Michael Nielen

Feuer und Flamme für die Kinderfeuerwehr

Blankenheim. Die Freiwillige Feuerwehr Blankenheim hat eine Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen. Sechs Jungen im Alter zwischen sechs und acht Jahren sind dort bereits mit Feuereifer bei der Sache. Mit dem Angebot will die Wehr den Nachwuchs frühzeitig für sich gewinnen.
Die erste Kinderfeuerwehr der Gemeinde Blankenheim ist gegründet: Sechs Jungen im Alter zwischen sechs und acht Jahren sind mit Begeisterung dabei – betreut werden sie von Kerstin Heller und Isabell Engel.

Die erste Kinderfeuerwehr der Gemeinde Blankenheim ist gegründet: Sechs Jungen im Alter zwischen sechs und acht Jahren sind mit Begeisterung dabei – betreut werden sie von Kerstin Heller und Isabell Engel.

Bild: Michael Nielen

Was lange Zeit ein Wunsch war, ist nun Realität geworden: Die erste Kinderfeuerwehr in der Gemeinde Blankenheim ist am Start. Das freute nicht nur die Blankenheimer Bürgermeisterin Jennifer Meuren: »Jetzt haben wir neben der Jugendfeuerwehr auch eine Kinderfeuerwehr.« Auch die Wehrleitung mit Volker Mies, Leiter der Gemeindefeuerwehr Blankenheim, sowie seine beiden Stellvertreter Elmar Heck und Philipp Heller zeigten sich sehr zufrieden.

Die Fachleute wissen: Momentan erfreut sich die Feuerwehr bei Jugendlichen zwar großer Beliebtheit. »Aber auch wir wissen um den demografischen Wandel, der uns als Feuerwehr Sorgen bereiten kann«, so Volker Mies. Er ist derzeit Chef von 350 aktiven Feuerwehrfrauen und -männern sowie von 85 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr in den 13 Löschgruppen der Gemeinde.

Die Wehrleitung berichtete, dass sich unter den Einsatzkräften kaum sogenannte »Seiteneinsteiger« befinden. Die Frauen und Männer, die Brände löschen, Leben retten oder Menschen aus Notlagen befreien – um nur einige Tätigkeiten der Feuerwehr zu nennen –, rekrutieren sich überwiegend aus dem eigenen Nachwuchs.

Nach Angaben von Volker Mies bleiben rund 80 bis 85 Prozent der Jugendfeuerwehrleute bei der Stange und wechseln mit Erreichen des Mindestalters in die Reihen der Aktiven. Auch deshalb lag ihm die Gründung einer Kinderfeuerwehr für die Jüngsten besonders am Herzen.

Zwar ist Blankenheim nicht die erste Feuerwehr im Kreis Euskirchen mit einem solchen Angebot – in Euskirchen, Zülpich und Mechernich gibt es bereits Kinderfeuerwehren –, doch im Südkreis gehört dies noch zu den Ausnahmen.

Ins Leben gerufen wurde die Kinderfeuerwehr von Kerstin Heller und Isabell Engel, die mit viel Herzblut und Engagement die Gruppe betreuen. Heller ist eine erfahrene Feuerwehrfrau, Engel arbeitet als Erzieherin und bringt das pädagogische Fachwissen mit. Beide haben einen Jugendgruppenleiterlehrgang absolviert und ihren Erste-Hilfe-Kurs aufgefrischt.

Ziel der Kinderfeuerwehr ist es nach Aussage der beiden Betreuerinnen nicht, aus den Kindern sofort Feuerwehrleute zu machen. Vielmehr sollen sie spielerisch erfahren, was Feuerwehr bedeutet und was sie ausmacht.

Wie wird die Feuerwehr alarmiert, welche Geräte nutzt sie, wie entsteht ein Brand und wie wird er gelöscht? Das sind mögliche Themen, die bei der Kinderfeuerwehr kindgerecht vermittelt werden. So haben die sechs »Gründungskinder« bereits eine Führung durch das Feuerwehrgerätehaus in Blankenheim gemacht, durften hinter das Steuer eines Einsatzfahrzeugs rutschen und die Ausrüstung der Feuerwehrleute bestaunen.

Die Kinderfeuerwehr richtet sich an Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren. Maximal zehn Kinder können an dem Angebot teilnehmen. An jedem dritten Donnerstag im Monat ist Kinderfeuerwehrtag in Blankenheim.

»Sind die Kinder erst mal um die zehn Jahre alt, ist es oft zu spät für uns. Sie haben dann schon ihr Hobby gefunden«, verrät Volker Mies einen weiteren Vorteil der Kinderfeuerwehr. »So finden sie den Weg zur Feuerwehr, bevor ihre Freizeit bereits mit anderen Aktivitäten wie Fußball oder Musik verplant ist.«

Die Gemeinde Blankenheim, der Verband der Feuerwehren sowie eine Versicherung haben zudem als Sponsoren für eine attraktive Ausstattung der Kinderfeuerwehr gesorgt. Von der Gemeinde gibt es Base-Caps, Trinkbeutel und blaue T-Shirts mit dem Logo der Kinderfeuerwehr. Der Verband der Feuerwehren hat Playmobilfiguren, Spiele, Kindersitze und als Highlight einen tretbaren Feuerwehr-Unimog beigesteuert.

Sollte sich der Bedarf über die vorhandenen Plätze hinaus erweitern, kann sich die Wehrleitung durchaus die Gründung weiterer Kinderfeuerwehrgruppen auch an anderen Standorten im Gemeindegebiet vorstellen. Voraussetzung ist allerdings, dass sich qualifiziertes Betreuungspersonal findet.


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