

Nach dem verheerenden Großbrand in der Isseler Straße in Schweich am Freitag (wir berichteten) waren die Einsatzkräfte auch am Samstag weiterhin gefordert. Die Feuerwehr kehrte mehrfach zur Brandstelle zurück, um Nachlöscharbeiten durchzuführen und das zerstörte Gebäude zu kontrollieren.
15 Stunden Einsatz in der Brandnacht
Der Großeinsatz hatte die gesamte Nacht auf Samstag gedauert. „Um 6 Uhr konnten die letzten Einsatzkräfte die Einsatzstelle verlassen. Somit ging vorerst nach knapp 15 Stunden der Einsatz zu Ende", berichtet Wehrleiter Alexander Loskyll. Lange Ruhe gab es jedoch nicht: Bereits kurz nach 9 Uhr meldeten Nachbarn erneut aufsteigenden Rauch. „Wir sind dann nochmals mit der Drehleiter hin und haben Nachlöscharbeiten durchgeführt. Bei einem Brand dieses Ausmaßes ist das aber nichts Ungewöhnliches", so Loskyll.
Drohne mit Wärmebildkamera sucht Glutnester
Am Samstagnachmittag gegen 15 Uhr rückten die Einsatzkräfte erneut an. Dieses Mal kam eine Drohne mit Wärmebildkamera zum Einsatz, um mögliche Glutnester aufzuspüren. Eine weitere Brandgefahr wurde dabei nicht festgestellt. „Das war nun eine geplante Brandnachschau, die wir alle paar Stunden machen werden", erklärte Loskyll.
Erst bei Tageslicht: Das volle Ausmaß der Zerstörung
Bei Tageslicht wurde das volle Ausmaß der Zerstörung sichtbar: Das betroffene Wohnhaus wurde vom Erdgeschoss bis zum Dach vollständig zerstört, das Dach ist eingestürzt. Zudem wurde bekannt, dass auch eine direkt angrenzende Wohnung in einem Mehrfamilienhaus durch das Feuer zerstört wurde und derzeit nicht bewohnbar ist. In dem Gebäude befinden sich insgesamt sechs Wohneinheiten – fünf Wohnungen blieben von den Flammen verschont. Besonders bitter: Das Haus war erst vor rund sechs Wochen nach umfangreichen Sanierungsarbeiten fertiggestellt worden.
Eigentümer und Einsatzleiter loben die Feuerwehr
Der Eigentümer des Hauses sprach der Feuerwehr ausdrücklich seinen Dank aus. „Die Feuerwehr war sehr schnell vor Ort und hat routiniert gearbeitet. Was hier geleistet wurde, ist unglaublich", sagte er. Auch Loskyll würdigte den Einsatz der rund 250 Einsatzkräfte: „Ein Brandereignis dieses Ausmaßes kommt nur etwa alle zehn Jahre vor. Jeder der rund 250 Einsatzkräfte hat hier in den vergangenen Stunden Außergewöhnliches geleistet."
Verletzter weiter in Spezialklinik – Ursache noch unklar
Der bei dem Brand schwer verletzte Bewohner befindet sich weiterhin in kritischem Zustand. Er hatte schwere Brandverletzungen erlitten und war mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Ludwigshafen geflogen worden. Brandermittler waren zwar bereits am Freitagabend vor Ort, konnten das zerstörte Gebäude jedoch noch nicht betreten. Mit den eigentlichen Ermittlungen zur Brandursache ist voraussichtlich erst in dieser Woche zu rechnen.
Die Isselerstraße war bis in den Nachmittag hinein voll gesperrt, wurde inzwischen jedoch wieder für den Verkehr freigegeben. Rund um das zerstörte Gebäude wurde ein Bauzaun errichtet; das angrenzende Wohnhaus wurde mit einer Plane über dem beschädigten Dach abgedeckt.
Text: Florian Blaes




