

Die Gemeinde Kall trauert um ihren Altbürgermeister Hans Kaiser. Er ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Von 1999 bis 2007 stand er als Bürgermeister an der Spitze der Gemeinde. In dieser Zeit hat er die Entwicklung Kalls maßgeblich mitgeprägt. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt blieb er seiner Heimatgemeinde und den Menschen eng verbunden.
Bürgermeister Emmanuel Kunz: „Meine und unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei seiner Frau Karin und der gesamten Familie. In der Gemeinde Kall wird Hans Kaiser unvergessen bleiben – als Mensch und als Altbürgermeister. Er hat Spuren hinterlassen, nicht zuletzt durch seinen Einsatz für Kall als starken Gewerbe- und Wirtschaftsstandort.“ Als Ausdruck unserer Anteilnahme habe ich am Rathaus Trauerbeflaggung angeordnet.“
Hans Kaiser war ein Keldenicher durch und durch. Geboren wurde er 1939 in Köln. Seine Eltern stammten aus Keldenich; während des Zweiten Weltkriegs kam er als Kind in die Eifel. Hier blieb er und baute sich gemeinsam mit seiner Frau Karin ein Leben auf. Über Jahrzehnte war Keldenich sein Zuhause.
Hans Kaisers beruflicher Weg begann mit einer kaufmännischen Ausbildung bei der Kaller Firma Schumacher. Später arbeitete er viele Jahre als Versicherungskaufmann und machte sich schließlich selbstständig. Gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn war er zudem an der Firma Kaiser Maschinenbau beteiligt.
Auch politisch engagierte sich Hans Kaiser früh. Bereits 1972 zog er erstmals in den Kaller Gemeinderat ein, ab 1975 gehörte er dem Rat kontinuierlich an. Über viele Jahre war er Vorsitzender der CDU-Fraktion und setzte sich auch als Ortsvorsteher für Keldenich ein. 1999 wurde er zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Kall gewählt. Nach zwei Amtsperioden schied er Ende 2007 aus Altersgründen aus dem Amt aus.
Wie sehr er sich mit Kall identifizierte, brachte Hans Kaiser selbst einmal in wenigen Worten auf den Punkt. In einem Interview zu seinem Abschied aus dem Bürgermeisteramt wurde er gefragt, was ihm spontan zu Kall einfalle. Seine Antwort: „Kall ist liebenswert und wirtschaftsstark.“ Die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde lag ihm besonders am Herzen. Im Rückblick auf seine Amtszeit bezeichnete er es als einen seiner größten Erfolge, dass sich der gewerbliche Bereich kontinuierlich entwickelt habe. Bereits ansässige Unternehmen seien gewachsen, neue Flächen erschlossen worden. Als die Pläne für das Gewerbegebiet entstanden, habe es auch erheblichen Widerstand gegeben. „Ihr seid bekloppt“, habe man ihm damals entgegengehalten. Doch Kaiser ließ sich nicht beirren.
Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Rathaus dachte Hans Kaiser nicht daran, sich vollständig zurückzuziehen. Auf die Frage, ob er sich nun zur Ruhe setzen werde, antwortete er damals mit einem entschiedenen: „Nein!“ Diese Mischung aus Tatkraft, Direktheit und Verbundenheit mit seiner Heimat prägte Hans Kaiser. Er war Unternehmer, Kommunalpolitiker, Familienmensch und über viele Jahre Bürgermeister der Gemeinde Kall. Er war Jäger und Sportschütze, interessierte sich für die Entwicklung seiner Heimat und blieb auch nach seiner aktiven politischen Zeit ein aufmerksamer Beobachter des Geschehens in Kall. Nun ist Hans Kaiser nach langer schwerer Krankheit verstorben.
Die Gemeinde Kall wird Hans Kaiser als ihren Altbürgermeister, als engagierten Kommunalpolitiker und als Menschen in Erinnerung behalten, der seine Heimatgemeinde über viele Jahrzehnte begleitet und mitgestaltet hat.




