Thomas Förster

Wo einst Filme liefen, läuft nun der Kita-Alltag

Im ehemaligen Kino in Gemünd wurde heute eine moderne, barrierefreie Kindertagesstätte eröffnet. Nach mehreren Jahren in einer Containerlösung haben die Kinder Mitte August die neuen Räume bezogen.

Gemünd. Wo früher Filme über die Leinwand flimmerten, spielen, lernen und toben nun Kinder: Im ehemaligen Kino in Gemünd ist eine moderne, barrierefreie Kindertagesstätte eröffnet worden. Nach mehreren Jahren im Provisorium konnten die Kinder Mitte August die neuen Räume beziehen.

Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres wurden die bislang getrennten DRK-Kitas in Malsbenden und Kreuzberg an einem gemeinsamen Standort zusammengeführt. Beide Einrichtungen waren bei der Flutkatastrophe 2021 zerstört worden. Zunächst wurden die Kinder vorübergehend in Vogelsang und Dreiborn betreut, bevor sie im März 2022 in Container nach Olef umziehen konnten. Nach rund fünf Jahren ist dieses Provisorium nun Geschichte.

Die Stadt Schleiden hat das ehemalige Kino umfassend umgebaut und erweitert. Auf rund 1.700 Quadratmetern entstand eine viergruppige Kita auf zwei Etagen. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Gruppenräume, Mehrzweckbereiche sowie Empfang und Büro. Ein Aufzug sorgt für Barrierefreiheit. Im Obergeschoss gibt es unter anderem einen Therapiebereich und einen großzügigen Bewegungsraum. Große Fenster, helle Räume und Böden in Holzoptik sorgen für eine freundliche Atmosphäre.

Eine Besonderheit ist die große Turnhalle im Obergeschoss. An den sichtbaren Deckenträgern können verschiedene Bewegungs- und Turngeräte befestigt werden. Ein umlaufender Balkon ermöglicht zudem über zwei Treppen einen direkten Zugang zum Außengelände und dient gleichzeitig als zweiter Rettungsweg.

Auch das Außengelände wird neu gestaltet. Dafür wurde eine zusätzliche Fläche erworben. Vorhandene Bäume sollen künftig als natürliche Schattenspender dienen. Insgesamt stehen rund 1.050 Quadratmeter Außenfläche zur Verfügung. Zudem besteht eine direkte Verbindung zum Kurpark und zum Nationalpark, sodass naturnahe Bewegungs- und Erlebnisräume unmittelbar erreichbar sind. Die Arbeiten an Fassade und Außenanlagen sollen in den kommenden zwei bis drei Monaten abgeschlossen werden.

Ursprünglich war die Kita für rund 80 Kinder geplant. Aufgrund der Entwicklung bei den Kinderzahlen wird derzeit mit etwa 65 bis 70 Kindern gerechnet. Die Zusammenführung der beiden Teams war für die Verantwortlichen ein intensiver Prozess. Unterschiedliche Arbeitsweisen und Erfahrungen mussten zusammenfinden. Durch Austausch und fachliche Begleitung sei dies gut gelungen, erklären die Kita-Leiterinnen Andrea Wollgarten und Sabine Moitzheim.

Insgesamt investiert die Stadt Schleiden rund 4,6 Millionen Euro in den Umbau und den Anbau. Ursprünglich sollte die Kita bereits Ende 2025 bezugsfertig sein, Verzögerungen im Bauablauf und beim Ankauf zusätzlicher Flächen führten jedoch zu einer späteren Fertigstellung.

Mit der neuen Kita erhält das ehemalige Kino eine neue Nutzung und wird zugleich zu einem sichtbaren Zeichen des Wiederaufbaus nach der Flut. Bürgermeister Ingo Pfennings bringt den Wandel mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: Früher habe es hier Popcorn und große Filme gegeben, heute gebe es »kleine Menschen mit großen Plänen«.