

In den modernisierten Räumen sind der Bürgerservice, das Ordnungsamt sowie das Standesamt gemeinsam untergebracht. Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau des Rathaus-Erdgeschosses belaufen sich auf rund 2,3 Millionen Euro und werden nahezu vollständig aus Mitteln des Wiederaufbaufonds des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.
Etwas überrascht war ein Bürger, der just zu Beginn der kleinen Feierstunde in den neuen Bürgerservice kam – brachte aber auf Nachfrage doch sein Anliegen vor: Der Angelschein sollte verlängert werden. Die zuständige Mitarbeiterin reagierte spontan, und so war nicht nur der erste Verwaltungsakt in den komplett neu gestalteten Räumlichkeiten vollzogen, sondern dort auch dem ersten Bürger seit der Flut wieder geholfen worden.
Unmittelbar danach begrüßte Bürgermeister Emmanuel Kunz die zahlreichen Gäste, darunter die Fraktionsvorsitzenden der Kaller Politik, und betonte: »Das ist ein wichtiger Schritt für unsere Verwaltung und ein sichtbares Zeichen des Wiederaufbaus hier im Rathaus.« Die Flut habe auch die Gemeinde Kall hart getroffen. Für Bürger wie Mitarbeiter habe dies über Jahre hinweg erhebliche Einschränkungen bedeutet. Trotz provisorischer Unterbringung in Containern sei die Arbeit unvermindert weitergeführt worden. Besonders würdigte Kunz das »Team 2.3« – bestehend aus Bürgerservice, Ordnungsamt und Standesamt: »Sie haben in den Containern unter schwierigen Bedingungen Service geleistet – professionell und bürgernah. Und das ohne große Klagen über die Situation. Das ist nicht selbstverständlich.« Selbst Eheschließungen hätten in dieser Zeit in den Containern stattgefunden – ein Zeichen für die Verlässlichkeit der Verwaltung auch unter außergewöhnlichen Umständen
Der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Markus Auel, warf in seiner Ansprache einen Blick zurück: »Der Blick zurück zeigt, welche ›Mammutaufgabe‹ hinter uns liegt. Nach den massiven Zerstörungen durch die Flut 2021 musste das Erdgeschoss komplett entkernt und vom Grunde aus neu aufgebaut werden.« Das Ergebnis sei ein heller, moderner und transparenter Verwaltungsbereich mit bewusst gewählten warmen Materialien: »Ich glaube, man kann wirklich sagen, dass hier ein Raumklima geschaffen wurde, in dem man sich rundum wohl fühlen kann.«
Neben der gestalterischen Aufwertung wurden auch die funktionalen Abläufe optimiert. Hinter den Wänden sorgt modernste Infrastruktur für die Grundlage einer digitalen Verwaltung. Auch Barrierefreiheitsaspekte wurden berücksichtigt: Der Serviceschalter verfügt über einen barrierefreien Counterbereich für Rollstuhlfahrer.
Kunz betonte, dass mit dem Neubau nicht nur Räume geschaffen wurden, sondern ein klares Selbstverständnis verbunden sei: »Ich bin stolz darauf, dass wir für die Menschen in der Gemeinde Kall eines der modernsten Bürgerbüros im Kreis Euskirchen eröffnen. Dieses Bürgerbüro ist die Visitenkarte unserer Verwaltung.« Gerade weil der Bürgerservice für viele Bürger der erste Kontakt mit dem Rathaus sei, müsse er die Werte der Verwaltung widerspiegeln: Offenheit, Transparenz und Serviceorientierung.
Die Verwaltungsspitze dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen des Projekts beigetragen haben – den Planungsbüros, den ausführenden Firmen, dem Wiederaufbauteam, dem Bauhof sowie der IT-Abteilung. Kunz hob stellvertretend Markus Auel, Projektleiter Wiederaufbau Manfred Poth, Teamleiter technisches Bauen Lothar Schatten sowie Bürgerservice-Leiterin Jessica Stermoljan und ihr Team hervor. Deren Fazit über die Jahre im Container: »Es war schön, aber auch schwierig.«
Auel brachte es zum Abschluss auf den Punkt: »Der neue Bürgerservice hier im Kaller Rathaus ist ein ›Aushängeschild‹ einer modernen und zeitgerechten Verwaltung.«
Mit der Wiedereröffnung ist der erste große Schritt der Rathaussanierung abgeschlossen. Weitere Bauabschnitte folgen im Laufe des Jahres, sodass voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte wieder alle Mitarbeiter im Rathaus arbeiten können.



