissparkasse, öffentliche Toilette und Bushaltestellenunterstand unter einem begrünten Dach vereint. Die Materialwahl war keine Frage: »Es wird eine Holzkonstruktion werden, die sich prima ins Ortsbild eingliedert.« Die Fassade erhält Rhombusleisten, das Dach eine extensive Begrünung. »Wir versuchen, alles in einer schönen Einhausung zusammenzufassen – keinen Flickenteppich aus Einzelbauwerken«, so Esser.
Der Geldautomat wird während der Bauphase vorübergehend versetzt, damit er weiterhin nutzbar bleibt.
Parallel entsteht an der Ecke Kölner Straße/Keltenring, wo bereits zwei Häuser zurückgebaut wurden, nach einem weiteren Bürgerworkshop ein Dorfgarten. Während der Bauphase dient die Fläche als Ausweichstandort für den Wochenmarkt und als Parkraum. Im Haus Kölner Straße 53, das die Gemeinde erworben hat, zieht im Mai der neue Jugendraum ein – direkt im Ortskern.
Ortsvorsteher Bernd Maus machte deutlich, was der Eiffelplatz für das Dorf bedeutet: »Das ist ein sehr zentraler Ort – für Vereine ein Mittelpunkt, für Tourismus, für Fremde, für die Infrastruktur, die wir hier im Dorf halten.« Der Pavillon bleibt erhalten, der Gedenkstein für Gustave Eiffel wird neu inszeniert und prominent auf dem Platz positioniert. Auch der Maibaum der Junggesellen erhält einen neuen Ständer. In diesem Jahr findet die Maifeier noch auf dem alten Platz statt, bevor die Bagger kommen. Wenn der Zeitplan hält, könnte die Dorfgemeinschaft bereits zur Kirmes im Spätherbst das erste Glas auf dem neuen Eiffelplatz heben.

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