Claudia Neumann

Kamera läuft für Trittenheims Dorfgeschichte

Trittenheim. Mit Filmaufnahmen und Zeitzeugeninterviews entsteht in Trittenheim bis 2027 ein digitaler Rundgang zur Geschichte des Moselortes.

Mit Filmaufnahmen und Zeitzeugen-Gesprächen ist das Projekt KuLaDig (Kultur.Landschaft.Digital.) in Trittenheim einen weiteren Schritt vorangekommen. Am 30. und 31. Juli war das Begleitteam der Universität Koblenz mit umfangreicher Kamera- und Tontechnik vor Ort. Die hochsommerlichen Temperaturen stellten dabei für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung dar.

Auftakt der Dreharbeiten war die Moselbrücke. Sie bildet den Ausgangspunkt eines künftigen digitalen Rundgangs durch Trittenheim. Vor der Kamera standen Marlene Bollig und Martina Engelmann-Hermen aus Trittenheim, Elisabeth Cannivé-Boesten aus Longuich sowie Christoph Schmitt aus Calw. Gemeinsam entwickelt das Team ein Konzept zur Präsentation der Dorfgeschichte im Rahmen des rheinland-pfälzischen Projekts KuLaDig. Das Informationssystem macht historische Kulturlandschaften und kulturelles Erbe digital erlebbar.

In der achten Förderrunde zählt Trittenheim gemeinsam mit Cochem-Cond, Lambrecht, Lehmen und der Regionalinitiative Faszination Mosel zu den ausgewählten Projekten des Instituts für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz. Unter dem Motto „Die große Erzählerin – wenn die Landschaft Geschichte(n) erzählt“ widmet sich das Trittenheimer Team dem Thema „Wasser, Gleise, Brücken, Straßen: Sich öffnen für die Welt und die Zukunft“. Ausgehend von der Mosel, den historischen Fährtürmen, dem ehemaligen Bahnhof, der Brückengeschichte sowie den Verkehrswegen zeigt das Projekt, wie Mobilität und Landschaft die Entwicklung Trittenheims bis heute geprägt haben.

Zeitzeugen erinnern sich an die Dorfgeschichte

Einen besonderen Schwerpunkt bildete am zweiten Projekttag die erste Gesprächsrunde mit Zeitzeugen in der Grundschule. Mehrere ältere Dorfbewohner berichteten von ihren Erlebnissen rund um die Mosel, die Moseltalbahn, die Ankunft der ersten Traktoren und Automobile sowie von einer Zeit, in der zahlreiche Handwerksbetriebe und Geschäfte das Dorf prägten. Auch die letzten Kriegsjahre und die frühe Nachkriegszeit wurden als prägende Erinnerungen lebendig.

Das bis 2027 angelegte Projekt lebt vom Wissen und den Erinnerungen der Menschen vor Ort. Ziel ist es, Erinnerungen zu bewahren und bislang verborgene Schätze wie Fotografien, Dokumente und andere Zeugnisse aus privaten Alben und Schubladen für die Dorfgeschichte zu sichern. Wer historische Fotos, Dokumente oder persönliche Erinnerungen beisteuern möchte, kann sich an das Projektteam KuLaDig Trittenheim der Ortsgemeinde Trittenheim unter Martina.Engelmann-Hermen@t-online.de wenden.

Autor: Christoph Schmitt