Claudia Neumann

Klimawandel erhöht Gesundheitsrisiken durch Mücken und Zecken

Trier/Region. Landesuntersuchungsamt warnt vor zunehmender Verbreitung von Krankheitserregern – erstmals in Rheinland-Pfalz erworbene West-Nil-Infektion nachgewiesen.

Tigermücke

Tigermücke

Bild: Canva

Die Gefahr, nach einem Mücken- oder Zeckenstich zu erkranken, nimmt in Rheinland-Pfalz zu. Zu diesem Ergebnis kommt das Landesuntersuchungsamt (LUA) in seiner Bilanz zur Infektionsprävention 2025. Als Ursachen nennt die Behörde den Klimawandel und die zunehmende Mobilität, die die Ausbreitung von Krankheitserregern und deren Überträgern begünstigen.

West-Nil-Virus erstmals in Rheinland-Pfalz übertragen

Nach Angaben des LUA wurde kürzlich erstmals eine Infektion mit dem West-Nil-Virus nachgewiesen, die in Rheinland-Pfalz erworben wurde. Betroffen war ein 58-jähriger Blutspender aus dem Rhein-Pfalz-Kreis, der sich in den Wochen zuvor nicht außerhalb des Bundeslandes aufgehalten hatte.

Die Krankheit wird von heimischen Culex-Mücken übertragen. Die meisten Infektionen verlaufen ohne Beschwerden, etwa jeder fünfte Infizierte entwickelt grippeähnliche Symptome. Schwere Verläufe mit Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen sind selten und betreffen vor allem ältere oder immungeschwächte Menschen.

„Die Erkennung und Behandlung mückenübertragener Viruserkrankungen könnten hierzulande bald zur hausärztlichen Routine gehören“, sagt Prof. Dr. Philipp Zanger, Leiter der Abteilung Humanmedizin im LUA. „Ihre zunehmende Ausbreitung ist spürbar.“

Tigermücke breitet sich aus

Auch die Asiatische Tigermücke, die Krankheiten wie Dengue-, Chikungunya- und Zika-Fieber übertragen kann, breitet sich in Rheinland-Pfalz weiter aus. Sie kommt inzwischen unter anderem im Landkreis Germersheim, im Rhein-Pfalz-Kreis, in Ludwigshafen, Speyer und Mainz vor.

In den vergangenen zehn Jahren wurden dem LUA 270 Dengue-Erkrankungen gemeldet. „Alle Betroffenen hatten sich im Ausland infiziert“, so Zanger. Innerhalb Deutschlands gab es bislang keine Übertragungen. In Frankreich und Italien wurden 2025 jedoch bereits mehr als 30 lokale Dengue-Infektionen registriert.

Da sich die Tigermücke bereits in kleinsten Wasseransammlungen vermehren kann, ruft das LUA dazu auf, stehendes Wasser in Gärten und auf Grundstücken regelmäßig zu entfernen oder abzudecken. Zudem empfehlen die Experten lange Kleidung und Insektenschutzmittel als wirksamen Schutz vor Mückenstichen.