Frederik Scholl

WM-Feiern in Euskirchen: Stadt und Polizei setzen auf Augenmaß am Europakreisel

Euskirchen /FS). Die Fußball-Weltmeisterschaft hat begonnen – und mit ihr die Vorbereitungen von Stadt Euskirchen und Kreispolizeibehörde auf mögliche Fanfeiern und Autokorsos. Bei einem gemeinsamen Pressegespräch im Rathaus machten Bürgermeister Sacha Reichelt und Vertreter der Polizei deutlich: Gefeiert werden darf, solange niemand gefährdet wird.
Der Europakreisel hat sich bei vergangenen, internationalen Turnieren als zentraler Treffpunkt für Fußballfans etabliert. Polizei und Stadt sehen sich gut vorbereitet auf mögliche Fan-Feiern.

Der Europakreisel hat sich bei vergangenen, internationalen Turnieren als zentraler Treffpunkt für Fußballfans etabliert. Polizei und Stadt sehen sich gut vorbereitet auf mögliche Fan-Feiern.

Bild: Scholl

Mit dem neuen WM-Modus und mehr teilnehmenden Nationen rechnen Stadt und Polizei grundsätzlich mit einem höheren Potenzial für Fanfeiern. Gleichzeitig weisen die Verantwortlichen darauf hin, dass die in Nordamerika ausgetragene Weltmeisterschaft teilweise zu ungewöhnlichen Anstoß- und Endzeiten führt. »Wir wollen den Leuten nicht das Feiern verbieten«, betonte Bürgermeister Sacha Reichelt. Gleichzeitig appellierte er an die Rücksichtnahme gegenüber Anwohnern und Berufstätigen. Autokorsos in den frühen Morgenstunden seien kaum vermittelbar. Entscheidend sei zudem, dass es zu keiner Gefährdung von Menschen oder zu Ausschreitungen komme. Dann würden Ordnungsamt und Polizei eingreifen.

Der Europakreisel hat sich in den vergangenen Jahren als zentraler Treffpunkt für Fußballfans etabliert. Polizeihauptkommissar Johannes Lambertz, Leiter des Bezirksdienstes Euskirchen und derzeit Vertreter des Wachleiters, erklärte, dass die Einsatzkräfte die Lage nach Spielende genau beobachten werden. Eine Sperrung des Kreisverkehrs sei möglich, werde aber nicht automatisch erfolgen. Vielmehr entscheide die Situation vor Ort. Kriterien seien unter anderem die Zahl der Besucher, deren Verhalten und mögliche Gefahrenlagen.

Kurzfristige Sperrungen möglich

Sollte eine größere Menschenmenge auf dem Kreisel feiern, könne der Fahrzeugverkehr nach einem vorbereiteten Sperrkonzept umgeleitet werden. Ziel sei es dann, die Feiernden vor dem Straßenverkehr zu schützen. Anders sähe es aus, wenn einzelne Verkehrsteilnehmer den Kreisel für riskante Fahrmanöver missbrauchen würden. Dann würden Polizei und Ordnungsamt konsequent einschreiten. Lambertz stellte klar: »Die Straßenverkehrsordnung ist nicht außer Kraft gesetzt, auch wenn Deutschland oder andere Nationen Fußball spielen.«

Problematisch seien insbesondere Bengalos, Feuerwerkskörper in Menschenmengen oder Personen, die sich während der Fahrt aus Fahrzeugen lehnen. Solche Situationen habe es bei früheren Turnieren vereinzelt gegeben. In den meisten Fällen seien die Feiern jedoch friedlich verlaufen.

Auch auf Vorwürfe aus vergangenen Turnieren ging Bürgermeister Reichelt ein. In sozialen Medien sei vereinzelt behauptet worden, bestimmte Nationen würden bei Kontrollen bevorzugt oder benachteiligt. Dies wies er entschieden zurück. Polizei und Ordnungsamt behandelten alle Menschen unabhängig von Herkunft oder Nationalität gleich. Unterschiede bei Entscheidungen ergäben sich allenfalls aus der jeweiligen Gefahrenbewertung vor Ort.

Gut aufgestellt für kommende Wochen

Stadt und Polizei sehen sich für die kommenden Wochen gut vorbereitet. Beide Behörden wollen die Entwicklung des Turniers aufmerksam verfolgen und je nach Lage reagieren. Reichelt verband dies mit einem Appell an die Fans: Die Weltmeisterschaft solle Menschen verbinden. Im Vordergrund müssten der Sport, die Gemeinschaft und friedliche Feiern stehen.