Hochschule und Zentrale Verwaltungsschule feiern Jubiläum in Mayen
Mayen. Seit Jahrzehnten werden in Mayen Nachwuchskräfte für die öffentliche Verwaltung in ganz Rheinland-Pfalz ausgebildet. Am 28. August haben die Hochschule für öffentliche Verwaltung Rheinland-Pfalz (HöV RLP) und die Zentrale Verwaltungsschule Rheinland-Pfalz (ZVS RLP) ihre Jubiläen gefeiert: 45 Jahre Hochschule und 50 Jahre Zentrale Verwaltungsschule.
Rund 150 Gäste aus Verwaltung, Politik, Hochschule und Wirtschaft kamen dazu in der Aula am Campus in Mayen zusammen. Zu den Ehrengästen gehörten Ministerpräsident Gordon Schnieder und Staatssekretär Markus Wolf vom Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr.
Direktorin Alice Schmidt begrüßte die Gäste und eröffnete den Festakt. Mayens Oberbürgermeister Dirk Meid hob in seinem Grußwort die enge Verbindung der beiden Bildungseinrichtungen mit der Stadt hervor. „Sie sind Teil unserer Stadt und inzwischen auch Teil unserer Identität. Darauf sind wir stolz“, sagte er.
Auch Staatssekretär Markus Wolf würdigte das Jubiläum und richtete den Blick auf die kommenden Jahre. „45 Jahre Hochschule für öffentliche Verwaltung und 50 Jahre Zentrale Verwaltungsschule sind eine Erfolgsgeschichte, auf die wir mit Stolz blicken können. Zugleich ist ein solches Jubiläum ein guter Anlass, den Blick nach vorn zu richten. Als Land tragen wir eine besondere Verantwortung für die Hochschule für öffentliche Verwaltung und die Zentrale Verwaltungsschule. Denn die Anforderungen an den öffentlichen Dienst verändern sich ebenso wie die Aufgaben, vor denen unsere Verwaltungen stehen. Studium und Ausbildung müssen deshalb Schritt halten und sich kontinuierlich weiterentwickeln. Unser Ziel ist es, auch künftig zeitgemäße Lehr- und Lernangebote, eine enge Verbindung zur Verwaltungspraxis und gute Rahmenbedingungen zu schaffen. So sichern wir die Qualität der Verwaltungsausbildung in Rheinland-Pfalz – heute und für die kommenden Generationen“, sagte Staatssekretär Markus Wolf.
Die Festrede hielt Ministerpräsident Gordon Schnieder. „Seit Jahrzehnten vermitteln die Hochschule für öffentliche Verwaltung und die Zentrale Verwaltungsschule Rheinland-Pfalz angehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes das notwendige Wissen und praktische Fähigkeiten für ihre verantwortungsvolle Aufgabe. Eine verlässliche und bürgernahe Verwaltung ist das Fundament einer stabilen Demokratie. Dafür danke ich allen Beteiligten. Ein gut funktionierender Staat braucht kluge, verantwortungsbewusste und engagierte Menschen, die ihn jeden Tag mit Leben füllen. Gerade deshalb wird das Land beide Einrichtungen auch in Zukunft unterstützen“, so Ministerpräsident Gordon Schnieder.
Wissen, Wandel und Wirksamkeit
Im Zentrum des zweiten Teils stand das Podiumsgespräch unter dem Titel „Wissen. Wandel. Wirksamkeit. Wir bilden die Verwaltung.“ Auf dem Podium diskutierten Ministerpräsident Gordon Schnieder, die Präsidentin des Landesamtes für Finanzen Sabine Westhoff, Direktorin Alice Schmidt, der ehemalige Direktor der HöV/ZVS Klaus Weisbrod, die Bürgermeisterin von Bad Dürkheim Natalie Bauernschmitt, Dozent Andreas Mattlener sowie Student und Studierendenvertreter Felix Schöneck.
Damit kamen unterschiedliche Perspektiven aus Politik, Landes- und Kommunalverwaltung, Hochschulleitung, Lehre und Studierendenschaft zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Anforderungen eine leistungsfähige Verwaltung mit den Erfahrungen aus der Vergangenheit heute erfüllen muss und welche Rolle Studium und Ausbildung dabei spielen.
Unter dem Stichwort Wissen ging es um Fachkenntnisse, Urteilskraft, Verantwortungsbewusstsein und ein tragfähiges Wertefundament. Beim Thema Wandel standen aktuelle Herausforderungen des öffentlichen Dienstes im Fokus, darunter Digitalisierung und künstliche Intelligenz, demografische Entwicklungen, Fachkräftemangel, neue Anforderungen an Führung und veränderte Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger.
Wirksamkeit lenkte den Blick schließlich darauf, was gute Verwaltung für die Menschen konkret leisten muss. Diskutiert wurde, woran sich gute Verwaltungsarbeit im Alltag zeigt und welchen Beitrag eine fundierte Ausbildung dazu leisten kann, staatliche und kommunale Leistungen verlässlich, verständlich und bürgerorientiert zu erbringen.
Zum Abschluss richteten die Podiumsteilnehmenden den Blick auf die kommenden Jahrzehnte. Besonders prägnant fiel dabei der Wunsch aus, dass an Hochschule und Verwaltungsschule auch künftig Menschen ausgebildet werden, „die nicht nur Verwaltung beherrschen, sondern auch gestalten können“. Musikalisch umrahmt wurde die Jubiläumsfeier von einem Ensemble des Schulorchesters des Megina Gymnasiums Mayen unter der Leitung von Beate Gottwald. Durch die Veranstaltung führten die beiden Dozierenden Sandra Hering und Thomas Helfrich, die auch das Podiumsgespräch moderierten. Im Anschluss an den offiziellen Teil bot ein Empfang Gelegenheit zum weiteren Austausch.
Ein Standort mit Verwaltungsgeschichte
Auch der Campus selbst erzählt ein Stück Verwaltungsgeschichte. Hochschule und Zentrale Verwaltungsschule haben ihren Sitz im ehemaligen Landratsamt des Kreises Mayen, einem Tuffquaderbau aus dem Jahr 1891.
Seit 1975 werden an der Zentralen Verwaltungsschule Nachwuchskräfte für die öffentliche Verwaltung ausgebildet. Die Ausbildung führt in das zweite Einstiegsamt, vormals mittlerer Dienst. 1981 nahm die damalige Fachhochschule ihren Lehrbetrieb auf. 2015 wurde sie zur Hochschule für öffentliche Verwaltung, während der bisherige Fachbereich Polizei als Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz eigenständig wurde. Das duale Bachelorstudium an der Hochschule bereitet auf das dritte Einstiegsamt, vormals gehobener Dienst, vor.
Von Mayen aus werden Nachwuchskräfte für die öffentliche Verwaltung in ganz Rheinland-Pfalz qualifiziert. Aktuell lernen und studieren hier mehr als 1.200 Nachwuchskräfte. Insgesamt haben Hochschule und Zentrale Verwaltungsschule mehr als 17.000 Absolventinnen und Absolventen hervorgebracht.
Seit 2000 gehört außerdem die Fort- und Weiterbildung für Landesbedienstete zum Aufgabenspektrum der beiden Einrichtungen.
Im Kern ist der Auftrag über die Jahrzehnte derselbe geblieben: Nachwuchskräfte fachlich fundiert auf ihre Aufgaben im öffentlichen Dienst vorzubereiten und zugleich rechtsstaatliches und verantwortungsbewusstes Verwaltungshandeln zu vermitteln.