Mit 275.000 Euro weiter Zukunft lernen
Gute Nachrichten für das Naturzentrum Eifel: Die Einrichtung in Nettersheim darf sich auch in den kommenden drei Jahren als Regionalzentrum für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bezeichnen. Das Land Nordrhein-Westfalen stellt dafür 275.000 Euro zur Verfügung. Mit dem Geld sollen bewährte Bildungsangebote fortgeführt, aber auch neue Themen und Projekte angepackt werden.
Die Förderung läuft bis März 2029 und deckt 80 Prozent des gesamten Projektvolumens von rund 350.000 Euro ab. Das Geld stammt aus dem NRW-Umweltministerium. Für Norbert Crump, Bürgermeister der Gemeinde Nettersheim, ist die erneute Förderung weit mehr als eine finanzielle Unterstützung. Sie stärke auch das Profil der Eifelgemeinde, die sich seit vielen Jahren dem Natur- und Umweltschutz verschrieben hat.
»Das ist auch ein Alleinstellungsmerkmal«, betont Crump. Schließlich gehöre das Naturzentrum Eifel zu den 34 anerkannten BNE-Regionalzentren in Nordrhein-Westfalen.
Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem etwas sperrigen Begriff »Bildung für nachhaltige Entwicklung«? Alexander Mauel, Leiter des Naturzentrums Eifel und verantwortlich für den Bereich BNE, hat darauf eine recht einfache Antwort. »Das Ziel ist, alle Generationen und alle Menschen durch Bildungs- und Weiterbildungsangebote, durch lebenslanges Lernen in eine Position zu bringen, dass sie eigenständig Entscheidungen treffen können, damit auch zukünftige Generationen noch etwas Lebenswertes vorfinden.«
Dabei gehe es keineswegs darum, den Menschen vorzuschreiben, wie sie zu leben oder welche Entscheidungen sie zu treffen haben. Vielmehr wolle man Wissen vermitteln, Zusammenhänge aufzeigen und zum Nachdenken anregen. »Das heißt nicht, so indoktrinationsmäßig zu sagen, Kohlekraftwerke sind doof«, nennt Alexander Mauel ein Beispiel. Stattdessen gehe es darum, anhand konkreter Angebote Möglichkeiten aufzuzeigen und den Menschen anschließend die Entscheidung selbst zu überlassen. Ein Ansatz, der sich an alle Generationen richtet.
Dabei muss das Rad keineswegs immer neu erfunden werden. Ein gutes Beispiel ist das Programm »Walderleben«, das in Nettersheim bereits seit rund 30 Jahren angeboten wird. Ging es ursprünglich vor allem darum, die Natur und ihre Zusammenhänge kennenzulernen, werden heute weitere Aspekte einbezogen.
So spielt etwa die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes ebenso eine Rolle wie seine Funktion als Erholungsraum. Auch gesellschaftliche Entwicklungen wie das sogenannte »Waldbaden« können dabei zum Thema werden.
Die Arbeit des Naturzentrums als BNE-Regionalzentrum stützt sich auf vier Säulen. Neben den eigenen Bildungs- und Veranstaltungsangeboten gehören dazu das Landesprogramm »Schule der Zukunft«, die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern sowie die Vernetzung mit den anderen BNE-Regionalzentren in Nordrhein-Westfalen.
In der neuen Förderperiode sollen zudem zwei Themen stärker in den Mittelpunkt rücken, die angesichts der aktuellen Entwicklungen zunehmend an Bedeutung gewinnen: der Klimawandel und der Verlust der natürlichen Nacht.
Gerade das Thema Lichtverschmutzung liegt Alexander Mauel am Herzen. Denn die zunehmende künstliche Beleuchtung verändert nicht nur den Blick auf den Sternenhimmel, sondern hat auch Auswirkungen auf die Natur und ihre Lebewesen.
»Dieses ganze Thema Lichtverschmutzung und Verlust der natürlichen Nacht ist eine der wenigen menschengemachten Umweltkatastrophen, wo wir zumindest theoretisch die Möglichkeit haben, die komplett wieder umzukehren«, erklärt Mauel.Anders als bei vielen anderen Umweltproblemen könne man hier vergleichsweise schnell etwas verändern – beispielsweise durch einen bewussteren Umgang mit künstlicher Beleuchtung.
Dass sich auch mit kleinen Entscheidungen im Alltag einiges bewirken lässt, gehört zu den zentralen Botschaften der Bildungsarbeit. Ob beim Verzicht auf unnötige Plastikverpackungen, beim Umgang mit Energie oder beim Einkauf: Nachhaltigkeit beginnt oft im Kleinen.
Mit der erneuten Landesförderung hat das Naturzentrum Eifel nun Planungssicherheit für weitere drei Jahre - und damit die Möglichkeit, Bildungsarbeit fortzusetzen und auszubauen. Infos zu den Angeboten des Naturzentrums unter www.naturzentrum-eifel.de.
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