

Das Bad Münstereifeler Stadtgebiet besteht knapp zur Hälfte aus Wald, davon wiederum ist etwa die Hälfte in städtischer Hand. Im Großteil Deutschlands galt am vergangenen Wochenende der zweithöchste Waldbrandgefahrenindex der Stufe 4. Dies setzt auch den Forstbetrieb der Stadt Bad Münstereifel in erhöhte Alarmbereitschaft. Besonders extrem von der anhaltenden Dürre der vergangenen Wochen ist der Wald in den tieferen Lagen betroffen. In den Stadtwaldbereichen rund um Bad Münstereifel, die derzeit akut waldbrandgefährdet sind, befinden sich zudem viele Erholungswaldeinrichtungen und gute Wanderwege. Viele Menschen verhalten sich vorbildlich, so die Stadt. »Das freut uns, denn nur gemeinsam können wir auf den großen Wald achten und ihn vor Bränden schützen«, sagt Stefan Lott vom Forstbetrieb der Stadt: »Aber leider werden auch immer wieder Menschen angetroffen, die zwischen März und Oktober trotz Verbot in Waldnähe oder sogar im Wald rauchen oder Campingkocher und Grill betreiben. Dabei wäre für uns der aufmerksame und umsichtige Bürger der wichtigste Verbündete im Kampf gegen den Waldbrand.« Stefan Lott appelliert nicht nur, sich dringend an die Verbote zu halten, sondern auch, bei Rauchentwicklung sofort mit möglichst genauer Ortsangabe den Notruf 112 zu informieren.
»Es ist wichtig, Feuer möglichst frühzeitig zu erkennen, um die Ausbreitung einzudämmen und eine Eigendynamik des Feuers zu unterbinden«, so Stefan Lott. Deshalb kontrolliert der städtische Forstbetrieb die großen Stadtwaldkomplexe engmaschig. Ab Stufe 4 des Waldbrandgefahrenindexes kommt dabei regelmäßig eine Drohne zum Einsatz, um Rauchentwicklungen früh zu entdecken, Brandherde zu lokalisieren und bei Bedarf Einsätze zu unterstützen. Weitwinkelbilder und Wärmebildaufnahmen mit Zoomfunktionen unterstützen das schnelle Erkennen von Brandherden. Außerdem können bei der Brandnachsorge verbliebene Glutnester aufgespürt werden.
Ebenso kann die Drohne für Warndurchsagen genutzt werden und Wanderer in entlegenen Gebieten können bei einem Brand möglichst schnell in Sicherheit navigiert werden. Aufnahmen von Waldbesuchern werden bei den Überflügen übrigens nicht gefertigt. Wer das Drohnenteam des Forstbetriebes im Stadtwald antrifft, kann die Mitarbeitenden gerne ansprechen.
Gefahr durch
herabfallende Äste
Feuer sei jedoch, so die Stadt, für Waldbesuchende derzeit nicht die einzige Gefahr. Da trockenes Holz schnell brüchig wird, sind Wandernde momentan verstärkt durch herabfallende Äste gefährdet. »Bitte verhalten Sie sich daher im Stadtwald umsichtig und treten nicht unter Altbäume mit großen Kronen und Trockenschäden«, appelliert Stefan Lott. »Am besten halten Sie sich momentan nicht im Wald auf«, ergänzt Bürgermeister Sebastian Glatzel: »Die meisten Waldbrände entstehen – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – durch menschliches Fehlverhalten. Außerdem kann der Wald bei einem Brand schnell zur Falle werden.«
So reagieren Bäume auf Wassermangel
Seit Wochen werfen die Bäume im Wald schon grüne Blätter ab und versuchen, sich so auf den Wassermangel im Boden einzustellen. Vielen Bäume können bei dieser Dürre mit der Knospenbildung nicht abschließen, so dass ihre Kronenbereiche absterben werden. Vor allem Rotbuchen zeigen in den unteren Lagen des Stadtwaldes sehr starke Trockenschäden im Bereich der Kronen.




