Waldbrand im Nationalpark gelöscht – aber es bleibt »brandgefährlich«
Wie ernst die Lage ist, zeigte sich jüngst im östlichen Kermeter. Dort war ein Brand auf einer Fläche von etwa 16.600 Quadratmetern ausgebrochen, was der Größe von etwas mehr als zwei Fußballfeldern entspricht. Durch ein Großaufgebot der umliegenden Feuerwehren und in enger Kooperation mit der Nationalparkverwaltung konnte das Feuer gelöscht werden.
Neuer Fire-Fighter im Einsatz
»Dank des entschlossenen und professionellen Einsatzes der Feuerwehrkräfte, in Kombination mit den speziellen Ortskenntnissen der Mitarbeitenden der Nationalparkverwaltung und dem schnellen Einsatz des neuen Speziallöschfahrzeugs ‚Fire-Fighter‘ von Wald und Holz NRW, einem mit einem großen Wassertank und Spritzvorrichtungen ausgestatteten geländegängigen Holz-Forwarder, konnte der Brand zügig unter Kontrolle gebracht werden«, erklärt Nationalparkleiter Michael Lammertz.
Mitarbeitende der Nationalparkverwaltung hielten nach der Brandlöschung in der darauffolgenden Nacht und am folgenden Tag Brandwache im Schichtdienst.
Brandschutzkonzept erarbeitet
Aufgrund der allgemein zugenommenen Trockenheit während der vergangenen Jahre hat die Nationalparkverwaltung Eifel mit den Leitstellen der Landkreise Euskirchen, Düren und Städteregion Aachen ein Brandschutzkonzept entwickelt. Dabei wurden zu schützende Objekte beschrieben, potentielle Wasserentnahmestellen sowie die Befahrbarkeit der Wege für Einsatzfahrzeuge geprüft und festgelegt und in einer Karte zur Brandbekämpfung dokumentiert. Zudem kontrollieren die örtlichen Feuerwehrkräfte regelmäßig gemeinsam mit den Nationalpark-Bezirksleitungen die Rettungswege im Nationalpark. Zu weiteren Präventionsmaßnahmen zählt die Ausstattung der Mitarbeitenden der Nationalparkverwaltung mit Löschrucksäcken und Brandhacken für den Notfall. In der Wald- und Flächenbrandbekämpfung wurden sie durch die Feuerwehr geschult.
Nahezu alle Waldbrände in Nordrhein-Westfalen werden nicht durch Blitzschläge, sondern durch unachtsames Verhalten von Menschen verursacht. Auch auf der Brandfläche im Kermeter wurden Spuren eines illegalen Lagerfeuers gefunden. »Für derartige Verstöße im Nationalpark können Bußgelder von bis zu 50.000 Euro nach der Nationalpark-Verordnung Eifel verhängt werden. Zudem wird Brandstiftung nach dem Strafgesetzbuch mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet, und Verursacher müssen für den entstandenen Schaden zivilrechtlich aufkommen«, mahnt Lammertz.
Mittelfristig wird auch die im Nationalpark Eifel natürlich ablaufende Entwicklung hin zu Laubmischwäldern zu einer Verringerung der Waldbrandgefahr führen. Die Nationalparkverwaltung unterstützt diese Entwicklung in den teilweise noch vorhandenen, nicht heimischen Nadelholzreinbeständen. Seit der Gründung des Schutzgebietes wurden bereits auf einer Fläche von über 1.000 Hektar über eine Million junge Rotbuchen unter älteren Fichten gepflanzt. Beobachtungen zeigen zudem, dass sich in abgestorbenen Fichtenbeständen innerhalb weniger Jahre eine neue, wesentlich stabilere und feuerresistentere Laubmischwaldgeneration entwickelt. Diese ist auch gegenüber anderen Wetterextremen deutlich widerstandsfähiger.
Für die aktuelle Situation gilt weiterhin: Die wichtigste Maßnahme zur Brandvermeidung im Nationalpark ist es, bei den Gästen das Bewusstsein für das strikte Rauch- und Feuerverbot zu schärfen. Es liegt in der Verantwortung aller Besucher, achtsam zu sein und Brände zu verhindern.
Aus gegebenem Anlass bittet die Nationalparkverwaltung darum, das ganzjährige Verbot offenen Feuers im Nationalpark zu beachten. Dieses schließt ausdrücklich auch das Rauchen ein. Außerhalb der Nationalparkgrenzen gilt im Wald zudem vom 1. März bis zum 31. Oktober ein gesetzliches Rauchverbot. Darüber hinaus dürfen Waldwege und Zufahrten keinesfalls zugeparkt werden, da sie als wichtige Rettungswege für Einsatzfahrzeuge freigehalten werden müssen.

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