Michael Nielen

Uedelhovener Krippe als Symbol der Hoffnung

Uedelhoven/Köln. Die ehemaligen, alten und lädierten Krippenfiguren aus Uedelhoven überstanden die Ahrflut und werden momentan im Rahmen einer besonderen Austellung in der Basilika St. Gereon in Köln gezeigt.
Im Gedenken an die Opfer und Geschädigten der Hochwasserkatastrophe wurde 2021 diese Gedenkkrippe in Uedelhoven aufgebaut.

Im Gedenken an die Opfer und Geschädigten der Hochwasserkatastrophe wurde 2021 diese Gedenkkrippe in Uedelhoven aufgebaut.

Bild: Privat

Jahrzehntelang gehörten sie ganz selbstverständlich zur Weihnachtszeit, die rund 70 Zentimeter hohen Krippenfiguren in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt Uedelhoven. Bis in die 1960er Jahre standen sie dort, ehe der Zahn der Zeit ihnen zusetzte und neue Figuren angeschafft wurden. Die alten Gipsfiguren verschwanden auf dem Speicher – vergessen, verstaubt, von Feuchtigkeit gezeichnet.

Ihr Weg führte sie schließlich nach Rech an der Ahr. Die Brüder Niethen nahmen sich der Figuren an, besserten sie aus und stellten sie in ihrer internationalen Krippenausstellung aus – zwischen mehr als 200 Exponaten aus aller Welt. Dort standen die einstigen Uedelhovener Figuren, bis die Flutnacht des 14. Juli 2021 alles veränderte. Die Wassermassen zerstörten fast die gesamte Ausstellung. Dass die Uedelhovener Krippe überlebte, grenzt an ein Wunder. Sie stand auf einem Podest im abgesperrten Bereich – hoch genug, um dem Schlimmsten zu entgehen. Verschlammt, beschädigt, aber größtenteils gerettet. Einige Figuren allerdings blieben für immer verschwunden.

Für die Brüder Niethen war die Katastrophe existenziell - beide hochbetagt, alleinstehend, ihr Haus unbewohnbar. Der Heimatverein Uedelhoven entschloss sich zu helfen. Gegen eine großzügige Spende kehrten die Figuren an ihren Ursprungsort nach Uedelhoven zurück. Dauerhaft bleiben konnten sie dort jedoch nicht.

Gemeinsam mit den Brüdern Niethen, so Erwin Stein, fiel daher die Entscheidung, die Krippe im Jahr 2025 an die Krippenfreunde Region Köln zu übergeben. Dort wird sie nun in der Basilika St. Gereon gezeigt. Der Anlass: Seit 100 Jahren gibt es die Landesgemeinschaft der Krippenfreunde im Rheinland und Westfalen. Die Ausstellung in St. Gereon zeigt nun noch bis zum 2. Februar täglich von 10 bis 18 Uhr die Entwicklung der Krippenkunst in den letzten hundert Jahren.

In Uedelhoven selbst entstand nach der Flut eine besondere Gedenkkrippe. Der Stall gebaut aus zerbrochenen Rebstöcken, der Boden aus verschlammten Schiefersteinen. Kein Heu, kein Stroh. Der Engel fehlte – an seiner Stelle eine weiße Taube. Symbol für Hoffnung nach der Sintflut. Auch die Heiligen Drei Könige waren nicht vollständig: Zwei kamen, einer blieb aus. Wie so vieles nach der Flut unvollständig blieb. Ein stilisierter Verlauf der Ahr zog sich durch das Krippenbild. Kerzen am Ufer erinnerten an die zerstörten Orte, an die Opfer, an das Leid. Eine Krippe nicht zum Anschauen, sondern zum Innehalten. Der Geist dieser alten und lädierten Figuren sollte allen Opfern und Geschädigten der Hochwasserkatastrophe Trost und Hoffnung spenden.

Der Heimatverein Uedelhoven bittet weiterhin um Spenden zur Unterstützung der Brüder Niethen unter IBAN: DE80 3706 9720 1009 2030 16. Auch Spenden an die Krippenfreunde Region Köln sind laut Erwin Stein möglich.


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