Michael Nielen

Broich hat Platz für alle Generationen

Broich. Zu Weihnachten Boulegugeln geschenkt bekommen – das soll in Broich tatsächlich vorgekommen sein. Kein Wunder: Seit der neue Mehrgenerationenplatz an der alten Schule eingeweiht wurde, hat das 380 Einwohner zählende Dorf ein neues Herzstück.
Helmut Hilger (v.li.), Nadine Rodenbüsch, Andreas Malsbenden, Ingo Pfennings und Melanie Vorstadt weihten den neuen Boule-Platz ein.

Helmut Hilger (v.li.), Nadine Rodenbüsch, Andreas Malsbenden, Ingo Pfennings und Melanie Vorstadt weihten den neuen Boule-Platz ein.

Bild: Michael Nielen

Schleidens Bürgermeister Ingo Pfennings eröffnete die Anlage offiziell und wies darauf hin, dass hinter dem fertigen Platz weit mehr steckt als Beton und Förderbescheide: »Ein Dorf lebt nicht von Gebäuden. Ein Dorf lebt von den Menschen, die sie mit Leben füllen.« Sein Wunsch für die Zukunft: »Dass dieser Platz künftig genau das bleibt, wofür er geschaffen wurde – ein Ort der Begegnung, des Miteinanders und der Gemeinschaft.

Pfennings würdigte dabei ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement, mit dem das Projekt erst möglich wurde. »Förderbescheide bauen keine Boulebahnen, und Anträge stellen keine Bänke auf. Hinter diesem Projekt stehen Menschen«, betonte er und richtete seinen besonderen Dank an den Vorstand um Andreas Malsbenden sowie an Richard Gerhards, der unter anderem die Boulebahn und die barrierefreien Zugänge umgesetzt hatte. Schmunzelnd fügte Pfennings hinzu, dass Helmut Hilger, der seine gesamte Fachexpertise in die Boulebahn eingebracht habe, beim Eröffnungsturnier »bestimmt zum Favoritenkreis zählt«.

Für Andreas Malsbenden, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Broich, ist der neue Platz ein Meilenstein für die Lebensqualität im Ort. »Das ist ein absolutes Highlight für uns«, betonte er. »Wir haben für jeden was dabei – für jung, für alt.« Zur neuen Bouleleidenschaft im Dorf schmunzelte er: »Soll Leute geben, die haben zu Weihnachten Boulekugeln bekommen, damit sie mitspielen können.«

Wo früher in die Jahre gekommene Spielgeräte standen, lädt nun eine moderne Anlage mit Klettergerüst, Basketballkorb, Tischtennisplatte und einer Boulebahn in Turniergröße zur Begegnung ein – barrierefrei und für alle Generationen. Auch das Dorfgemeinschaftshaus selbst wurde mit einer neuen Rampe, einem verbesserten Eingangsbereich und einer breiteren Tür barrierefrei umgebaut. »Niemand soll außen vor bleiben«, brachte es Pfennings auf den Punkt.

Ermöglicht wurde das Projekt durch zwei Fördertöpfe des Landes NRW aus dem Programm Dorfentwicklung – insgesamt rund 55.000 Euro. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 93.000 Euro, wobei die Stadt Schleiden weitere Mittel beisteuerte. Ursprünglich waren sogar rund 164.000 Euro beantragt worden. »Die Baumaßnahme war am Ende deutlich günstiger als gedacht«, so Pfennings – und das bei vollem Leistungsumfang.

Die Dorfgemeinschaft selbst ruht sich derweil nicht aus. Malsbenden kündigte an, dass parallel zur Außenanlage auch die Schule von innen renoviert werde: »Wir werden zudem auch den Jugendraum noch mal komplett in Stand setzen.«