Michael Nielen

»Wir haben jetzt die schönste Straße im Stadtgebiet«

Eiserfey. Knapp zwei Jahre Bauzeit, rund 2,7 Millionen Euro Investition: Die erneuerte K 58 zwischen Eiserfey und Harzheim ist offiziell für den Verkehr freigegeben worden.

»Uns ist es wichtig, dass wir die Infrastruktur in Ordnung halten, denn wir übergeben diese auch nachfolgenden Generationen«, betonte Landrat Markus Ramers bei der offiziellen Freigabe, zu der auch viele Anlieger gekommen waren.

Die Baumaßnahmen an der K 58 umfassten die komplette Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Eiserfey im Bereich »Am Weinberg« sowie den Ausbau der bislang nicht ausgebauten freien Strecke zwischen Eiserfey und Harzheim.

Die Umsetzung erfolgte als Gemeinschaftsmaßnahme mit der Stadt Mechernich, die im Rahmen der Arbeiten die Gehwege, die Straßenbeleuchtung und die Wasserversorgung erneuerte. Insgesamt wurden rund 1.200 Meter Straße ausgebaut, davon etwa 310 Meter innerorts.

Achim Blindert, Allgemeiner Vertreter des Landrats, erläuterte die technischen Details der Maßnahme. Innerhalb der Ortslage ist die Fahrbahn nur 3,50 Meter breit und wird von gepflasterten Gehwegen auf beiden Seiten gesäumt. Begegnen sich zwei Fahrzeuge, können die Fahrer auf die Pflasterflächen ausweichen. »Großes Ziel bei der Maßnahme war es, die Straße sicherer zu machen. Ich hoffe, dass wir das erreicht haben«, so Blindert. Durch eine Einengung mit Fahrbahnversatz unmittelbar vor der Einfahrt in den Ort werde zudem die Geschwindigkeit gesenkt. Sollte das nicht ausreichen, könne der Kreis nachsteuern: »Wir haben Messgeräte, und wenn alle Stricke reißen, sind wir auch in der Lage, hier noch eine Geschwindigkeitsbremse in Form einer Insel einzubauen.«

Ein besonderes Augenmerk lag auf der Entwässerung. Das Regenwasser wird künftig in der Straßenmitte abgeleitet, also weg von den Häusern. Ein neues Rückhaltebecken oberhalb des Ortes fängt bei Starkregen das Wasser auf. Blindert: »Der Durchmesser der Entwässerungsleitung ist verdoppelt worden, die Leistungsfähigkeit dadurch versechsfacht.« Auch der Durchlass des Hauserbachs an der Einmündung zur L 115 wurde erneuert.

Außerorts wurde die K 58 zwischen Harzheim und Eiserfey auf sechs Meter verbreitert, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden. »Auch Autos, Lkw und landwirtschaftliche Fahrzeuge werden größer dimensioniert als früher. Damit sich der Verkehr sicher begegnen kann, haben wir die Straße auf aktuelle Standards angepasst«, erklärte Ramers.

Zudem wurde ein Leerrohrsystem bis in die Hausgärten verlegt. Grund: Die Telekommunikationsunternehmen zogen bei der Verlegung von Glasfaser leider während der Bauphase nicht mit. Durch die Leerrohre kann Glasfaser zu einem späteren Zeitpunkt jedoch verlegt werden, ohne die neue Straße wieder aufreißen zu müssen.

Thomas Hambach, Erster Beigeordneter der Stadt Mechernich, lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Kreis und Stadt. »Die Maßnahme ist auch aus unserer Sicht gelungen. Sie zeigt schon ihre Wirkung mit der eingeschränkten Fahrbahn und der Einengung.« Die Erneuerung der Infrastruktur sei gerade nach dem Flutkatastrophe, die auch viele Brücken im Stadtgebiet beschädigt habe, von großer Bedeutung.

Die Gesamtkosten der gesamten Maßnahme belaufen sich auf rund 2,765 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 2,36 Millionen Euro auf die Erneuerung der Fahrbahn, der Gehwege und der Straßenbeleuchtung, die zu 75 Prozent aus Landeszuwendungen gefördert werden. Die Stadtwerke Mechernich investierten rund 290.000 Euro in die Trinkwasserleitungen.

Eiserfeys Ortsbürgermeister Walfried Heinen bedankte sich bei den Anliegern für ihre Geduld während der Bauzeit und lobte ausdrücklich die Baufirma, die sehr anwohnerfreundlich gearbeitet habe. Sein Fazit fiel eindeutig aus: »Wir haben jetzt die schönste Straße im Stadtgebiet Mechernich.«