

Nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 war sie stark beschädigt und für viele Bewohner eine tägliche Herausforderung: die Brücke zur Seniorenresidenz »Alte Gerberei« in Bad Münstereifel. Nun ist sie neu gebaut – stabil, sicher und wieder ein selbstverständlicher Weg im Alltag.
Der Wohn- und Betreuungsverbund Haus Sonne, Teil einer Eigentümergemeinschaft in der Werther Straße, hat den Neubau gemeinsam mit den anderen Eigentümern aus eigener Kraft realisiert. Thomas Hochgürtel, zuständig für Qualitätsmanagement, Controlling und Organisation bei Haus Sonne, erinnert sich: »Zunächst wurde der Übergang mit einer provisorischen Betonkonstruktion stabilisiert, damit er weiterhin genutzt werden konnte. Aber klar war: Auf Dauer braucht es eine andere Lösung.«
Und die ist nun umgesetzt. Unter anderem mit Mitteln aus der Wiederaufbauhilfe sowie gesonderter finanzieller Unterstützung der Hilfsorganisation »Aktion Deutschland Hilft« konnte der Neubau der Brücke realisiert werden. Die Bauarbeiten stellten die Verantwortlichen jedoch vor einige Herausforderungen.
Denn der Übergang führt über ein fließendes Gewässer: die Erft. »Teilweise musste eine trockene Baugrube hergestellt werden – das war technisch aufwendig«, erklärt Hochgürtel. Gleichzeitig musste während der gesamten Bauzeit der Zugang zu den Wohnungen gewährleistet bleiben. Deshalb wurde zusätzlich eine provisorische zweite Brücke errichtet, über die Bewohner, Mitarbeitende und Besucher die Gebäude hinter der Brücke rund ein Jahr lang erreichen konnten.
Seit Dezember ist die neue Brücke nun fertiggestellt und in Betrieb. Wer heute darüber geht, merkt kaum noch, welcher Kraftakt eigentlich dahintersteht, arbeitstechnisch und finanziell. Denn neben der eigentlichen Brücke mussten auch umfangreiche Arbeiten im Untergrund erledigt werden. So wurde unter anderem eine neue Abwasserhebeanlage installiert, außerdem verlaufen unter dem Bauwerk Versorgungsleitungen für Gas, Strom und Telekommunikation zu den dahinterliegenden Gebäuden. Auch Bereiche der angrenzenden Uferbefestigung mussten nach den Flutschäden komplett erneuert und fachgerecht angebunden werden.
Bei Planung und Umsetzung setzten die Eigentümergemeinschaft und die eingesetzte Hausverwaltung bewusst auf regionale Partner. Die Statik übernahm das Büro „Schneider und Steib“ aus Meckenheim, die Planung das Architekturbüro „Lorenz“ aus Bad Münstereifel. Von der Ausschreibung bis zur Fertigstellung dauerte das Projekt rund ein Jahr.
Heute sind Geschäftsführer Hardy Kremer und sein ganzes Team von Haus Sonne sehr zufrieden mit dem Ergebnis und dankbar über die zusätzliche Unterstützung der „Aktion Deutschland hilft“ ergänzend zu den wichtigen Mitteln der Wiederaufbauhilfe: „Die Brücke ist nicht nur funktional, sondern auch optisch gelungen. Vor allem aber bedeutet sie für unsere Bewohnerinnen und Bewohner wieder ein Stück Normalität im Alltag.“




